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Schnelles Eigenbau-NAS mit AMD Ryzen 5 5600G und für 6+ Festplatten

Geschrieben amgeschrieben von Stefan, zuletzt aktualisiert am RSS Feed
Meine letzten Bauanleitungen für ein Eigenbau-NAS zielten mehr auf Einsteiger oder Benutzer mit geringeren Anforderungen ab. Heute stelle ich euch mein neustes NAS vor, das mit einem AMD Ryzen 5 5600G* Prozessor ausgestattet ist. Dieser verfügt über 6 Kerne und 12 Threads sowie über eine iGPU.

Dieses NAS ist gedacht für Benutzer mit höheren Anforderungen und kann problemlos mehrere Docker Container oder virtuelle Maschinen beherbergen. Gepaart habe ich den Prozessor mit einem ASUS PRIME A320M-A* Mainboard, dass sehr einfach aufgebaut und günstig ist, trotzdem aber über 6 SATA-Ports sowie 4 Arbeitsspeicherbänke verfügt. Über den PCIe 3.0 x16 Slot kann ein RAID-Controller oder eine schnelle Netzwerkkarte an das System angebunden werden.

Schnelles Eigenbau-NAS mit AMD Ryzen 5 5600G und für 6+ Festplatten


Prozessor

EigenschaftWert Bemerkungen
Prozessor AMD Ryzen 5 5600G*
Kerne 6
Hyperthreading
Takt 3,9GHz
Turbotakt (Einkern) 4,4GHz
Turbotakt (Mehrkern) 4,2GHz
Cache 16MB 16 MB L3 + 3 MB L2
Speicherchannels 2
ECC-Support
iGPU AMD Radeon 7 Graphics (Renoir)
iGPU - Ausführungseinheiten 7
iGPU - Shader 448
iGPU - Rechenleistung 1,7TFLOPS
TDP 65W
Architektur Cezanne (Zen 3)
Sockel AM4
Fertigung 7nm

Das hier vorgestellte NAS soll leistungsstark sein. Dafür sorgt der AMD Ryzen 5 5600G*, der über 6 Kerne und 12 Threads verfügt. Hier hätte man z.B. auch den noch günstigeren AMD Ryzen 5 5500* verwenden können, den wir erst kürzlich getestet und als Basis für einen unschlagbar günstigen Spiele-Computer verwendet hatten.

Für die Installation oder auch um Einstellungen im Bios des Mainboard vornehmen zu können, benötigt unser NAS allerdings eine Grafikkarte. Diese bringt der AMD Ryzen 5 5600G* mit seiner iGPU mit. Man hätte auch den AMD Ryzen 5 5500* mit einer dedizierten Grafikkarte paaren und diese nur für die Installation verbauen können. Runder fühlt sich das Ganze aber mit dem AMD Ryzen 5 5600G* an, der ca. 30 Euro mehr kostet. Die eigentliche Rechengeschwindigkeit der beiden Prozessoren ist fast identisch mit einem Vorsprung kleiner 10 Prozent für den AMD Ryzen 5 5600G*.

Reichen euch 6 CPU-Kerne nicht, könnt ihr auch den AMD Ryzen 7 5700G* (8 Kerne 16 Threads) verbauen, es geht aber auch jeder andere AM4-Prozessor, sofern ihr die iGPU-Thematik beachtet.

Kauft ihr euch die so genannte Boxed-Version des Prozessors, ist im Lieferumfang ein passender CPU-Kühler enthalten, der für ein NAS ausreichend ist. Spielt bei euch die Lautstärke eine Rolle, könnt ihr auf einen andern Kühler wie z.B. dem Enermax N31* ausweichen.


