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Die perfekte Hardware fürs GPU-Mining

Geschrieben am21.09.2021 von Dennis RSS Feed
Was nun tatsächlich die perfekte Hardware für das GPU-Mining ist wissen wir natürlich nicht, dafür gibt es einfach zu viele Möglichkeiten einen GPU-Mining Rechner zusammen zu stellen. Allerdings haben wir uns jetzt ein halbes Jahr intensiv mit dem Thema auseinander gesetzt und dabei viele Erfahrungen gesammelt die wir hier mit euch teilen möchten.

In diesem Artikel wird es hauptsächlich um die von uns verwendete Hardware gehen, welche Software wir nutzen und wie man diese konfiguriert könnt ihr in den anderen Artikeln in unserem Mining-Bereich nachlesen.



Grafikkarten


Fangen wir mit dem Herzstück eines jeden GPU-Mining-Rigs an, nämlich der Grafikkarte. Wir haben mittlerweile einige Rigs laufen und dabei Erfahrungen mit den folgenden Kartentypen gemacht:


Von diesen Karten ist die Nvidia GeForce RTX 3070* mit Abstand am besten geeignet, da sie nicht nur beim ETH-Mining die beste Effizienz (Megahash pro Watt) besitzt, sondern auch in vielen anderen Algorithmen sehr stark ist. Die 3070 ist nach der, wesentlich teureren und kaum verfügbaren, AMD Radeon VII, die zweitbeste Karte überhaupt was die Effizienz (MH/W) beim Mining von EHT oder auch ERGO angeht.

Natürlich wissen wir, dass es nur noch wenige no LHR Karten der 3070 auf dem Markt gibt, aber hin und wieder erwischt man noch mal Eine. Die LHR-Versionen der o.g. Karten sollen theoretisch noch die Hälfte der ETH-Hashrate erreichen, mittlerweile gibt es allerdings Mining-Software die 70% und mehr der ursprünglichen Hashrate erreicht. Es ist davon auszugehen, dass die Hashrate noch weiter steigen kann. Allerdings sieht man bei der 3060 TI schon, dass das mit einem wesentlich höheren Stromverbrauch einher geht.

Wir haben uns daher dafür entschieden, uns die kleineren Karten etwas genauer anzusehen. Daher haben wir ein Rig mit 8 Nvidia GeForce GTX 1660 Super* und eines mit 5 (wird noch erweitert) AMD Radeon RX 6600 XT* bestückt. Gerade die 6600 XT ist noch recht neu und besitzt dadurch noch einiges an potential das die aktuelle Software noch nicht ganz ausschöpft. Die Effizienz der beiden Karten beim ETH-Mining ist ähnlich gut, reicht aber nicht an die Nvidia GeForce RTX 3060 Ti* bzw. Nvidia GeForce RTX 3070* heran.

Eine wichtige allgemeine Erfahrung die wir bei den Grafikkarten gemacht haben ist, dass je leistungsstärker die Grafikkarte ist, desto mehr Einfluss hat die Qualität der Karte (bzw. die Kühlung) auf den Stromverbrauch, die Hashrate und die Stabilität der Karte.

Wir haben bei der 3070 und 3080 am Ende nur noch folgende Typen gekauft und verbaut:


Wobei von diesen Karten bei uns die ASUS ROG Strix durchschnittlich die beste Effizienz aufweist.

Sehr unzufrieden waren wir mit den kleinen Zotac Twin Edge und eigentlich allen Karten von Gigabyte. Diese würden wir nicht mehr kaufen.



Mainboard


Nach der Grafikkarte ist für uns das Mainboard das zweitwichtigste Teil beim Bau eines Rigs. Auch hier haben wir viele Boards getestet und am Ende haben sich 2 Mainboards heraus kristallisiert, die wir seitdem nutzen und hier empfehlen wollen.

Es sind 2 Mainboards mit dem Sockel LGA 1200, da es zwar auch einige Interessante und sogar günstigere Boards mit dem Vorgänger Sockel 1151 (v2) gibt, hier sind die Prozessoren allerdings sehr schlecht verfügbar und dazu häufig auch völlig überteuert.

