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ASRock J5040-ITX mit 4-Kern Gemini-Lake Refresh CPU im Test

Geschrieben am23.10.2020 von Stefan RSS Feed
Mit dem neuen ASRock J5040-ITX* legt ASRock sein beliebtes Mini-ITX Mainboard mit den passiv gekühlten Atom-Prozessoren sowie 4 SATA Ports neu auf. Das ASRock J5040-ITX* greift dabei auf den neuen Intel Pentium Silver J5040 (Gemini-Lake Refresh) zurück. Dieser besitzt wieder 4-Kerne und hat im direkten Vergleich mit seinem Vorgänger eigentlich nur leicht gestiegene Taktfrequenzen zu bieten.

Trotzdem ist die Prozessor-Mainboard-Kombination des ASRock J5040-ITX* immer noch eine der Besten wenn man eine Basis für ein kleines und stromsparendes NAS sucht. Da der Prozessor inkl. der Kühllösung hier bereits verbaut sind, eignet sich das System aufgrund des einfachen Aufbaus auch für Anfänger.

ASRock J5040-ITX mit 4-Kern Gemini-Lake Refresh CPU im Test
Auf das Mainboard passen wieder zwei DDR4-SoDimm Arbeistsspeicher-Module. Der Arbeitsspeicher darf mit bis zu DDR4-2400 arbeiten und es wird wieder der Dual-Channel Modus unterstützt, bei dem sich die Speicherbandbreite verdoppelt, sofern mindestens zwei Speichermodule installiert werden. Sowohl Intel als auch ASRock geben 8 GB als maximal mögliche Speichermenge an. Aus unser Erfahrung mit den Vorgänger-Mainboards wiessen wir allerdings, dass das Mainboard auch mit 2x 8GB (also in Summe 16 GB DDR4-2400) läuft. Das sollte beim ASRock J5040-ITX* genauso sein.



Lieferumfang


Neben dem Mainboard selbst befindet sich noch ein ausführliches Handbuch, eine Treiber-CD sowie zwei SATA-Datenkabel im Lieferumfang. Außerdem liegt natürlich die I/O-Blende für das Gehäuse bei. Warum ASRock hier immer noch ein gedrucktes Handbuch und eine CD !! beilegt weiß ich nicht. Ich denke zumindest die CD landet mit ihren veralteten Treibern eh nur irgendwo in einem Schrank oder direkt in der Mülltonne.

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Prozessor


Der Basistakt des Intel Pentium Silver J5040 liegt bei 2,0 GHz und damit deutlich über den 1,5 GHz des Vorgängermodells. Allerdings erreicht der Prozessor auch unter starker Mehrkern-Last dauerhaft 3,0 GHz, sofern die passiv Kühlung nicht an ihre Grenzen kommt (dazu später mehr).

Bei Auslastung von nur einem CPU-Kern sind auf dem ASRock J5040-ITX* ebenfalls (nur) 3,0 GHz möglich, obwohl Intel einen Einkern-Turbo von 3,2 GHz für den Prozessor angibt. Die TDP des in 14 nm gefertigten Prozessors liegt wieder bei 10 Watt. Durch die passive Kühlung ist die Prozessor-Mainboard Kombination im Betrieb absolut lautlos, sofern ein passives Netzteil verwendet wird (was wir hier tun und welches für bis zu 4 Datenfestplatten auch ausreichend ist).

Im direkten Vergleich mit seinem Vorgänger, dem Intel Pentium Silver J5005, ist der neue Prozessor ca. 10 Prozent schneller. Das ist zwar messbar, spürbar ist der Leistungssprung allerdings kaum. In meinem Test lief das System genauso performant und schnell wie auch schon der direkte Vorgänger (ASRock J5005-ITX*).



Anschlüsse


Auch bei den Anschlüssen gab es keine Änderungen. Die 4 SATA-Ports werden wieder über einen zusätzlichen ASMedia Chip (ASM1061) auf dem Mainboard realisiert, da der Prozessor nur zwei SATA-Ports direkt anbinden kann. Über den M.2 Key-E Slot lässt sich einfach ein W-Lan Modul nachrüsten. Zudem steht wieder ein PCI-E 2.0 x1 Slot zur Verfügung um das System nachträglich um z.B. eine weitere Netzwerkkarte zu erweitern.

