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Unraid - Das vielleicht beste NAS Betriebssystem im Test

Geschrieben am12.05.2020 von Stefan RSS Feed
Unraid ist ein schnelles und effizientes NAS Betriebssystem auf Linux Basis. Es verwendet als Bootloader Syslinux und ist insgesamt nur etwas mehr als 200 MB groß. Als Systemdatenträger muss zwingend ein USB-Stick fungieren. Um diesen im Betrieb nicht durch dauernde Lese- und Schreibvorgänge zu überlasten, verlagert Unraid nach dem Booten die wichtigesten Daten in den Arbeitsspeicher.

Nachdem wir immer wieder Anfragen von euch zu Unraid bekommen haben, möchten wir euch das NAS Betriebssystem hier einmal ausführlich vorstellen und seine Vor- und Nachteile beleuchten. Dabei haben wir wie immer auch auf die Effizienz geschaut, denn die ist uns und unseren Besuchern wichtig. Außerdem schauen wir uns die eingebaute Virtualisierung über Docker und die Verwaltung von Virtuelle Maschinen im Detail an.

Unraid kann entweder headless (also ohne Monitor und Eingabegeräte) oder auch direkt am Monitor verwaltet werden. Als Dateisysteme verwendet Unraid XFS für einzelne Festplatten sowie Btrfs für Pools aus mehreren Festplatten. Als Alternative wird auch das ReiserFS unterstützt. Wir haben Unraid in der Version 6.8.3 getestet, welches auf einen Linux Kernel in der Version 4.19.107 vom Februar 2020 aufsetzt. Über einen Paketmanager verfügt das System nicht direkt, es bringt aber neben den Standard-Tools wie nano, htop oder ifconfig auch eine eigene App-Verwaltung über die Community Applications mit.

Unraid - Das vielleicht beste NAS Betriebssystem im Test


Unraid ist nicht kostenlos


Im Gegensatz zu OpenMediaVault, FreeNAS oder NAS4Free benötigt Unraid nach Ablauf der 30 tägigen Testphase eine Lizenz. Die Kosten variieren dabei von 59 bis 129 USD und orientieren sich an der Anzahl der Datenfestplatten die man mit Unraid verwenden möchte. Der übrige Funktionsumfang ist in allen Versionen identisch. Für 59 USD darf man bis zu 6 Datenfestplatten einbinden, für 89 USD bis zu 12, die Pro Lizenz für 129 USD kann schlussendlich so viele Festplatten wie gewünscht verwalten. Die Lizenz wird einmalig erworben und berechtigt dann auf unbeschränkte Zeit Updates auf neuere Versionen von Unraid durchzuführen.

Die Lizenz wird an die Seriennummer des USB-Sticks, der als Betriebssystemlaufwerk fungiert, gebunden. Bei einem Defekt des USB-Sticks kann die Lizenz aber kostenlos auf einen neuen Stick transferiert werden.



Vorbereitung und Installation


Unraid richtet sich sowohl an absolute NAS Neulinge als auch an fortgeschrittene Benutzer. Die Installation ist sehr einfach aufgebaut und erfordert kein besonderes Wissen. Es gibt zwei verschiedene Arten um Unraid zu installieren, wir zeigen euch hier die unserer Meinung nach einfachste: hierzu haben wir uns den Unraid USB Creator des Herstellers heruntergeladen, der für uns automatisch das neuste Unraid Server OS herunterläd und auf einen USB-Stick kopiert. Der USB Creator ist für Windows und macOS erhältlich.

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Anschließend wird der USB-Stick vom Tool bootfähig gemacht, so dass wir uns selbst um nichts mehr kümmern müssen. Einfacher geht es kaum, denn der USB-Stick enthält dann (anders als zum Beispiel bei OpenMediaVault) bereits das installierte Betriebssystem, eine extra Installationsroutine gibt es nicht. Da dieser USB-Stick als Laufwerk für das Betriebssystem fungiert, solltet ihr hier einen ordentlichen und hochwertigen Stick nutzen.

Wir haben über die letzten Jahre sehr gute Erfahrungen mit dem Transcend JetFlash 780 - 32 GB* gemacht. Eigentlich reicht auch die kleinere Version mit 16 GB Kapazität aus, der Preisunterschied ist aber marginal und Sticks mit höherer Kapazität sind für größere Mengen an Lese- und Schreibzyklen ausgelegt. Daher die Empfehlung zur Nutzung der 32 GB Variante. Außerdem benötigt Unraid zwecks Lizenzierung zwingend einen USB-Stick mit GUID (also einer einzigartigen Seriennummer), die viele Billig-Sticks nicht haben.

Noch eine kleine Anmerkung: Unraid verfügt über eine eigene Wiki, die regelmäßig gepflegt wird. Während des Tests mussten wir einige Male die Wiki bemühen (meistens für Hintergrundinformationen) und jedes Mal konnte die Wiki unsere Fragen beantworten. Zusätzlich gibt es ein eigenes Unraid Forum, wo eine aktive und hilfreiche Community gerne ihr Fachwissen weitergibt oder Plugins (Erweiterungen) mitentwickelt.



Registrierung der Lizenz


Nach der Installation muss der USB-Stick nun nur noch an den gewünschten NAS-Server gesteckt werden. Nach dem Start bootet Unraid standardmässig in den ressourcenschonenden headless Modus. Hier erfolgt die Verwaltung über ein modernes Webinterface, welches ihr von einem beliebigen PC im Netzwerk via Browser erreicht. Rudimentäre Englisch-Kenntnisse sollten übrigens vorhanden sein, denn Sprachpakete gibt es in Unraid nicht, so dass nur Englisch als Sprache verfügbar ist.