An erster Stelle steht bei uns das ASUS PRIME Z490-P*. Das Mainboard hat 6 PCI-E Ports direkt auf der Platine und zusätzlich noch 2 M.2-Steckplätze. Die M.2 Steckplätze können mit einer M.2 auf PCI-e Adapterkarte bestückt werden um so 2 weitere Grafikkarten anzubinden. Wir nutzen hier die MZHOU M.2 NGFF zu PCI-E X4 Adapterkarte*, die einwandfrei auf dem Board funktioniert. Die Karte vom Hersteller Adaptare haben wir ebenfalls getestet, diese hat allerdings auf keinem unserer Boards funktioniert.

Mit den Adaptern sind wir dann schon bei 8 Grafikkarten, jedoch lässt sich zusätzlich auch noch eine PCI-E 1 auf 4 Karte verwenden. Wir nutzen hier die Karte des deutschen Händlers Brainzap. Die Karte könnt ihr direkt in deren Shop oder aber bei Ebay kaufen. Die Kosten liegen bei sehr fairen 29,90 EUR.

Zusammen mit dieser Karte kann man an diesem Mainboard also bis zu 11 Grafikkarten betreiben.

An zweiter Stelle liegt bei uns das MSI Z490-A PRO*, welches zwar den gleichen Chipsatz besitzt, jedoch nur mit 5 onboard PCI-E Ports ausgestattet ist. Mit den o.g. Adaptern kann man mit diesem Mainboard also bis zu 10 Grafikkarten betreiben.

Aktuell nutzen wie die Boards dauerhaft mit maximal 8 Karten, da bei den großen Karten irgendwann die Netzteile an ihre Kapazitätsgrenze kommen. Wir wollen in naher Zukunft allerdings ein Rig mit der maximalen Anzahl an Karten bestücken, da die Karten auf die wir uns zur Zeit konzentrieren (Nvidia GeForce GTX 1660 Super* und AMD Radeon RX 6600 XT*) einen deutlich geringeren Stromverbrauch haben.


Ein kleiner Zwischenkommentar: Auch wenn man das bis hierhin denken mag, hier ist nichts von MSI bzw. ASUS gesponsert. Das es diese beiden Mainboards geworden sind liegt einfach daran, dass es im Frühjahr nicht wirklich viel Auswahl gab bei den Mainboards mit ausreichen PCI-E Ports direkt auf der Platine. Neben einigen Boards die wir nicht empfehlen können, weil diese nicht ordentlich funktioniert haben (maximal 3 GPUs erkannt etc.), sind diese einfach übrig geblieben.



Riser


Hier gibt es viele Geschichten die im Internet kursieren und wenn man alles liest weiß man am Ende nicht mehr so recht was man glauben kann. Nach unseren Recherchen sind wir zu folgenden Schlüssen gekommen:

  • Wir nutzen ausschließlich Riser mit der Version 009S mit 4 großen Kondensatoren
  • Wir nutzen niemals SATA-Stecker zur Stromversorgung (Auch nicht mit Adapter SATA auf 6-PIN o.ä.)
  • Wir nutzen keine Molex-Stecker zur Stromversorgung (Kann funktionieren, Restrisiko bleibt)
  • Beim Hersteller konnten wir noch keine Unterschiede feststellen

Das sind unsere Erfahrungen bis jetzt. Seit kurzer Zeit gibt es auch Riser der Version 009S Plus, diese sind mit 6 großen Kondensatoren ausgestattet. Ganz neu sind auch Riser der neuesten Generation VER 010. Diese haben wir beide noch nicht getestet und können daher noch keine Aussage treffen. Wir werden diese Riser aber sicher zukünftig ausprobieren.

Ganz wichtig ist, das ihr Riser kauft die eine 6-Pin Buchse (PCI-E) haben. Nur über diesen Stecker kann man sicher sein das hier nichts zu heiß wird. Es geht hierbei übrigens nicht um das genutzte Kabel, das meistens ausreichend ist, sondern um die Stecker. Ich habe die genauen Belastungsgrenzen leider nicht mehr im Kopf, mir dazu vor einiger zeit jedoch eine guten Artikel durchgelesen (Link folgt sobald ich mich erinnere wo ich das gelesen habe) und auch in der Miner Community herrscht die von mir hier niedergeschriebene Meinung, was die Stromversorgung der Riser angeht.