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AnschlussAnzahlBemerkung
Arbeitsspeicher2max. 2x 4GB DDR4-2400 1,2V So-Dimm
PCI-E1x 2.0
M.21x M.2 30 mmM.2 Key-E für 2230 W-Lan Module
SATA32 + 22x CPU, 2x ASMedia 1061
Lüfter2x 3-PinSteuerung im Bios möglich
HDMI1HDMI 2.0 mit HDCP 2.2 Support
DVI1
VGA1
USB 3.2 Gen1 (Blende)2USB 3.0 Geschwindigkeit
USB 3.2 Gen1 (Header)2USB 3.0 Geschwindigkeit
USB 2.0 (Blende)2
USB 2.0 (Header)2kann nicht mit USB 3.2 Gen 1 Header gemeinsam genutzt werden
LAN1x 1Gbit/sRealtek RTL8111H mit WOL, PXE und 802.3az
Audio7.1Realtek ALC892




Bios


Die Oberfläche des Bios ist ASRock typisch einfach und verständlich gehalten. Auch weniger versierte Benutzer werden mit dem minimalistischen Bios sehr schnell zurecht kommen. Die Taktraten des Prozessors und des Arbeitsspeichers werden automatisch erkannt und lassen sich nicht manuell verändern. Dies gilt auch für die Spannungseinstellungen der Komponenten. Auf Wunsch lässt sich mit der Option PCIE Devices Power On einstellen, dass das System sich mit einem WOL-Paket aufwecken lässt.

Nach wie vor mit an Board ist die Möglichkeit das System direkt aus dem Bios heraus zu aktualisieren. Dabei wird eine Netzwerkverbindung zum ASRock FTP Server hergestellt und geprüft ob ein neues Bios verfügbar ist. Auf Wunsch kann dieses dann installiert werden.





Testsystem


Auf unserem ASRock J5040-ITX* verwenden wir das Dual-Memory Kit Crucial CT2K4G4SFS824A* 2x4GB DDR4-2400. Für die Energieversorgung nutzen wir eine PicoPSU-90* mit einem Salcar 72W Externes Netzteil*. Dies ist für ein kleines und sparsames System in unseren Augen immer noch die Ideallösung. Wer möchte kann natürlich auch ein vollwertiges ATX-Netzteil verbauen, muss dann aber mit einem etwas höheren Stromverbrauch von rechnen.

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Nicht wundern: die PicoPSU-90* verfügt nur über einen ATX20 Stecker, während alle modernen Mainboards heute über einen ATX24-Stecker verfügen. Auf kleineren Systemen wie dem ASRock J5040-ITX* werden die zusätzlichen 4-Pins für die redundante und stabilere Stromversorgung aber nicht benötigt.

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Die PicoPSU-90* bringt Strom für 1 SATA-Laufwerk mit, kann mit einem SATA Power Y-Kabel* aber auch bis zu 4 Datenfestplatten mit ausreichend Energie versorgen. Bei mehr als 4 Festplatten empfehlen wir ein normales ATX-Netzteil wie etwa das be quiet! Pure Power 11 300W*.

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Achtung: zickig ! Die ASRock Mainboards sind dafür bekannt recht wählerisch beim Arbeitsspeicher zu sein. Die Crucial CT2K4G4SFS824A* (2x4GB DDR4-2400) liefen wie auf dem Vorgänger-Mainboard aber auf Anhieb auch im Dual-Channel Modus. Außerdem konnten wir auch die Kingston HX432S20IB2K2/16 16 GB DDR4-3200* (2x8GB DDR4-3200) erfolgreich zum laufen bringen. Letztere liefen dabei natürlich auch nur im DDR4-2400 Modus.

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Damit konnten wir aber auch belegen, dass das Mainboard wieder mit 16 GB Arbeitsspeicher läuft, obwohl sowohl ASRock als auch Intel eine maximale Speichermenge von 8 GB für diese Plattform angeben.