Nach dem ersten Start (es ist Anfangs keine Authentifizierung erforderlich) müssen wir zunächst eine Lizenz erwerben. Für die 30-tägige Testversion, für die wir uns entschieden haben, fallen natürlich keine Kosten an. Die Testversion ist mit keinen Einschränkungen versehen und ermöglicht es Unraid vollumfänglich zu testen.

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Auch die Testlizenz bindet sich direkt an den USB-Stick bzw. dessen Seriennummer. Die Eingabe weiterer Daten ist nicht erforderlich, so dass sich die Testlizenz binnen weniger Sekunden auf unserem USB-Stick befand. Um Fehler bei der Registrierung zu Vermeiden, ist es unbedingt erforderlich, dass die Systemzeit korrekt eingestellt ist. Idealerweise passiert das über einen NTP-Zeitserver, der auch schon voreingestellt ist.



Die ersten Schritte


Unraid ist anfangs leider relativ schlecht abgesichert bzw. für Anfänger ungeeignet eingestellt. Zwar scheint der Hersteller den Start für Anfänger so einfach wie möglich machen zu wollen, leiden tut darunter aber die Sicherheit. Ein System welches nur den Benutzer "root" besitzt, der zudem nichtmal mit einem Passwort abgesichert ist, ist definitiv nicht Stand der Technik. Daher geben wir euch hier ein paar Tipps, mit denen ihr eure Unraid Installation sicherer machen könnt.

Als aller erstes sollte man im Benutzermenü dem root Benutzer ein Passwort geben, damit unbefugte Personen keine Einstellungen an dem NAS vornehmen können. Nach der Eingabe des Wunsch-Passwortes muss man sich dann erstmal authentifizieren.

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Die Einstellungen sind sehr einfach strukturiert und verfügen teilweise über eine umschaltbare Ansicht, so dass Anfänger nicht so schnell überfordert sind. Experten werden sich häufig in der erweiterten Ansicht wohler fühlen. Standardmäßig verfügt Unraid über eine Verwaltung für virtuelle Maschinen (VMs). Hier lässt sich zum Beispiel ein Windows 10 direkt auf dem NAS starten. Dazu später mehr. Außerdem steht eine Verwaltung für Docker Container zur Verfügung, die aber die Installation der Community Applications voraussetzt.

Zudem empfiehlt es sich für den späteren Zugriff auf die Daten bzw. Freigaben einen eigenen Benutzer ohne root-Rechte zu erstellen. Die Sicherheitseinstellung der Standard-Freigaben ist übrigens vom Start an auf "öffentlich" gesetzt. Das bedeutet, dass jeder im Netzwerk Zugriff auf diese Freigaben hat und sogar Daten schreiben bzw. ändern darf. Die Zugriffsrechte der Standard-Freigaben sollte man also ebenfalls direkt am Anfang in "privat" abändern.


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Die Einstellungen in Unraid sind schön übersichtlich dargestellt und schon nach einer kurzen Eingewöhnung findet man sich intuitiv zurecht.



Nachrichteneinstellungen


Wer schonmal mit einem NAS gearbeitet hat, weiß das die Nachrichteneinstellungen zu den wohl wichtigsten Einstellungen gehören. Denn wenn eine Festplatte in einem NAS ausfällt, muss man darauf schnell reagieren können um einen Datenverlust zu verhindern. Unraid unterstützt dabei eine Vielzahl an Benachrichtigungsmöglichkeiten, darunter E-Mail, Slack oder den Messenger Telegram.



Unraid unterstützt eine Vielzahl an Einstellungen und Tools. Für die VM-Verwaltung von Windows Gastsystemen kann man komfortabel die neusten VirtIO Treiber herunterladen lassen. Natürlich ist es außerdem möglich VirtIO Treiber selbst z.B. bei Fedora herunterzuladen und in Unraid zu verwenden. Die VirtIO Treiber werden benötigt um alle Komponenten an eine Windows Gast-VM durchzureichen. Wie das im Detail funktioniert, erklären wir euch im Abschnitt zur Verwaltung von Virtuellen Maschinen.

In den Netzwerkeinstellungen von Unraid lassen sich auch sehr einfach Ausfallkonfigurationen erstellen, außerdem unterstützt Unraid APC-kompatible, unterbrechungsfreie Stromversorgungen zum Schutz vor Datenverlust bei Stromausfällen. Im Update Manager lassen sich die aktuellen Release Notes übersichtlich anzeigen und die Reihenfolge im Boot-Manager kann ebenfalls direkt über die Weboberfläche eingestellt werden. Zur Prüfung des Arbeitsspeichers auf Fehler enthält Unraid übrigens das Programm Memtest, welches direkt über den Boot-Manager gestartet werden kann.




Datenfestplatten, RAID und Dateisysteme


Unraid nutzt für die Erstellung eines Raids nicht den Linux Software-Raid mdadm (den etwa OpenMediaVault nutzt). Mehrere Festplatten werden zu so genannten Pools (ähnlich wie in FreeNAS die ZFS-Pools) zusammengefasst. Dabei werden die Raid Level 0, 1, 5 und 6 imitiert. Die maximale Anzahl an Paritätsfestplatten liegt bei 2 pro Pool. Die Kapazität der verwendeten Datenfestplatten wird auch dann voll ausgenutzt, wenn diese unterschiedlich groß sind. Einzige Vorgabe ist, dass die Paritätsfestplatte(n) immer die größten im Pool sein müssen.