Mainboard & Anschlüsse

EigenschaftWert Bemerkungen
Mainboard ASUS PRIME A320M-A*
Chipsatz A320
DDR4-Slots 4
max. Speicherspezifikation DDR4-3200 CPU abhängig
max. Speicherkapazität 64GB CPU abhängig
ECC-Support CPU abhängig
PCI-E 3.0 x16 1
PCI-E 3.0 x1 2
SATA (6Gbit/s) 6
M.2 Slot (PCIe 3.0 x4) 1
LAN (1 Gbit/s) 1
HDMI 2.0 1
VGA 1
Formfaktor Micro-ATX

Das ASUS PRIME A320M-A* ist für mich immer noch das ideale AM4 NAS-Mainboard. Zwar ist der A320 Chipsatz im Umfang stark eingeschränkt, für ein NAS sind Einschränkungen wie kein PCIe 4.0 Standard (nur 3.0) und nur eine geringe Auswahl an Anschlüssen aber problemlos zu vernachlässigen. Immerhin sind 6 SATA-Ports verbaut und ein M.2 Slot für eine schnelle SSD ist ebenfalls vorhanden.

Der AMD A320 Chipsatz ist ein Pseudo-Chipsatz, der nur die Aufgabe hat bestehende PCIe-Leitungen des Prozessors umzusetzen. Dafür zeichnet er sich mit einem sehr geringen Energieverbrauch aus.

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Festplatten & RAID

EigenschaftWert Bemerkungen
AHCI & NCQ
Hot-Plug
unterstützte 2,5 Zoll Festplatten 6Stück
unterstützte 3,5 Zoll Festplatten 6Stück

Über SATA lassen sich insgesamt 6 Festplatten mit dem NAS verbinden, eine weitere PCIe SSD kann in den M.2 Slot mit maximal 80 mm Länge verbaut werden. Hier gibt es Modelle mit 256 GB bis 2 TB. Je nach Anwendungsbereich kann hier eine schnelle System-SSD verbaut werden oder ein schneller Datencache. Achtung: nutzt ihr den M.2 Slot, werden automatisch zwei der SATA-Ports (5/6) deaktiviert, da sich diese die PCIe-Leitungen mit dem M.2 Slot teilen.

Der ADATA Elite S102P 64GB* USB-Stick für ca. 15 Euro ist die günstigste Art einen Systemdatenträger zu realisieren. Das klappt sowohl bei OpenMediaVault als auch bei Unraid (dazu später mehr). Auch Windows 11 lässt sich direkt auf einen USB-Stick installieren. Normalerweise bevorzuge ich den SanDisk Extreme PRO* 128GB*, der mit 35 Euro zwar mehr kostet, dafür aber auf eine bessere Technik aufbaut. Dieser funktioniert aber leider nicht mit Unraid, da Unraid für die Lizensierung eine GUID benötigt, die der SanDisk Extreme PRO* nicht besitzt.

Bei den Datenfestplatten könnt ihr auf klassische Festplatten (HDDs) setzen oder auf schnelle SSDs. Das von mir in diesem Artikel genutzte Betriebssystem Unraid unterstützt auch einen so genannten Cache, bei dem eine schnelle SSD quasi als Zwischenspeicher fungiert und die Geschwindigkeit bei der Nutzung von normalen Festplatten stark beschleunigen kann.


Netzteil

EigenschaftWert Bemerkungen
Formfaktor ATX
SATA-Power 4
80 PLUS Zertifizierung Gold
Überstromschutz (OCP)
Überspannungsschutz (OVP)
Unterspannungsschutz (UVP)
Kurzschlussschutz (SCP)
Überhitzungsschutz (OTP)
Überlastschutz (OPP)

Beim Netzteil setzen wir wieder auf die Pure Power Serie von be quiet. Jedes andere ATX-Netzteil kann natürlich ebenso verwendet werden. Wir haben in unseren System das 80 PLUS Gold zertifizierte be quiet! Pure Power 11 400W* verbaut. Unter Vollast genehmigt sich der Prozessor maximal 100 Watt und die restliche Leistung des Netzteils reicht auch für 6 Datenfestplatten problemlos aus.

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Gehäuse

EigenschaftWert Bemerkungen
ATX
Micro-ATX

Beim Gehäuse hab ihr freie Wahl, so lange das Micro-ATX Mainboard (ASUS PRIME A320M-A*) welches wir hier benutzen, passt.