PCIe 2.0 x1 zu M.2 Erweiterungskarte


Das Mainboard bietet zwar normalerweise keine Möglichkeit eine M.2 SSD zu nutzen, mit einer einfachen M.2 NVME SSD PCIe 2.0 x1 Karte* für ca. 15 bis 20 Euro lässt sich dies aber ändern. Eigentlich binden alle Karten die SSD zumindest per PCIe 3.0 an, sind aber abwärtskompatibel zum langsameren PCIe 2.0 Standard. Achtet unbedingt darauf, dass ihr eine x1-Karte verbaut. x4-Karten passen NICHT in den PCIe 2.0 x1 Slot des Mainboards! Es werden außerdem nur reine PCIe / NVME SSDs unterstützt.

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Das ASRock J5040-ITX* unterstützt nur PCIe 2.0 und kommt damit auf Transfergeschwindigkeiten von ca. 450 MB/s Lesend und 350 MB/s Schreibend. Das ist nicht rekordverdächtig, liegt aber ca. auf dem Niveau von normalen SATA-SSDs. Für ein NAS ist die Geschwindigkeit mehr als ausreichend. Die verbaute M.2 ist mit dieser Karte sogar bootfähig.

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Betriebssystem


Als Betriebssystem für unsere Tests haben wir Windows 10 Pro* (2004) benutzt. Die Installation von Windows 10 geht reibungslos von statten, es müssen im Nachhinein aber einige Treiber manuell installiert werden.

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Bis zum Erscheinen des Windows 10 Desktops vergehen nach dem Start des ASRock J5040-ITX* nur 14 Sekunden. Eine SSD-Festplatte ist sehr empfehlenswert, denn kaum ein anderes Bauteil hat in einem PC einen so starken Einfluss auf eine flüssige Arbeitsgeschwindigkeit wie eine SSD. Wir haben in diesem Test eine 250GB Samsung 860 EVO* benutzt, es gibt aber auch kleinere und günstigere SSDs die ebenso funktionieren.

Auch wenn das ASRock J5040-ITX* in die Kategorie der Einsteigersysteme einzuordnen ist, ist ein flüssiges Arbeiten in Windows 10 selbst durchaus möglich. Selbst das Surfen im Internet mit einem aktuellen Browser wie z.B. Google Chrome ist ruckelfrei und angenehm schnell möglich.



OpenMediaVault 5.5 (Debian Linux 10)


Die NAS Betriebssysteme OpenMediaVault sowie Unraid sind bei unseren regelmäßigen Besuchern sehr beliebt. Daher habe ich das Mainboard auch mit diesen beiden Betriebssystemen getestet. Das ASRock J5040-ITX* wird außerdem meine Empfehlung für unser NAS Basic und löst dort das Vorgängerboard ab.

Das komplett kostenlose OpenMediaVault 5.5 könnt ihr hier herunterladen und benutzen. OpenMediaVault setzt auf ein aktuelles Debian Linux 10 ("Buster") auf und stellt eine Weboberfläche zur Verfügung, über die dann das darunter liegende Debian Linux verwaltet werden kann. Die Installation ist sehr einfach und wird in unserer OpenMediaVault Installationsanleitung erklärt.

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Zusätzlich empfehle ich euch die OMV Extras, die eine tolle Sammlung weiterer Erweiterungen sind und den Funktionsumfang von OpenMediaVault deutlich erhöhen.

Installieren könnt ihr die OMV Extras via SSH oder Terminal mit diesem Befehl:

wget -O - https://github.com/OpenMediaVault-Plugin-Developers/packages/raw/master/install | bash


Über die OMV Extras könnt ihr euch dann z.B. per Mausklick aus dem Webinterface Docker inkl. der Docker Webverwaltung "Portainer" nachinstallieren. Über Docker könnt ihr Software in einer isolierten Umgebung nutzen, ähnlich einer virtuellen Maschine. Der Clou ist, dass Docker container sehr einfach aktualisiert werden können. Zudem könnt ihr über das Docker Hub eine Menge vorkonfigurierter Software finden.