Unraid unterscheidet zwischen vier Arten von Datenträgern:
  • Eine oder mehrere Datenfestplatten im alleinigen Betrieb (xfs Dateisystem)
  • Zwei oder mehrere Datenfestplatten zur Verwendung in einem Raid-ähnlichen Pool (Btrfs Dateisystem)
  • Eine oder mehrere Cache Festplatten (z.B. SSDs) zur Beschleunigung der Lese- und Schreibzugriffe
  • USB-Stick für das Betriebssystem

Anders als in einem herkömmlichen RAID-Verbund werden die Dateien nicht in kleine Stücke zerteilt und gleichmäßig auf die Festplatten aufgeteilt, sondern jede Datei immer komplett in einem Stück auf eine Festplatte geschrieben. Aus diesem Grund lässt sich eine Festplatte aus einem Unraid Pool auch einzeln in einem anderen System einbinden und auslesen. Das kann bei Datenrettungsaktionen natürlich sehr hilfreich sein. Streamt man z.B. ein Video von einer Festplatte, können die restlichen Festplatten nach einiger Zeit in den Standby-Modus wechseln, was einiges an Energie sparen kann.

In den Einstellungen der Freigaben lässt sich diese Speicherlogik für jede Freigabe detailliert festlegen. Dabei hat der Benutzer die Wahl, ob die Aufteilung von Dateien in einem Pfad (Verzeichnis) erfolgen soll oder ob bestimmte Pfadebenen zusammen auf der gleichen Festplatte abgelegt werden sollen. So könnte man z.B. seine komplette Musik immer auf Festplatte Nr. 1 speichern, während Bilder immer auf Festplatte Nr. 2 abgelegt werden. Größere Videos könnte man hingegen über alle übrigen Festplatten verteilen lassen.

Pools können jederzeit durch das Hinzufügen einer neuen Datenfestplatte vergrößert werden, so lange diese nicht größer als die Paritätsfestplatte(n) des Pools ist. Außerdem lassen sich auch einzelne Festplatten durch neue austauschen. Dabei darf die neue Festplatte über eine andere Kapazität als die zu ersetzende verfügen. Wie das Ersetzen einer Datenfestplatte in einem Unraid Pool im Detail funktioniert, hat der Hersteller in seiner Wiki ausführlich beschrieben.

Vielleicht ist es auch interessant zu wissen, dass diese Freigaben auf Wunsch auch Copy-on-Write unterstützen. Das bedeutet, dass Kopien von Dateien erst dann wirklich als neue Datei (Kopie) angelegt werden, wenn sich diese von der Ursprungsversion der Datei unterscheiden. Das ist zum Beispiel bei mehreren Benutzern sinnvoll, die teilweise mit den gleichen Daten arbeiten. So lange zwei oder mehrere Benutzer die gleiche (unveränderte) Datei nutzen, belegt diese nur 1x den benötigten Speicherplatz auf den Datenträgern.

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Der Nachteil an dieser Speicherlogik ist, dass Unraid nicht von einem Geschwindigkeitsvorteil bei der Verwendung von mehreren Festplatten profitiert. Ein moderner, herkömmlicher Raid 5 Verbund aus mehreren Festplatten erreicht zum Beispiel ohne Probleme Transferraten von bis zu 1 GB pro Sekunde, was bei der Verwendung von 10 Gibt (oder schnelleren) Netzwerkschnittstellen auch erforderlich ist. Da im privaten Bereich aber zumeist nur 1 Gibt Netzwerk verfügbar ist, sollte dieser Nachteil zumindest aktuell für die meisten Nutzer zu vernachlässigen sein.

Außerdem gibt es durch die Möglichkeit schnelle Festplatten oder gar SSDs als Cache zu nutzen eine Abhilfe: Unraid kann diesen Cache nutzen um den Zugriff auf häufig verwendete Dateien deutlich zu beschleunigen. Der Cache kann dabei auch mehrere Festplatten oder SSDs umfassen, die dann die Speicherlogik eines RAID 0 besitzen: Daten werden im Cache auf die Cache-Disks aufgeteilt um den Zugriff nochmal zu beschleunigen. Auf die Datenintegrität muss Unraid bei den Cache-Disks nicht achten, da die Originaldateien ja nochmal sicher auf den Datenfestplatten liegen.

SSDs (SATA und NVME) werden erkannt und unterstützt, allerdings nur mit Einschränkungen. So empfiehlt der Hersteller die Nutzung von SSDs vorrangig als Cache-Disks und nicht für die Nutzung als Datenfestplatte in einem Pool. Es gibt bei der Nutzung von neueren SSDs wohl grundsätzlich keine Bedenken, eine Garantie für den ordnungsgemäßen Betrieb von Daten SSDs möchte der Hersteller aber aktuell noch nicht geben, da noch zu wenige Erfahrungen dazu vorliegen.



Nach dem Hinzufügen einer neuen Festplatte muss diese zunächst mit einem Dateisystem versehen werden. Erst danach kann Unraid die Festplatte einhängen und damit nutzbar machen. Unraid bezeichnet die erstellten Pools als Array. Das Array kann manuell oder auch automatisch gestartet werden. Erst wenn das Array gestartet ist, kann dieses von den Diensten des NAS Betriebsystems auch genutzt werden.