Für ein etwas größeres NAS eignet sich z.B. das Fractal Design Node 804*, in welches satte 8 Festplatten passen. Die Festplatten werden im Luftkanal zwischen zwei 120 mm Lüftern eingehängt und daher gut gekühlt. Zumindest bei normalen Festplatten ist die Kühlung sehr wichtig um die Haltbarkeit der Festplatten nicht zu verringern.


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Betriebssystem

EigenschaftWert Bemerkungen
OpenMediaVault 6
Unraid 6

Für unser NAS würde ich OpenMediaVault oder Unraid als Betriebssystem empfehlen, jedes andere moderne Windows oder Linux Betriebssystem funktioniert natürlich ebenso.

OpenMediaVault ist in Version 6 erhältlich und bietet eine moderne Weboberfläche zur Verwaltung des darunter liegenden Debian Linux 11. Es ist komplett kostenlos und wird stetig erweitert. Die Verwaltung von Virtuellen Maschinen oder Docker Containern ist ebenfalls über eine Weboberfläche via Portainer oder Yacht (beides in den OMV Extras enthalten) möglich.

Die aktuellste OpenMediaVault 6 Version hatte ich bereits bei uns vorgestellt. Ergänzend dazu findet ihr ebenfalls eine komplette Schritt-für-Schritt Installationsanleitung für OpenMediaVault bei uns.

Unraid kostet einmalig eine Lizenzgebühr, dessen Höhe sich an der Anzahl der verwendeten Datenfestplatten orientiert. Bis zu 6 Datenfestplatten sind in der Basic Lizenzierung abgedeckt, die aktuell 59 USD kostet. Bis zu 12 Datenfestplatten lassen sich mit der Plus Zertifizierung für 89 USD verwalten. Die Pakete können auch im Nachhinein noch auf die nächsthöhere Stufe aufgerüstet werden.

Einen ausführlichen Test zu Unraid findet ihr auch bei uns. Unraid ist sehr einfach zu administrieren und auch zu installieren. Es ist mittlerweile auch in deutscher Sprache erhältlich.

Unraid selbst wird auf einem USB-Stick installiert auf dessen GUID sich die Lizenz bezieht. Auch wenn Unraid behutsam mit dem USB-Stick umgeht, würde ich hier zu einem qualitativ guten USB-Stick wie z.B. den ADATA Elite S102P 64GB* raten.

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Für welches der beiden Betriebssysteme ihr euch entscheidet, hängt ganz von euch ab. In diesem Bauvorschlag setze ich exemplarisch auf Unraid.



Virtuelle Maschinen (VMs)


Möchtet ihr eine virtuelle Maschine mit Windows 11 aufsetzen, so könnt ihr euch dafür die ISO-Datei (Image) z.B. direkt bei Microsoft herunterladen.

Unraid nutzt das KVM/QEMU system von Linux für die virtuelle Maschinen. Nach der Installation müsst ihr daher noch die "Guest-Tools" installieren. Das geht entweder über Einstellungen - VM Manager in Unraid direkt oder auch manuell.

Wer die VirtIO-Treiber lieber manuell herunterladen möchte, kann diese für Windows VMs über das Fedora Linux Projekt herunterladen. Ihr könnt auch den direkten Downloadlink zur momentan aktuellsten Version nutzen. Die VirtIO-Treiber benötigt ihr bereits bei der Installation von Windows um auf die virtuelle Festplatte der VM im Windows Setup zuzugreifen.

Unraid verfügt bereits über viele vordefinierte VM-Vorlagen, die ihr nur noch geringfügig an eure Bedürfnisse anpassen müsst. Die jeweiligen Image-Dateien könnt ihr in die isos Freigabe von Unraid kopieren, die bereits angelegt ist.

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Docker


Noch einfacher als klassische virtuelle Maschinen sind Docker Container, da diese in der Regel bereits komplett konfiguriert sind. Auch eure Docker Container könnt ihr direkt aus dem Unraid Dashboard verwalten.

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Als ersten Container würde ich Portainer installieren (findet ihr unter Apps in Unraid). Portainer ist eine Docker Webverwaltungsoberfläche. Wer mehr über Docker oder Portainer erfahren möchte, dem Empfehle ich meinen Artikel zum Thema Pi hole als Docker Container unter OpenMediaVault. Die Anleitung ist problemlos auf Unraid übertragbar.