Unraid


Unraid ist ein kleines Linux System, welches einen USB-Stick als Systemdatenträger benutzt. Da Unraid nach einer 30 tägigen Testphase kostenpflichtig ist, bindet das System die Lizenz an die Seriennummer des USB-Sticks. Unraid ist sehr einfach zu konfigurieren, muss allerdings mit einigen Einschränkungen leben. Es unterstützt z.B. nur ein Festplatten-Array, kann auf diesem Array aber mehrere Pools beherbergen. Außerdem ist das System nur in englischer Sprache verfügbar. Wir haben bei uns Unraid bereits umfangreich vorgestellt.

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Benchmarks


Die Benchmarks haben wir unter der neusten Windows 10 Version (2004) durchgeführt. Dabei war das Mainboard nicht in ein Gehäuse eingebaut. Die Zimmertemperatur betrug 21 °C.

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In mehreren Durchläufen haben wir die maximalen Taktraten unter Einkern- und Mehrkernbelastung ermittelt. Der Intel Pentium Prozessor des ASRock J5040-ITX* taktet dabei mit 2,4 GHz unter Mehrkern- und bis zu 3,0 GHz unter Einkern-Last. Eigentlich gibt Intel einen maximalen Turbotakt von 3,2 GHz an. Diesen konnten wir in unserem Test nicht erreichen, mehr als besagte 3,0 GHz waren nicht drin. Ob das an dem Mainboard liegt konnten wir noch nicht klären.

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Am Ende erreicht das System in Cinebench R20 folgende Punkte:

SzenarioCinebench R20
Einkern197 Punkte
Mehrkern730 Punkte

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Alle neuen Prozessoren von Intel und AMD unterstützen die AES-Ni, d.h. das viele Verschlüsselungsfunktionen direkt in Hardware ablaufen. Dies erhöht die Geschwindigkeit beim Ver- und Entschlüsseln erheblich. Mit 2 Gigabyte pro Sekunde ist der Intel Pentium Silver J5040 ausreichend schnell und kann Daten ohne Geschwindigkeitsverlust beim arbeiten ver- bzw. entschlüsseln. Die Bitlocker Verschlüsselung von Windows 10 setzt dabei standardmäßig auf AES-128 bit, kann aber auch mit 256 bit genutzt werden.



Interne Intel UHD Graphics 605 iGPU


Auch der Intel Pentium Silver J5040 nutzt noch die bereits betagte Intel UHD Graphics 605. Diese basiert noch auf dem Gen10 Display-Controller, der im Bezug auf die Rechenleistung nur ein kleines Update zur Gen9 Grafikeinheit des Vorgängers ist. Für anspruchsvollere Spiele ist der Intel Pentium Silver J5040 also immer noch nicht gewappnet.

Immerhin hat die Grafikeinheit keine Probleme alle modernen Codecs wie etwa HEVC (h265) oder Googles VP8/9 in 8 und 10bit zu dekodieren. Es können bei Bedarf drei Monitore gleichzeitig angeschlossen werden. Die Intel UHD Graphics 605 verfügt über 18 Recheneinheiten, die mit bis zu 0,8 GHz getaktet werden können.

HDMIDVIVGA
Anzahl1x 2.01x DVI-D1x D-Sub
Max. Auflösung4096 x 2160 @ 60 Hz1920 x 1200 @ 60 Hz2048 x 1536 @ 60 Hz
HDCPJaJaNein




Nativer HDMI 2.0 Support


Auch das ASRock J5040-ITX* nutzt einen IT66317 Chip von ITE, der zur Stabilisierung und Aufbesserung des HDMI-Signals dient. Die native Grafikausgabe über HDMI 2.0 wird durch den Gen10 Display-Controller realisiert, der zudem das Direct-X Featurelevel 12.1 beherrscht. 4K @ 60 Hz sind damit kein Problem.



Videowiedergabe


Die Intel UHD Graphics 605 kann alle modernen Videocodecs via Hardware beschleunigen und garantiert so die flüssige Videowiedergabe mit einer sehr geringen CPU-Last. Die Codes VP8, VP9 sowie h.264 und h.265 (HEVC) werden allesamt voll unterstützt (En- und Dekodieren). Die neueren VP9 und h.265 (HEVC) Codecs werden sowohl in 8 also auch in 10 bit unterstützt. Der neue und freie Videocodec AV1 wird hingegen noch nicht unterstützt. Erst die neuen Intel Tiger Lake Prozessoren (11. Gen i5/i7) bringen AV1 via Hardware mit.