Unraid unterstützt außerdem die Verschlüsselung von Daten auf allen unterstützen Dateisystemen. Wir vermuten, dass es sich bei der Verschlüsselung um LUKS (Linux Unified Key Setup) handelt. LUKS ist das Standardverfahren zur Festplattenverschlüsselung unter Linux und zeigt auf modernen CPUs mit AES-Ni Funktionen kaum Performance-Verluste gegenüber unverschlüsselten Daten. Wer seine Daten verschlüsselt, sollte unbedingt an ein Backup seiner Unraid Konfiguration bzw. des Schlüssels zum Lesen der Daten denken. Verschlüsseln lassen sich übrigens auch die Cache-Disks.

In den Einstellungen der Festplatte lassen sich noch eine Vielzahl an Parametern anpassen. Etwa ab welcher Temperatur der Festplatte eine Warnung bzw. einen kritischen Fehler erkennt und den Benutzer benachrichtigt. Da die Temperatur der Festplatten eines der wichtigsten Merkmale in einem NAS ist um einem Datenverlust vorzubeugen bzw. um die Lebenszeit der Datenfestplatten möglichst lange zu halten, finden wir so eine feine Einstellung sinnvoll. Eine schnelle SSD darf natürlich wärmer werden als eine herkömmliche 3,5 Zoll Festplatte.

Unraid liest auch die S.M.A.R.T. Werte der Festplatten aus und benachrichtigt bei einem zu hohen oder kritischen Wert.



Docker


Wie auch z.B. in OpenMediaVault oder FreeNAS ist es auch in Unraid möglich, die Funktionalität des Systems durch die Installation von Plugins zu erweitern. Zusätzlich dazu setzt Unraid aber deutlich stärker auf Docker und eine vollumfängliche VM-Verwaltung. Hier scheint das System im Bereich von Docker noch in einer Umbauphase zu stecken, denn eigentlich konnte man in der Vergangenheit Docker über das Basissystem direkt konfigurieren.

Dies hat sich nun verändert: die Verwaltung findet am Besten über die Community Applications statt, die ein Plugin für Unraid sind. Dieses Plugin fügt einen weiteren Menüpunkt zu Unraid hinzu, der sich "Apps" nennt. Unter diesem Punkt lassen sich alle verfügbaren Plugins und Docker Container anzeigen und durchsuchen. Das funktioniert recht gut und einfach.

Zunächst muss man dazu aber das Community Applications Plugin über den Plugin-Bereich von Unraid hinzufügen:

https://raw.githubusercontent.com/Squidly271/community.applications/master/plugins/community.applications.plg




Wer Docker nicht kennt, wird sich vielleicht fragen wo hier der Vorteil zu einer VM liegt, denn im Grunde ist jeder Docker Container nichts anderes als eine kleine VM. Der Vorteil bei Docker liegt in der einfachen Konfiguration und der Möglichkeit Container Updates sehr einfach ohne großen Aufwand durchführen zu können. Man muss sich also nicht manuell darum kümmern, dass der Container auf dem neusten Stand bleibt. Dies ist bei einer herkömmlichen VM deutlich aufwändiger.

Dabei stellt jeder Docker Container nur einen speziellen Dienst bereit, wie z.B. Nextcloud, den Plex Medien Server oder auch eine MySQL Datenbank. Jeder Container läuft isoliert und kann nicht oder nur sehr eingeschränkt auf die Daten des NAS zugreifen. Vom Sicherheitsaspekt her ist Docker daher noch sicherer als eine VM auf der dann mehrere Dienste parallel laufen.



Verwaltung virtueller Maschinen (VMs)


Natürlich gibt es Anwendungsfälle, in denen ein Docker Container nicht mehr ausreicht. Unraid besitzt daher auch eine umfangreiche Verwaltung von virtuellen Maschinen. Genutzt wird libvirt, welches viele Tool unter Linux zusammenfasst. Es können ebenso moderne Grafikkarten (setzt VT-d bzw. AMD-V Hardwareunterstützung voraus) wie auch USB-Geräte an eine VM weitergereicht werden. Beides kann z.B. Microsofts Hyper-V nur sehr eingeschränkt.

Unraid nutzt für Windows VMs die VirtIO-Treiber von Red Hat Enterprise Linux bzw. Fedora Linux. Während der Windows Installation im Gast müssen bereits Treiber manuell nachgeladen werden, damit Festplatten und andere Geräte korrekt erkannt werden. Das ist relativ aufwändig und nichts für Anfänger. Das geht bei anderen Virtualisierungslösungen wie Microsoft Hyper-V oder Oracle VirtualBox deutlich einfacher.

Nach Abschluss der Windows Installation in einer VM muss man dann noch folgendes nachinstallieren:

  • Balloon Treiber
  • NetKVM Treiber
  • VioSerial Treiber
  • VioStor Treiber
  • Installation des QEMU / KVM Agenten

Wieder der Vergleich zu Hyper-V und VirtualBox: hier muss man nur eine Software nachinstallieren, die alle benötigten Treiber enthält. Hier ist bei der von Unraid genutzten Software also noch deutliches Verbesserungspotential um die Nutzung vor allem für Anfänger einfach zu machen.



Für Fortgeschrittene Benutzer ist die Virtualisierungsumgebung von Unraid allerdings ein Traum: mittels CPU-Pinning lassen sich den Docker Containern oder einer VM gezielt einzelne oder auch mehrere CPU-Kerne zuweisen. Eine Windows VM darf zudem auch eine Sub-Virtualisierung mit Hyper-V durchführen. Aus Sicherheitsgründen ist es zudem auch möglich einzelne CPU-Kerne zu isolieren.

Die Installation (und auf Wunsch auch die spätere Verwaltung) einer VM wird in Unraid über eine VNC-Webanwendung grafisch ermöglicht. Das funktionierte in unserem Test gut und zuverlässig.