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Apps


Ähnlich wie in z.B. OpenMediaVault lässt sich auch bei Unraid der Funktionsumfang durch Apps erweitern. Diese lassen sich bei Unraid über die so genannten Community Applications einfach durchsuchen und installieren. Hier gibt es auch über 1000 vordefinierte Docker Container, die so sehr einfach installiert werden können.

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Benchmarks

EigenschaftWert Bemerkungen
Max. Lesen via SMB/NFS 114MB/s
Max. Schreiben via SMB/NFS 114MB/s
Max. Lesen via FTP 114MB/s
Max. Schreiben via FTP 114MB/s

Der AMD Ryzen 5 5600G* mit seinen 6 Kernen ist in meinem Test super schnell gewesen und kein Vergleich zu einem NAS auf Intel Atom Basis. Gerade bei mehreren Docker Containern oder auch virtuellen Maschinen ist eine größere Menge an Arbeitsspeicher sinnvoll. Ich habe in meinem Testsystem 32 GB (4x Crucial CT8G4DFRA266 8GB DDR4-2666*) verbaut. Aktuell ist aber der etwas schnellere Crucial CT8G4DFRA32A 8GB DDR4-3200* für den gleichen Preis zu haben.

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Unterstützt werden offiziell bis zu 64 GB Arbeitsspeicher vom Typ DDR4-3200 (oder niedriger).


Energieverbrauch

EigenschaftWert Bemerkungen
Ausgeschaltet 0W
Leerlauf 19W ohne Datenfestplatte

Der Verbrauch von ca. 19 Watt im Leerlauf (ohne Datenfestplatte) geht für ein NAS dieser Geschwindigkeit in Ordnung, auch wenn Intel Systeme im Leerlauf meist noch etwas sparsamer sind.

Beim Schreiben einer großen Datei mit voller Netzwerkgeschwindigkeit von 1 Gbits (netto ca. 114 MB/s) auf das NAS liegt der Energieverbrauch bei ca. 25 Watt. Als Datenspeicher nutze ich eine einzelne Samsung 870 EVO* SSD. Im Produktiveinsatz empfehle ich euch aber ein RAID bzw. eine zusätzliche Paritätsfestplatte die euch vor einem Datenverlust durch einen Hardwareausfall schützen kann.

Jede virtuelle Maschine oder jeder Docker Container wird den Verbrauch etwas erhöhen, was natürlich mit der Auslastung der virtuellen Umgebung zusammenhängt.


Technische Daten (Zusammenfassung)

EigenschaftWert Bemerkungen
Prozessor AMD Ryzen 5 5600G* 6 Kerne, 12 Threads
Prozessor (Alternativ) AMD Ryzen 5 5500* ohne iGPU !
Prozessor (Alternativ) AMD Ryzen 7 5700G* 8 Kerne, 16 Threads
Mainboard ASUS PRIME A320M-A*
Arbeitsspeicher Crucial CT8G4DFRA32A 8GB DDR4-3200*
Arbeitsspeicher (Alternativ) Crucial CT8G4DFRA266 8GB DDR4-2666*
Systemdatenträger ADATA Elite S102P 64GB*
Netzteil be quiet! Pure Power 11 400W*
Gehäuse Fractal Design Node 804*
Datenfestplatte WD Red Plus* 1 bis 18 TB
Datenfestplatte (Alternativ) Samsung 870 EVO* SSD bis zu 4 TB

Zur Transparenz: die hier vorgestellte Hard- und Software haben wir frei ausgewählt und selbst erworben, eine Zusammenarbeit mit einem Hersteller bestand nicht. Die Auswahl basiert auf unserer Erfahrung und kann natürlich an eure Bedürfnisse angepasst werden. Wenn ihr unsere Neutralität schätzt, bitten wir euch um einen Kauf eines oder mehrerer Produkte über unsere grünen Affiliate-Links. Vielen Dank !
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Kommentare (14)

Kommentar
Stefan (Team)
Geschrieben am21.11.2022
Hi,
bei viel Transkodierung in Plex macht in Intel System durch Intel Quick Sync gefinitiv Sinn. Dabei würde ich dir aber keine T-Variante empfehlen, da diese in den meisten Fällen nicht energiesparender sind. Dazu findest Du auch einen Artikel bei uns. Sollte die T-Variante günstiger sein, kann sich die Anschaffung eventuell lohnen. Eine normale CPU lässt sich im Bios der meisten Mainboards sonst jederzeit in der Leistung reduzieren.