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Audiowiedergabe


Ein Audiosignal kann das ASRock J5040-ITX* auf 3 unterschiedliche Arten ausgeben. Ein analoges Signal kann über den Klinkeneingang auf der Rückseite des Boards oder aber, sofern vorhanden, über den Front Panel Audio Header direkt am Gehäuse abgegriffen werden.

Digital gibt es einmal die Möglichkeit den Toslink Ausgang auf der Rückseite des Boards zu nutzen. Diese Möglichkeit ist aber in seiner Nutzung beschränkt, so bleiben einem beispielsweise beim Anschluss über diesen Ausgang die neuen HD Tonspuren verwehrt. Bleibt als letztes noch die Ausgabe über den nativen HDMI 2.0 Port. Dieser unterstützt alle aktuellen Tonformate.



Kühllösung


Der schwarz eloxierte Kühlkörper aus Aluminium ist 8,5 cm lang, 5,5 cm breit und 3,5 cm hoch und damit identisch zu den Kühlkörpern der Vorgänger. Er reicht aus um den Intel Pentium Silver J5040 unter normaler Nutzung auch in längeren Phasen stabil bei unter 90°C Kerntemperatur zu halten. Erst im absoluten Grenzszenario, nämlich der maximalen Auslastung von CPU, iGPU und dem Arbeitsspeicher, wird es dem Prozessor ohne aktive Kühlung zu heiß. Er erzielt dann in einem Benchmark wie Cinebench R20 ca. 25 % weniger Leistung.

ASRock J5040-ITX mit 4-Kern Gemini-Lake Refresh CPU im Test
Wer plant das System stets an seiner Leistungsgrenze zu betreiben, sollte einen Luftstrom erzeugen, der den passiven Kühlkörper herunterkühlt um so die maximale Leistung zu garantieren. Es handelt sich hier aber wirklich um ein sehr untypisches Lastszenario und bei normaler Nutzung reicht auch der passive Kühlkörper aus.

Der Kühlkörper ist über 4 Kunststoffstifte mit dem Mainboard verbunden und kann einfach entfernt werden. Ein Austausch der werksseitigen Wärmeleitpaste ist somit möglich, brachte in unserem Fall aber keine messbare Verbesserung. Da es sich um eine passive Kühllösung handelt, arbeitet das System absolut lautlos.

ASRock J5040-ITX mit 4-Kern Gemini-Lake Refresh CPU im Test
Möchtet ihr das System in einem engen Gehäuse häufig stark auslasten, solltet ihr über einen Gehäuselüfter nachdenken. Denn mit bis zu 72 °C (gemessen am passiven Kühlkörper des Prozessors) wird das System ohne gute Belüftung schnell warm. Das gilt wie gesagt aber nur wenn ihr das System häufig an die Grenzen bringt. In einem normalen NAS sollte die Belüftung des Prozessors keine so wichtige Rolle spielen.



Energieverbrauch


Den Energieverbrauch messen wir mit einem Voltcraft Energy Logger 4000.

ASRock J5040-ITX* (Gemini Lake Refresh)ASRock J5005-ITX* (Gemini Lake)
Debian Linux 10 (OMV 5.5) - Leerlauf8,5 W8,7 W
Debian Linux 10 (OMV 5.5) - Standby2,6 W--
Unraid (6.8.3) - Leerlauf9,9 W--
Windows 10 - Ausgeschaltet1,6 W2,5 W
Windows 10 - Standby1,7 W4,0 W
Windows 10 - Desktop (Leerlauf)8,6 W9,4 W
Windows 10 - maximale Auslastung28 W30 W

Die maximale Auslastung haben wir in einem parallelen Benchmarklauf von Cinebech R20 Mehrkern und dem GPU-Stress Test Furmark ermittelt.