Fazit


Als jemand der bereits seit einigen Jahren NAS Systeme auf OpenMediaVault oder FreeNAS Basis nutzt, war ich bereits nach einer kurzen Eingewöhnungszeit wirklich begeistert von Unraid. Das System arbeitet sehr Ressourcen-schonend und ist wirklich effizient.

Kritik kann man sicherlich am Lizenzmodell üben, obgleich wir die Preise (es handelt sich ja nicht um ein Abo sondern um eine Einmalzahlung) für fair halten. Auch das es Unraid nur in englischer Sprache gibt, wird den einen oder anderen Benutzer sicherlich abschrecken. Die meisten sollten aber auch mit geringen Englisch-Kenntnissen keine Probleme mit Unraid haben, da es sich hier meist eh um fachspezifische Wörter handelt, die den meisten bekannt sein sollten.

Die Docker-Verwaltung empfanden wir als einfach und schnell zu überblicken. Das ist zum Beispiel bei OpenMediaVault nicht so schön gelöst. Bei der Virtualisierung von Unraid sind wir zwiegespalten: eine nicht so einfache Konfiguration und Installation trifft hier auf sehr weitreichende Funktionen. Gerade das Durchreichen von modernen Grafikkarten an eine VM kann für den einen oder anderen sicherlich ein Kaufgrund sein.

Wir werden Unraid auf jeden Fall weiter im Auge behalten und euch von Zeit zu Zeit mit neuen Informationen rund um das NAS Betriebssystem versorgen. Ob Unraid nun das beste NAS Betriebssystem ist ? Das liegt an euren Anforderungen. Aktuell sehen wir Unraid, OpenMediaVault (Anleitung) und FreeNAS als die besten NAS Betriebssysteme an. NAS4Free ( Anleitung) kann auch für den ein oder anderen interessant sein.



Unsere aktuellen NAS-Zusammenstellungen in der Übersicht


Ihr habt jetzt Lust auf ein Eigenbau NAS bekommen ? Wir haben für euch eine Übersicht aller aktuellen NAS Zusammenstellungen erstellt. Diese Liste wird ständig aktualisiert und ist damit immer auf dem letzten Stand. Alle Systeme können mit einem beliebigen Betriebssystem (z.B. Windows 10, Linux oder FreeBSD) genutzt werden.

Wir nutzen als Standard-NAS Betriebssystem in unseren Artikeln OpenMediaVault, welches auf Debian Linux aufsetzt und eine Weboberfläche mit allen benötigten NAS-Funktionen zur Verfügung stellt. Linux Fachwissen wird nicht benötigt.

NameHDDsProzessorCB 15 MCECCLetztes UpdatePreis
NAS Starter 2.02Raspberry Pi 4 B*--Nein07/2019ab 67 €
NAS Basic 2.04Intel Celeron J4105 onBoard*263 cbNein03/2018ab 250 €
NAS Advanced 3.0B6+AMD Athlon 3000G*388 cbNein01/2020ab 255 €
NAS Expert 3.06+Intel Pentium G5400*403 cbJa01/2020ab 455 €




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Kommentare (11)

Kommentar
Stefan (Team)
Geschrieben am15.10.2020
Ja auf das FujitsuD3644-B kannst Du intern einen USB-Stick stecken. Einen Cache KANNST Du mit Unraid nutzen, MUSST es aber nicht. Bei den jetzt immer niedrigeren Preisen von SSDs würde ich mir bei deinem Setup aber eine Cache Disk leisten. Unraid selbst empfiehlt eine Cache-Disk Größe äquivalent zu der pro Tag transferierten Menge an Daten. Wenn Du also nicht mehr als 250 GB pro Tag an Daten überträgst, bringt dir eine größere Cache Disk kaum einen nutzen. Ich persönlich würde aber keine Cache Disk unter 1 TB nutzen. Ganz einfach weil die Preise aktuell niedrig sind und man ja nie weiß was noch kommt :)
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Andreas
Geschrieben am15.10.2020
Ich möchte auf Euer NAS-Expert System (mit ECC!!) mit einem FujitsuD3644-B Unraid installieren. Hab ich es richtig verstanden, dass ich einen USB-Stick (Transcend 32GB JetFlash 780 USB 3.1) für das Betriebssystem direkt auf dem motherboard stecken kann??
Eine SSD mit PCIe 3.0 x4 brauche ich bei unraid also als Cache. Hier wurde die MZ-V7E250BW 970 EVO 250 GB empfohlen. Würde die MZ-V7E500BW 970EVO 500GB etwas bringen? Die hat den doppelten Speicher und kostet auch nur wenig mehr.
Als RAM soll 16GB Kingston Server Premier KSM24ED8/16ME DDR4-2400 ECC DIMM CL17 Single rein.
Es werden 6x 3TB und 1 x 8TB WD Red* zum Einsatz kommen.
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Tobias
Geschrieben am09.10.2020
@Uno
Welcher USB Stick konkret ist immer „heiss“ diskutiert aber eigentlich völlig unkritisch, wie Marc schon klar gemacht.
Der Stick muss eine GUID haben und, wenn ich mich nicht irre, kleiner als 32 GB sein (wobei 8 GB locker reichen würden).
Sehr stark anzuraten ist USB 2.0 zu nehmen und den Stick auch an einem USB 2.0 Port zu betreiben. Ersteres weil die USB 3 Sticks oft eher heiß werden und damit eher einen Hitzetod sterben, letzteres weil die Kompatibilität allgemein besser ist. Beliebt ist z.B. SanDisk Cruzer Fit in der USB 2.0 (!) Ausführung, weil der nicht so weit rausragt und daher kaum beschädigt werden kann. Die kurzen Sticks werden natürlich ggf. eher warm. Für längere Sticks bitte überlegen so ein Adapter auf interne Header zu nehmen, dann ist der Stick aus dem Weg.
Der Rest ist vielfach Geschmack und Glücksache. Manche kaufen oder meiden bestimmte Marken, andere nehmen extra die ganz Billigen oder Werbegeschenke, denn die sind meist langsam aber haltbar. Der USB-Flashspeichermarkt ist leider überseht von stillen Produktänderungen und ohne Ende Fälschungen. Daher in Unraid Backup vom Stick machen.
Spaceinvader One hatte letztens ein Video zu Sticks gemacht – da mal reinschauen.

