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LibreELEC auf dem Raspberry Pi 4 B - Alleskönner?

17.08.2019 von Dennis
Als Erweiterung zu Stefans Tests mit dem Raspberry Pi 4 B (Raspberry Pi 4 mit 4 GB Ram als kleines und schnelles NAS + Pi-hole als Werbeblocker für das ganze Netzwerk mit einem Raspberry Pi 4) schaue ich mir heute den Pi 4 als Mediaplayer mit LibreELEC an.



Die Hardware des Raspberry Pi 4 B wurde gegenüber seinem erst einem Jahr alten Vorgänger, dem Raspberry Pi 3 B+, deutlich verbessert. So wurde ein schnellerer Prozessor, deutlich schnellerer Arbeitsspeicher, sowie eine iGPU verbaut die endlich auch HEVC Material in Hardware wiedergeben kann.

Wir haben uns daher die neueste Version von LibreELEC, die auf dem Raspberry Pi 4 B läuft, geschnappt und geschaut ob der neue Pi das halten kann was die technischen Daten versprechen.



Verwendete Hardware


Übersicht der hier im Test verwendeten Hardware:


Alle Teile hat Stefan auch für seinen Test "Raspberry Pi 4 mit 4 GB RAM als kleines und schnelles NAS" benutzt und dort ausführlich beschrieben, daher gehe ich hier nicht näher auf die verwendeten Teile ein. Alle Infos findet ihr in Stefans Test.


Installation LibreELEC


Als erstes muss LibreELEC auf der SD-Karte installiert werden. Dazu laden wir uns als erstes das aktuelle LibreELEC-Image für den Raspberry Pi 4 B runter.

Das zur Zeit aktuellste Image von LibreELEC für den Raspberry Pi 4 hat die Version 9.1.002 ALPHA und basiert auf Kodi 18.3 (Leia). Download: https://libreelec.tv/raspberry-pi-4/

Um das Image auf die SD-Karte zu schreiben nutze ich den LibreELEC USB-SD Creator (Download). Dieser ist für alle gängigen Betriebssysteme verfügbar und selbsterklärend in der Anwendung. Einfach Image und zu beschreibenden Datenträger auswählen, auf "schreiben" klicken und warten bis die SD-Karte komplett beschrieben ist.

Nun einfach die SD-Karte in den Raspberry Pi 4 B stecken und alle Kabel anschließen. Daraufhin startet der Pi und man durchläuft die Installationsroutine von LibreELEC.



Ausgabe Video


Der Raspberry Pi 4 B hat 2 Micro-HDMI (Vers. 2.0) Ausgänge die bei einzelner Nutzung eine maximale Auflösung von 4K@60Hz ermöglichen. Bei 2 Unterschiedlichen 4k-Monitoren konnte ich unter LibreELEC allerdings nur maximal 4K@30Hz einstellen.

Als Erstes habe ich geschaut wie sich der Raspberry Pi 4 B mit unseren Testvideos schlägt. Hier ist auch Material dabei das im Alltag eigentlich nicht vorkommt, dazu verliere ich später noch ein paar Worte.

H.264-Material in 1080p spielt der Raspberry Pi 4 B problemlos ab, bei 4K Material mit dem selben Codec stößt der Pi aber schon an seine ersten Grenzen. Eine ruckelfreie Wiedergabe ist hier nicht mehr möglich.

HEVC-Material wird, wie Eingangs erwähnt, ja in Hardware decodiert, dadurch lassen sich alle Videos bis zu 4k mit 30Hz problemlos abspielen. Aber auch hier hat der Raspberry Pi 4 B grenzen, HEVC-Material mit 60 Bildern pro Sekunde lässt sich nicht ruckelfrei wiedergeben.

Klingt jetzt erstmal ein wenig ernüchternd, jedoch wird man im Alltag 4K Material immer nur mit dem Codec HEVC finden. Damit kann man auf die Wiedergabe von h.264-Material in 4K getrost verzichten.

4K Material mit einer Bildwiederholfrequenz von mehr als 30Hz gibt es zwar, ist jedoch extrem selten, sodass auch diese Einschränkung kein echter Grund ist nicht auf den Raspberry Pi 4 B als Mediaplayer zu setzen.