Alternativen


Das ASRock J4125-ITX* mit dem Intel Celeron J4125 ist sicherlich eine gute Alternative, sofern man auf ca. 10% Rechenleistung verzichten kann. Der verbaute Prozessor besitzt ebenfalls vier Kerne, die er allerdings etwas geringer taktet. Auch die etwas schwächere interne Grafik des Celeron Prozessors sollte kaum auffallen. Das stärkere ASRock J5040-ITX* macht nur dann Sinn, wenn die Mehrleistung wirklich benötigt wird, zum Beispiel bei einem stark ausgelasteten NAS oder einem Server auf dem eine oder mehrere virtuelle Maschinen (VMs) laufen. Das Preis-Leistungsverhältniss ist beim ASRock J4125-ITX* jedenfalls besser.

Solange die Vorgängermodelle ASRock J5005-ITX* bzw. ASRock J4105-ITX* noch erhältlich sind, könnten diese immer noch eine interessante Alternative darstellen, da sich wie im Test beschrieben bis auf die maximalen Taktfrequenzen und einem etwas geringeren Energieverbrauch nichts geändert hat.



Fazit


Das ASRock J5040-ITX* ist nur eine minimale Verbesserung gegenüber dem Vorgängermodell ASRock J5005-ITX*. Da die Boards bis auf den Prozessor absolut identisch sind, würden wir empfehlen einfach das Modell zu kaufen, was gerade das beste Preis-Leistungs-Verhältnis bietet. Auch das etwas schwächere ASRock J4125-ITX* ist eine gute Alternative, die für die meisten NAS mehr als ausreicht.

Das wir die von Intel für den Intel Pentium Silver J5040 angegebenen 3,2 GHz nicht ganz erreichen konnten spielt für die meisten Anwendungszwecke eigentlich keine große Rolle. Dafür hat sich der Energieverbrauch des Mainboards sowohl im Standby und Leerlauf als auch unter Last leicht verbessert.

Ansonsten ist das ASRock J5040-ITX* ein absolut solides und sparsames sowie lautloses Mainboard, welches sich immer noch ideal für ein Eigenbau-NAS eignet. Zusammen mit der PicoPSU-90* und einem Salcar 72W Externes Netzteil* bekommt man hier eine komplett lautlose NAS-Lösung, die den Bau eines Wohnzimmer-tauglichen NAS ermöglicht, z.B. mit zwei SSDs als Datenfestplatten. Möchte man klassische Festplatten einbauen, empfiehlt sich aber auf jeden Fall die Installation eines Lüfters für die Festplatten. Maximal zwei solcher Lüfter lassen sich problemlos über das Mainboard steuern.

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Kommentare (28)

Kommentar
Stefan (Team)
Geschrieben am27.11.2020
Die Nachfrage nach den Boards ist aktuell enorm. Das war aber auch bei dem Vorgänger schon so. Warte 1-2 Wochen ab, dann kannst Du es wieder bestellen.
Kommentar
AM
Geschrieben am26.11.2020
Danke Stefan,

derzeit sieht es so aus, dass entweder es wieder abgekündigt wurde oder ASRock bzw. Intel Lieferschwierigkeiten hätten.
Bei Mindfactory steht sogar "Nicht mehr lieferbar". Die meisten anderen führen es auch nicht mehr.
Die nächste Generation kann es fast nicht sein, da es diese noch nicht mal offiziell gibt und auch bei dieser hier es schon ein Jahr von CPU Einführung bis ASRock J5040-ITX* gebraucht hat.
Mal sehen.

Grüße
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Stefan (Team)
Geschrieben am26.11.2020
4K (h.265 / HEVC) laufen auf dem System hardwarebeschleunigt, also einwandfrei. Das war schon auf dem Vorgängermodell kein Thema mehr.
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Stefan (Team)
Geschrieben am26.11.2020
Nein der Cache auf den Festplatten wird nicht durch einen zusätzlichen SSD Cache ersetzt. Je mehr, desto besser. Aber nur danach würde ich die Festplatte auch nicht aussuchen.
Kommentar
Paul
Geschrieben am26.11.2020
Danke Stefan.
Habe auch ebenso an Energieersparnis/ Lautstärke gedacht. Dann brauchen es auch keine 7200 Umdrehungen zu sein.
Noch ne Frage: Wird der Cache der Festplatte durch den SSD- Cache im NAS (Erweiterungskarte) ergänzt oder esetzt, so dass dieser Cache auf der Festplatte unrelevant wird ?
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AM
Geschrieben am26.11.2020
Hallo,
wurde evtl. getestet ob bzw. wie 4k Videos damit abgespielt werden können? Auf meinem N3700 System ruckelt nur alles.
Wie sieht es hier aus? h.265 (HEVC) 4k (3840x2160).
Grüße
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Stefan (Team)
Geschrieben am26.11.2020
Hi Paul,