Welche CPU Du nimmst, hängt auch von deinem Anwendungszweck ab, bereits ein Intel Core i5-12400 ist ca. 7x so schnell wie der Intel Celeron J4125 im Synology 920+. Du könntest natürlich noch auf die 13. Generation der Intel Core i5 Prozessoren warten, denn diese haben P+E Kerne (hybrider Aufbau) und das wäre für ein NAS natürlich erste Sahne.

Da Du Docker nutzt, kannst Du eigentlich jedes NAS Betriebssystem nehmen. Wenn Du ein sehr einfaches suchst, würde ich zu Unraid oder OpenMediaVault tendieren. Für beide findest Du umfangreiche Anleitungen bei uns. Unraid ist für Anfänger gut geeignet weil die Installation direkt in Windows über ein Tool des Herstellers in 5 Minuten erledigt ist.
Kommentar
BlackAngel
Geschrieben am21.11.2022
Hallo,

ich bin zur Zeit auch sehr stark am Überlegen mein Synology 920+ gegen einen Selbstbau auszutauschen, da ich Probleme mit der Leistung beim Transkodieren (Hardwaretranscoding) von 4k Filmen habe. Die Leistung meines aktuellen NAS reicht dafür einfach nicht aus um dies ruckelfrei mit Tonemapping + Untertitel einbrennen unter jellyfin über Hardwaretranskodierung hin zu bekommen (Transcodingframerate ca. 20 - 24 fps). Auf meinem Synology läuft aktuell Jellyfin in einem Dockercontainer. Das finde ich eine sehr elegante und einfache Lösung welche ich so auch wieder gern hätte. Zusätzlich habe ich Adguard, nextcloud (sync mit Handys zum Abgleich von Fotos) und noch ein paar andere Container laufen. Würde das so auch mit Unraid oder OpenMediaVault 6 inkl. der Hardwaretranskodierung bei jellyfin/plex funktionieren?

Welches OS würdet ihr mir den empfehlen, wenn ich von Synology komme und nicht jeden Tag an der Kiste hängen möchte um irgend welche Fehler zu beseitigen? Zusätzlich sollte es möglich sein das NAS entweder per wake on lan oder über einen Zeitplan automatisch ein und aus zu schalten.

Aufgrund der Hardwaretranskodierungsgeschichte würde ich eher auf ein Intel-System der 12. Generation (i5-12600T) setzen, obwohl auf dem Papier die iGPU des AMD der von Intel haushoch überlegen ist. Aber was nützt das, wenn dies Softwareseitig nicht nutzbar ist? Ein wenig stutzig macht mich der Post von @Joerg, welcher ja berichtete das es für die Hardwaretranskodierung am unkompliziertesten ist einen Inter der 10. Generation zu nehmen. Wäre das die allgemeine Empfehlung und funktioniert auch ein Intel der 12. Generation?

Hier mal meine Ideen für das neue System. Könnt ihr mal drüber schauen ob das für ein NAS/Mediaserver im Kontext zum Stromverbrauch und Preis/Leistungsmäßig sinnvoll ist?

Mainboard (wichtig microatx, 6 x sata, min. LAN 2,5 GB, wlan, min. 2 x M.2/M-Key für die vorhandenen SSD): GIGABYTE Z690M AORUS Elite AX DDR4

CPU: Intel Core i5-12600T

CPU Kühler:
Bitte einen empfehlen

Gehäuse:
Bitte eins empfehlen

Netzteil : be quiet! Pure Power 11 500W ATX 2.4

RAM: G.Skill Aegis DIMM Kit 32GB

HDD:
vorhanden (4 x 18 TB Seagate, sollen perspektivisch auf 6 x 18 TB aufgerüstet werden)