Der Kern ist ja die Unraid Lizenz, die mit dem Stick verbunden ist. Die Unraid Lizenz kann man nach Kauf einmal direkt auf einen anderen Stick umziehen/reaktivieren. Sprich, falls man einen Frühausfall hat. Und danach dann einmal im Jahr. Für mehr muss man sich an den Support wenden.
Mein Tipp ist, auf jeden Fall den Testzeitraum 30 Tage plus die zweimal 15 Tage Verlängerung voll auszunutzen bevor man kauft. Der Server und das Array läuft darüber hinaus auch weiter, du kannst dann nur das Array, wenn gestoppt, dann nicht mehr starten. Kannst dann direkt aus Unraid heraus die Lizenz kaufen und sofort aktivieren. (Nur sicherstellen, dass dein Paypal Passwort nicht in einem Passwort Manager auf Unraid gespeichert liegen oder sowas....)
Wie gesagt, bisschen Glückssache, manche fackelt drei Markensticks in einem Jahr ab, andere haben Sticks, die gerade rumlagen seit 10 Jahren am Laufen. Letzteres ist tendenziell die Regel, aber das ist halt die Spanne.
Kommentar
Marc Gutt
Geschrieben am07.10.2020
@Uwe
Man darf kein Boot-Medium wie einen Knoppix Rettungsstick oder Windows 10 Installationsstick mit einem Boot-Laufwerk verwechseln. Also die Begriffe decken sich vermutlich auch irgendwo, aber gemeint ist einfach, dass man keinen USB-Stick für den dauerhaften Betrieb eines Betriebssystems verwenden soll. Doch ist das bei Unraid nicht genau der Fall? Nein, denn wie ein Knoppix Stick, wird das Betriebssystem beim Booten vollständig in den RAM geladen. Danach wird nicht mehr auf den Stick zugegriffen, außer man installiert sich ein Plugin oder ähnliches. Aber auch dann wird das Plugin nur für den nächsten Neustart auf dem Stick gespeichert, damit man nicht immer seine Plugins neu installieren muss, falls man den Server neu startet.

Unraid hat sich für diesen Weg entschieden, weil es jegliche Installation spart. Alle anderen Betriebssysteme muss man bekanntlich erstmal installieren und opfert dadurch vielleicht sogar ein komplettes Laufwerk oder vermischt Storage und Betriebssystem durch Partitionierung. Unraid installiert sich quasi bei jedem Booten neu in den RAM. Bei wenigen Hundert MB eine Sache von wenigen Sekunden. Für den Nutzer ist das einfacher und der Hardware-Wechsel ist auch einfach. Ich habe zB mein Mainboard und meine CPU gewechselt und Unraid bootete sofort mit der neuen Hardware, als hätte ich nie etwas anderes genutzt. Ich kenne ja den einfachen Umzug von einem Synology NAS zum anderen, aber das war noch mal ein ganz anderes Level der Einfachheit.

Natürlich könntest du eine kleine klassische SSD in ein USB Gehäuse packen und da Unraid drauf packen, aber man hat eben nichts von dem vielen Speicherplatz der SSD und ob der Server nun 2 Sekunden schneller bootet (weil die SSD schneller ist als der Stick), dürfte am Ende auch egal sein.
Kommentar
Uno
Geschrieben am07.10.2020
Auch hier vielen Dank für den Bericht, wirklich sehr informativ. Eine Frage ist für mich noch nicht klar: Einerseits wird von USB Sticks als Bootmedium generall abgeraten (in einem anderen Beitrag) andererseits muss man Unraid via Stick booten. Was gilt nun oder welchen Stick kann soll man am besten kaufen? Vielleicht einer mit SSD Technologie?
Dank und Gruss
Kommentar
Tobias
Geschrieben am07.10.2020
@Marc Gutt Habe mich auch gewundert, welche SSD Probleme DFFVB konkret meint. Es gab ganz früher wohl was mit NVMe und jetzt konkret – zu mindestens für die 6.9 Beta – wurde ein Sektor Alignment Problem (speziell mit Samsung EVOs?) behoben: „fix non-rotational device partitions were not actually being 1MiB aligned“.
Stichwort 6.9 Beta: Hier kann man jetzt mehrere Pools anlegen. (Der Cache ist/war vorher der eine erlaubte Pool.) Vorher konnte man sich schon ganz gut mit dem Unassigned devices Plugin behelfen, wo aber nicht unmittelbar sowas wie Raid-Level ging. Nun kann man mehrere Pools basieren auf BTRFS anlegen und bei den Shares individuell festlegen, welchen einen Pool man als Cache nutzen will. (Inklusive natürlich Cache-Only Option, was quasi dem Unassigned devices Plugin entspricht.) Was für ambitionierte User, ohne Frage, aber schön, dass es nun integriert ist.