Prozessor und Arbeitsspeicher


Da die o.g. Mainboards auf den Sockel LGA 1200 basieren, kauft ihr hier einfach den günstigsten Prozessor für den Sockel LGA 1200 den es zu kaufen gibt. Die CPU wird beim GPU-Mining nämlich so gut wie nicht belastet. Achtet darauf ob der Prozessor als Tray oder Boxed verkauft wird. Nur der Boxed Prozessor kommt mit einem Lüfter und vergisst man das kommen noch die Kosten für einen Lüfter hinzu (Nett gemeinter Hinweis aus eigener Erfahrung… ).

Wir nutzen HiveOS als Betriebssystem und hier sind 8GB Arbeitsspeicher egal wieviel MHz völlig ausreichend. Kauft einfach was am günstigsten ist. Wir haben die letzten male immer den 8GB Crucial CT8G4DFRA266* gekauft, der einwandfrei funktioniert.



Netzteil


Da wir anfangs nur große Karten (3070/3080) hatten, brauchten wir relativ große Netzteile. Auch hier haben wir wieder das gekauft was verfügbar war und eigentlich nur darauf geachtet, dass die Effizienz bei mindestens 80+ Gold lag und es sich zumindest um einen namhaften Hersteller handelt.

Hier eine Empfehlung auszusprechen ist schwer, da bei uns alle Netzteile ohne Probleme laufen und alle dabei unterschiedlich sind.

Hier erstmal eine Aufstellung der von uns genutzten Netzteile:

Das Chieftech 1350W - GPS-1350C (80+ Gold)* war eines der wenigen großen Netzteile, dass Anfang des Jahres zu einem vernünftigen Preis verfügbar war. Da wir zu dem Zeitpunkt Rigs mit Leistungsstarken Grafikkarten gebaut haben, laufen hier mittlerweile 4 Stück seit Monaten im 24h-Betrieb ohne Probleme.

Das 1300 Watt Seasonic Prime Modular 80+ Gold* kam erst vor kurzem hinzu, macht aber ebenfalls einen guten Eindruck.

Das Enermax Netzteil 850W Revolution DF 80+ Gold* ist OK und würden wir zu einem guten Preis auch wieder kaufen, allerdings haben wir als nächste 850W Netzteil das EVGA 850 GQ, 80+ GOLD 850W* gekauft und sind damit so zufrieden, dass wir uns für unser letztes Rig ebenfalls wieder für das Netzteil von EVGA entschieden haben.

Als letztes wäre da noch das LC-Power 1800W Mining Edition*. Ja, was soll man sagen. Alle Kabel sind fest verbaut, dafür hat es aber 20 PCI-E Stecker und ist mit 1800 Watt unser Leistungsstärkstes Netzteil. Die Verarbeitung wirkt nicht sonderlich hochwertig, allerdings läuft es nun auch schon ein paar Monate ohne Probleme. Hier muss man nur wissen, das man sich einen Lüfter gespart und dafür eine Turbine verbaut hat. Naja, zumindest kann man das vermuten, weil der Lüfter extrem laut ist.



Gehäuse


Wir bauen unsere Gehäuse immer noch selbst aus Holz. Mittlerweile zwar etwas anders, aber als Grundlage dient immer noch unsere Anleitung zum Bau eines Mining-Gehäuses.



Kabel


Damit sind wir auch schon fast am Ende angekommen. Das einzige was wir noch regelmäßig nutzen sind PCI-E Y-Kabel bzw. Splitter-Kabel um aus einem 8-Pin Stecker, 2 zu machen. Sollte das bei euch nötig sein, achtet darauf das ihr überall wo die 2 Stecker des Y-Kabels zusammen mehr als 75W verbrauchen ein 8-Pin auf 2x 8-Pin Kabel nutzt. Ein 8-Pin Stecker verträgt nämlich 150W Dauerlast, wohingegen der 6-Pin nur 75W verträgt.



Fazit


Das sind die Erfahrungen die wir die letzten Monate gemacht haben. Letztlich ist das mit Sicherheit nicht der Weisheit letzter Schluss, für alle die neu im Thema sind aber ein guter Anfang. Wir mussten uns sehr viel von den Unterschiedlichsten Quellen zusammensuchen und am Ende noch unsere eigenen Erfahrungen machen.

Ich hoffe das der Artikel dem einen oder anderem hilft. Wenn ihr Fragen Kommentare oder weitere Hardwareempfehlungen habt, benutzt gern unsere Kommentarfunktion.



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