SSD:
vorhanden (2 x 1 TB WD RED SN700 als Cache oder für das Betriebssystem)

OS:
Bitte ein benutzerfreundliches welches Docker + Hardwaretranskoding für Jellyfin/Plex kann empfehlen.
Kommentar
Stefan (Team)
Geschrieben am13.09.2022
Hi Alex, du hast Recht das Fractal Design Node 304* kann wirklich nur Mini-ITX. Da bin ich wohl durcheinander gekommen. Ich habe das Gehäuse aus meiner Empfehlungsliste entfernt.
Kommentar
Alex
Geschrieben am11.09.2022
Hi,
Du führst mich in Versuchung meinen auf deinem j4105 Vorschlag basierten NAS/ Docker/ VM host zu ersetzen :-)

Allerdings meine ich das Fractal Design Node 304* wäre nur Mini-ITX kompatibel (https://www.fractal-design.com/products/cases/node/node-304/black/) - Du empfiehlst es aber oben für das Micro-ATX Mainboard? Passt das sicher?

Grüße,
Alex
Kommentar
Stefan (Team)
Geschrieben am06.09.2022
Ich muss ganz ehrlich sagen, dass ich Systeme mit ECC nur noch fertig zertifiziert kaufen würde also z.B. von HP oder DELL. Denn nur weil Mainboard und CPU ECC-Speicher unterstützen muss das nicht sofort oder überhaupt funktionieren. Ob ECC dann korrekt läuft, lässt sich auch nur sehr schwer verifizieren. Und weder von Intel noch von den Mainboard-Herstellern bekommt man vernünftigen Support in Richtung ECC. Leider alles selbst so erlebt.
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Joerg
Geschrieben am06.09.2022
@none
Einfach gesagt: Gibts nicht mit aktueller Hardware energiesparend. (Mit AMD X570 kenne ich mich nicht aus aber da gibts wohl Boards mit 8 SATA Ports ab 200? Euro)

Der letzte Chipset der das konnte war Gen 10 Intel W480. Der bzw. das Gigabyte W480m braucht ca. 10W idle mit nur einer NVME. Ich habe ihn hier mit aktuell 7 Platten und 1 NVME und i3-10100 mit 16-17W Idle laufen. Bekommst Du aber nicht zu kaufen...

Die Nachfolger W680 lassen auf sich warten und dazwischen gab es nichts. Aber diese Klasse (auch vom Preis) fällt eher in die Kategorie NAS Expert von Stefan.

Gruss,
Joerg
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none
Geschrieben am06.09.2022
meh ... nur 1GbE, 6 SATA Ports, kein ECC

Wenn schon mehr Leistung, will ich die auch haben - ist schließlich ein NAS zum einen, und da es ein NAS ist stehen die Chancen für ZFS gut -> ECC!

In 2022 sollte ein stromsparenden AMD/Intel mit 8xSATA, mind. 2,5GbE, ECC Standard sein - und ja klar, günstig,
Xeon mit e-cores dauern wohl noch...

Wer hat hier Erfahrung? Idealerweise durchgemessen, Herstellerangabe sind immer sone Sache

Kommentar
Joerg
Geschrieben am05.09.2022
Die Kosten dürften nahezu vergleichbar sein (Board Asrock B560m Pro 4 ca. 95 Euro und ein i5-10400 ca 170 Euro). Aber das AMD System ist, ich schätze jetzt mal, 20% performanter verglichen mit einem i5-10400.

Noch dazu hast du wegen dem ATX Teil mehr Verluste im Niederlastbereich. Ich hab mit einer PicoPSU 160W gemessen. Sprich, wenn Du eine PicoPSU oder ich dein ATX genutzt hätte wären wir auch näher zusammen.

Wenn man die Mehrleistung "wirklich" braucht ist dein System besser. Aber wann braucht man die? :-)
Übrigens, wenn man Plex/Jellyfin Transcoding braucht sind Intel bis Gen 10 immer noch am schmerzlosesten zu konfigurieren. Auch die Nutzung von Intel GVT-g in VMs funktioniert nur mit Intel Gen 5-10 Prozessoren.