Dein Build gefällt mir richtig gut. Ich habe mir vor ein paar Monaten ein NAS im DS380 Case mit Supermicro A2SDi-8C-HLN4F / Atom C3758 gebaut mit Ziel sparsam & primär Storage-Fokus plus bisschen HomeLab. Ich bin vom Idle Verbrauch auch etwas enttäuscht. Komme da auf deine Werte, als du getestet hast. (Wobei die zwei Server SSDs sicherlich nicht helfen.) Hätte auf 10 Watt weniger gehofft. Nun brutzele ich aktuell aus gegeben Anlass 7 von 8 Kernen mit BOINC, was nur ganz gute ca. 10 Watt Mehrverbrauch zu Idle bedeutet, aber dennoch: Ich brauche weder die vielen LAN Ports noch zwingend IPMI des Supermicro. Nun, mit Blick auf deine Hardware, brauche ich zwar auch keine Hardware En-/Dekodierung, dennoch wäre die Option sehr nice, spezielle wenn sie ohne oder sogar mit weniger Idle Mehrverbrauch zu bekommen ist. Denke ernsthaft drüber nach umzubauen.

Allen anderen ist zu raten sich Marcs Build für NAS anzusehen. Im Idle sparsam, Performance, wenn gebraucht, viele integrierte SATA Ports, ECC-Support, Prozessor mit Intel Quick-Sync + iGPU Intel UHD 630 (sprich potente Hardware- Video En-/Decodierung. Bin jetzt nicht bei Plex, Emby etc. unterwegs, aber wer da was machen will, sollte sich wohl da informieren, dass die Hardware mit HDR / Tonemapping klar kommt. YMMV.)

Naja, so oder so ist hier Unraid nice, da es doch sehr flexibel und portierbar ist, was andere Hardware angeht. (Hatte erst 4/5-Port Synology im Blick. Solide, super stabil, gute Community. Aber gerade, wenn man langfristig flexibel & potentiell mehr als 4 Laufwerke nutzen will, wird Unraid zunehmend interessant, von der Erweiterbarkeit, Portierbarkeit und auch von den Kosten her.)

Was eingebauter Explorer und Sicherung/Backup angeht, kommt mir das extrem bekannt vor von den Feature Requests, planned Features oder so, aber da es diverse Docker gibt, wäre ich doch freudig überrascht, wenn da sobald was käme. Da fände ich als integriertes Feature SMB-Shares auf BTRFS-basiertem Array mit Snapshoting viel interessanter. (Neidvoller Blick Richtung FreeNAS & ZFS.)
Kommentar
Marc Gutt
Geschrieben am06.10.2020
@DFFVB
Fummelei bei VMs? Unraid besitzt mit die einfachste Oberfläche für die Verwaltung von VMs. Ich mache nicht viel damit, weil Docker einfach ressourcensparender ist, aber ich nutze zB eine Lubuntu VM auf der ich Real VNC installiert habe und über das ich einen Unraid Backup-Server ohne Port-Freigabe an einem externen Standort fernwarte. Viele nutzen Unraid sogar als Desktop PC und nutzen Linux und Windows im Wechsel per VM (die iGPU gibt dann Unraid aus und jede weitere GPU ist dann ein anderes Betriebssystem).

Probleme mit SSDs? Welche sollen das sein? Du kannst problemlos ein SSD only NAS mit Unraid bauen. Das ist sogar perfekt, weil der eigentliche Nachteil von Unraid, der einzelne langsame Lesezugriff, komplett wegfällt und ohne ein RAID wie bei einem klassischen NAS auch die Abnutzung der SSDs viel kleiner ist. Nur mit SSDs würde ich in jedem Fall auf Unraid setzen.

Backups: Von welchen Backups sprichst du? Von Unraid ein Backup zu erstellen ist ein Klick. Dann hat man ein ZIP des kompletten Sticks. Sprichst du von VMs? Dann erstell per BTFRS ein Snapshot und sichere dies mit BTRBK auf ein externes Ziel. Ja, wäre per Script, ist aber wirklich nicht schwer zu ergooglen. Sprichst du von Clients? Die beste Methode zB in Windows: rechte Maustaste aufs User-Verzeichnis, Freigabe erstellen, Usernamen mit Leserechten hinterlegen und dann mit dem Unassigned Devices Plugin den PC als SMB Server mounten (geht per Schritt für Schritt Assistent). Zuletzt ein simples rsync Script, das die Daten vom Client abholt und per CA Users Script Plugin automatisch gestartet wird. Erfordert keine Software-Installation und läuft ohne Installation einer Software auf dem Client und ist sogar sicher gegen Ransomware (NAS hat nur Leserechte, Client hat gar keinen Login vom Backup-Share). Für mobile Clients bietet sich sonst Nextcloud an.

Früher hatte ich eine DS1618+, aber mir hat das NAS einfach viel zu viel Strom gefressen und die nächste Größe (8-Bay) wäre zu teuer geworden und die Performance im Vergleich zu meinem jetzigen Server ist ein Witz und nein ich habe keinen Dual CPU Xeon oder sowas. Hier mein Selbstbau:
https://www.computerbase.de/forum/threads/selbstbau-nas-im-10-zoll-rack.1932675/

Und mit Performance meine ich volle Auslastung von 10G und problemlosem Transcoding von 4K Filmen. Der aktuelle UHD630 von Intel ist der Hammer. Für mich ist nicht nachvollziehbar warum Synology keinen (alten) i3 oder zumindest Pentium Gold verbaut. Die 8. und 9. Intel Generation bieten doch alles was man braucht (Performance, günstig, iGPU und ECC Support).