Ausgabe Audio


Der Ton wird über den Micro-HDMI-Port ausgegeben, welcher bis zu 7.1 Kanäle unterstützt. Leider kann der Raspberry Pi 4 B keine HD-Tonspuren abspielen, hier wird lediglich der DTS-Core wiedergeben.



Steuerung


Gesteuert werden kann der Raspberry Pi 4 B mit LibreELEC entweder über eine kleine Funk- bzw. Bluetoothtastatur oder über das integrierte Pulse Eight HDMI-CEC. Sofern euer Fernseher letzteres unterstützt, könnt ihr LibreELEC mit eurer TV-Fernbedienung steuern.

Ein Start des Raspberry Pi aus dem Standby ist per HDMI-CEC leider nicht möglich. Dafür muss man noch immer den Strom vom Pi trennen und ihn dann wieder herstellen (z.B. komfortabel durch eine Funksteckdose). Alternativ könnt ihr den Raspberry Pi 4 B auch immer an lassen, müsst dann aber mit dem dauerhaften Stromverbrauch leben. Einstellen könnt ihr das in LibreELEC in den Peripherieeinstellungen.



Energieverbrauch


Mit ca. 4 - 5 Watt bei der Wiedergabe von Videofiles läuft der Raspberry Pi 4 B in einem sehr niedrigen Bereich. Schickt man das Gerät in den Standby verbraucht es so gut wie gar keinen Strom mehr.

Hier eine kleine Übersicht des Energieverbrauchs, gemessen mit unserem Strommessgerät, dem Voltcraft Energy-Logger 4000:


Stromverbrauch im Zustand[Watt]
LibreELEC Menu - Idle4,9
Standby0
Stromverbrauch bei Videowiedergabe[Watt]
1080p BBB - h.2644
1080p Birds - h.2644,1
4K TCEFS - h.2644,8
4K WTTS - h.2644,8
1080p Sintel - HEVC 8bit3,7
4k Sintel - HEVC 8bit3,8
4k Tears of Steel - HEVC 8bit4
4k TCL - HEVC 8bit - 24fps4,3
4K Dubai - HEVC 10bit - 24fps4,5
4K Iceland - HEVC 10bit - 30fps4,5
4K 7 Wonders - HEVC 10bit - 60fps4,5
4K LG Chess - HEVC 10bit - 60fps4,5



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ArtikelPreis
Raspberry Pi 4 B - 4 GBca. 58,00 EUR
Alternativ: Raspberry Pi 4 B - 2 GBca. 46,00 EUR
SD-Karte
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Alternativ: SanDisk Ultra 64 GB microSDHC Speicherkarteca. 13,00 EUR
Netzteil
UGREEN 18W USB-Netzteilca. 10,00 EUR
Kabel
1m USB-C Kabel auf USB Typ A (für Netzteil)ca. 7,50 EUR
2m HDMI 2.0 zu micro HDMI Kabel (Videokabel)ca. 7,00 EUR
Kühlkörper
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Fazit


Wenn der Raspberry Pi 4 B auch kein Alleskönner ist, macht er seine Sache doch sehr gut und das zu einem hervorragenden Preis. Kann man auf die Wiedergabe von HEVC-4K-Material mit 60Hz und die Wiedergabe von HD-Tonspuren verzichten, ist der Raspberry Pi 4 B wunderbar als Mediaplayer mit LibreELEC geeignet.

Ich kann mir das Gerät, aufgrund der fehlenden HD-Ton Unterstützung, zwar nicht als Mediaplayer in meiner Heimkinokette vorstellen, als Player im Schlaf-, Gäste- oder Kinderzimmer hingegen sehr gut!

Schreibt gerne in die Kommentare wie euch der Raspberry Pi 4 B als Mediaplayer mit LibreELEC gefällt.



Kommentare (4)


Dennis (Team)
14.09.2019
@Hans
Das hast du richtig gelesen, ist aber leider falsch. Da bin ich irgendwie durcheinander gekommen.

Ich habe den Absatz entsprechend abgeändert.

Gruß
Dennis

Hans
23.08.2019
Hat der Raspberry Pi 4 jetzt einen echten Standby oder lese ich den Artikel nur falsch?

Dennis (Team)
22.08.2019
Hi Sebastian,

Das ist nichts aufregendes, ein ganzer Artikel lohnt da nicht. ;)

Gruß
Dennis

Sebastian
21.08.2019
Würdest du uns deine Heimkinokette in einem weiteren Artikel mal vorstellen?

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