Aber wirklich wichtig ist eher die Anmerkung einen USB2 Stick zu nutzen. Wir hatten es im Unraid Forum schon oft das USB3 Sticks in kürzester Zeit an USB3 Ports den Geist aufgegeben haben.

Gruss,
Joerg

PS: Danke für den Test. Ich dachte AMD ist noch weiter weg von akzeptablen Idle Verbrauchswerten. :-)
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Stefan (Team)
Geschrieben am05.09.2022
Hi Jörg, Danke für dein Feedback. Das Unraid nur selten auf den Flash-Speicher zugreift stimmt. Sticks mit SSD-Technik sind in der Regel deutlich langlebiger und nebenbei auch schneller. Von Temperaturproblemen habe ich hingegen noch nichts gehört. Mit Unraid funktionieren die SSD-Sticks aber wie geschrieben sowieso nicht. Ich hatte ja geschrieben, das Unraid selbst einen "high-quality, name brand USB flash device" empfiehlt.

Intel ist im Idle bisher immer besser gewesen und 8 Watt ist mit einem i5-10400 natürlich extrem gut. Ich hab jetzt nicht geschaut aber die Anschaffungskosten für ein Intel System (wie von dir beschrieben) liegen sicherlich deutlich höher da müsste man mal ausrechnen ob sich das irgendwann rentiert einen Intel zu nehmen.

Kommentar
Joerg
Geschrieben am04.09.2022
Unraid läuft aus dem RAM und schreibt nur selten auf den Flash. Deswegen ist SSD Technik hier nonsens. Es ist eher zu empfehlen einen USB2 Stick zu nutzen. Der wird weniger warm. Es ist eher so das USB3 Stick an USB3 Ports zeitnah kaputt gehen eben wegen der Wärmeentwicklung.

PS: Ich hätte ein G11 Intel Board genommen. Asrock B560m Pro 4 mit 6 SATA Ports. Dazu i5-10400. Das Board habe ich mit einer NVME auf 8W idle consumption ausgemessen. Mit 4 Platten zusätzlich max. 12W. Das ist nichtmal die hälfte vom AMD.

Gruss,
Joerg
Kommentar
Stefan (Team)
Geschrieben am18.08.2022
@Raptor2kGER was meinst Du mit durchschleifen ? Die Grafikkarte oder worauf beziehst Du dich ? Die Virtualisierung in Unraid basiert auf KVM/QEMU und kann die Grafikkarte durchreichen. Das liegt natürlich auch an der virtuellen Maschine (Gast).
Kommentar
Stefan (Team)
Geschrieben am18.08.2022
Hi Peter,
normalerweise bin ich da absolut deiner Meinung. Deswegen empfehle ich in meinen NAS-Artikeln immer den SanDisk Extreme PRO*, der auf SSD-Technik zurückgreift, bei Unraid aber wegen der nicht vorhandenen GUID nicht funktioniert.

Der Hersteller von Unraid selbst spricht als Empfehlung für den USB-Stick von einem "high-quality, name brand USB flash device". Das kann man in der offiziellen Unraid Dokumentation nachlesen.
Kommentar
Raptor2kGER
Geschrieben am18.08.2022
Hallo und danke für den tollen Artikel.
Wie klappt den die Virtualisierung der Windows und Linux Images unter Unraid?

Ich habe es nicht geschafft mit Unraid eine Intel Gemini Lake J4105 durchzuschleifen.
Klappt es ohne Probleme mit AMDs 5600G?

Danke für eine Antwort.
Kommentar
Peter V.
Geschrieben am17.08.2022
Ob es da nicht klüger wäre, einen Stick mit MLC Flash Chip zu verwenden, da dieser Flash-Typ um einiges zuverlässiger wäre ?

Es gibt nicht so viele Sticks mit dieser Technologie, da solche Sticks mit SSDs in Konkurrenz stehen. SSDs sind ja auf Zuverlässigkeit mit vielen Schreib- und Lesezyklen ausgerichtet.

Ein Stick mit MLC Flash Chip wäre der JetFlash 780 mit bis zu 64 GB erhältlich. Ob dann das Problem mit "GUID" gelöst wäre, habe ich nicht abgeklärt.

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