Das einzige was für richtige Noobs bei Unraid fehlt ist ein integrierter Datei Explorer und ein Assistent zur Sicherung in den Cloud. Also vorzugsweise eine rclone GUI mit Zeitplanung. Aber das kommt bestimmt auch irgendwann. Wenn du fragen hast, dann hau sie ins deutsche Unraid Unterforum. Gibt viele nette Leute, die einem helfen.
Kommentar
Stefan (Team)
Geschrieben am11.08.2020
@ Tobi: Danke für dein Feedback. Ich werde den Festplatten-Part die Tage nochmal überarbeiten.
Kommentar
Tobias
Geschrieben am11.08.2020
Die Beschreibung der ganzen Festplatten, etc. Problematik ist etwas verwirrend – wahrscheinlich da Bezeichnungen und Konzepte zu sehr aus ZFS-Sicht beschrieben wurden.
Also es gibt erstmal ganz easy vorweg den USB Stick mit dem Betriebssystem. Da auf den Stick nur sehr wenig bis gar nicht drauf geschrieben wird und am Anfang einmal quasi alles in dem Arbeitsspeicher geladen wird, ist Haltbarkeit und Geschwindigkeit da nicht so ein Thema.

Das „Array“: Dies ist der Datenspeicher auf den von Anfang an das Unraid System basiert. Hier lassen sich bis zu 28 Festplatten als Datenspeicher zusammenfassen. Zusätzlich kann man kann man ‚keine‘, eine oder zwei Festplatten als so genannte „Parity“ festlegen. So viele Festplatte wie Parity Festplatten können dann ausfallen und wiederhergestellt werden. (analog zu RAID5 und 6) Die Daten im Array werden aber nicht RAID-artig bitweise verteil, sondern jede Datei liegt komplett auf einer Daten-Festplatte. Die Festplatten werden normal mit XFS formatiert. BTRFS und RaiserFS sind auch möglich, Verschlüsselung optional mit LUKS. Die Festplatten kann man also entnehmen und an einer beliebigen Linux Maschine auslesen. Leseperformance entspricht der Performance einer einzelnen Festplatte. Schreiben, wenn Parity-Laufwerke genutzt werden, etwa ein Drittel Datenrate. Die maximal nutzbare Größe der Datenfestplatten entspricht der kleinsten Parity Festplatte. Das Array lässt sich relativ beliebig bei Bedarf Stück für Stück erweitern. (Dies ist auch der historische Kern von Unraid: Gemacht für freischaffende Foto – und Video-Menschen, die wachsenden Platz, aber nicht unbedingt echte RAID Performance brauchen, sondern lieber die Möglichkeit möchten, gelegentlich, wenn Bedarf und Geld da ist, eine weitere Festplatte anzuschaffen, um das eigene Projektarchiv zu vergrößern.)

Neben dem Array gibt es noch „Pools“ bzw. den „Cache“: In der aktuellen Version genau einen Pool, der dann meist Cache genannt wird. Ab Version 6.9. sind dann mehrere Pools möglich. Als XFS formatiert kann ein Pool nur jeweils eine Festplatte enthalten, Standard ist aber BTRFS so das quasi RAID1, 0 und für die Abenteuerlistigen auch RAID 5 möglich sind. Üblich bisher war eine SSD als Cache und wer Redundanz wollte, hat halt zwei reingemacht. Die Festplatten werden dann automatisch „gespiegelt“. (So nicht korrekt in BTRFS aber nahe genug.)

Man nutzt jedoch normalerweise weder Array noch Cache direkt. (Pools geht jedoch prinzipiell.) Man legt stattdessen „Shares“ / Freigaben an. Hierbei kann man u.a. festlegen ODER ob die Daten des Shares ausschließlich auf dem Array, ausschließlich auf einem Pool/Cache liegen sollen ODER ob diese bevorzugt auf dem Pool/Cache liegen sollen (und nur Überlauf auf das Array, wenn kein Speicherplatz) ODER ob der Pool/Cache genutzt werden soll beim Schreiben der Daten, aber die Daten dann später durch den „Mover“ vom Cache auf den Pool geschoben werden. (Cache in Unraid funktioniert also anders als in ZFS. Ist mehr so Schreibcache.) Bzgl. des Arrays kann man bei Shares noch festlegen, welche HDDs im Array genutzt bzw. ausgeschlossen werden sollen für Daten von diesem Share.
Kommentar
Stefan (Team)
Geschrieben am17.05.2020
Für Systemdateien und Docker kannst Du die Auto Update Applications über die Community Applications benutzen. Das kann ich später nochmal in den Artikel mit aufnehmen. Außerdem empfiehlt sich RClone. Mit diesem Plugin kannst Du auf ein Netzwerklaufwerk oder direkt in die Cloud (alle größeren Anbieter werden unterstützt) backupen.
Kommentar
DFFVB
Geschrieben am16.05.2020
Endlich mal wieder ein spannender Artikel. Hatte lange überlegt es mal zu testen, aber die Fummlei bei VMs, und Probleme bei SSDs (habe SSD only), halten mich dann doch ab.

Was ich ein spannendes Feature finde: Das "Moving", es wird also auf SSD geschrieben und einmal am Tag wird es auf langsamere HDDs/ SSDs geschoben.

Allerdings sollen Back-Ups schwer zu machen sein, und noch schwerer wieder herzustellen.

Fände ich schön, wenn ihr darauf achten würdet. Ich finde Back-Ups vom NAS sind ein zentrales Anforderungsmedium.

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