die Festplatte ist sicherlich eine gute Wahl, der Preis ist auch ok. Kommt drauf an wieviel Gesamtkapazität Du benötigst. Aus Energiespargründen würde ich immer zu so wenig Festplatten wie möglich raten (und die dann eben etwas größer).
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Paul
Geschrieben am25.11.2020
Hi Stefan, ist die Platte fürn NAS zu empfehlen :

WD Red* Plus 4 TB (WD40EFRX)

Oder hat die Sache einen Haken; weil ja so billig. CMR hat diese auch (kein SMR).
Was ist deine Meinung: guter Kauf oder was ist deine Empfehlung ?

LG Paul
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Ben
Geschrieben am20.11.2020
Ok, im alten Board auch kein Booten möglich.
PeppermintOS stürzt bei der Installation von Grub ab, Manjaro installiert und bootet von der NVMe!!
(Ich bekomme zwar kein Videosignal, aber das wird wohl eher ein Treiberproblem sein.)
Also muss wohl beim Spiegeln etwas schief gelaufen sein (was auch immer), denn von der alten
SATA SSD lässt sich booten.
Nun weis ich zumindest, wo das Problem liegt. Das bekomme ich sicherlich gelöst.
Danke euch, vor allem @Thomas für den Hinweis! :)
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Ben
Geschrieben am20.11.2020
Vor dem Einbau habe ich gestern das System (Debian) von meiner alten SATA-SSD mit Clonezilla auf die NVMe gespiegelt. Trotzdem kam mir genau die Idee gerade auch schon, dass evtl. nichts angezeigt wird, falls kein Bootloader vorhanden ist. (Was bei mir ja nicht der Fall sein sollte. Aber, ehrlich gesagt, habe ich
nach dem Spiegeln nicht getestet, ob die NVMe bootet!)
Testweise habe ich das J5040-ITX gerade via USB-Stick Linux booten lassen, und dort werden
nach einem "lspci" die Karte, als nach "fdisk -l" auch die NVMe mit allen Partitionen angezeigt.

Ich werde gleich mal testen, ob die NVMe in der PCIe-Karte auf meinem alten Board bootet!

Falls das funktioniert, probiere ich mal, über das neue Board direkt Linux auf die NVMe zu installieren.

Danke, ich werde euch das Ergebnis mitteilen! :)
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Thomas
Geschrieben am20.11.2020
@Ben Ist auf der SSD schon ein Betriebssystem? Ohne wird m.E. sie nicht im Bootmenu angezeigt.
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Stefan (Team)
Geschrieben am20.11.2020
Nein etwas ungestellt haben wir nicht. Die Adapterkarte wurde sofort erkannt. Wird diese denn bei dir gar nicht erkannt ? Thomas hatte ja ein ähnliches Problem, allerdings nur mit dem Booten.
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Ben
Geschrieben am19.11.2020
Hi. Vielen Dank erstmal für den Artikel, der hat mir bei der Kaufentscheidung geholfen! :) - Habt ihr nach Einbau des PCIe-Karte noch etwas eingestellt? Zufälliger Weise habe ich genau die gleiche(!) Adapterkarte, und auch eine 250GB Samsung 960 EVO*, die aber auf dem J4050-ITX, auch nach Kaltstart, nicht erkannt wird. Auf meinem alten Asrock AM1B-ITX funktioniert die Karte mit der SSD einwandfrei.
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DaRiO
Geschrieben am19.11.2020
Thank you very much for this test and the previous ones. Especially the information about the 16GB Ram that works with Asrock was very helpful to me. Greetings from Poland :)
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Stefan (Team)
Geschrieben am13.11.2020
Super. Danke für die Info.
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Thomas
Geschrieben am12.11.2020
Update: Nach einem kompletten Abschalten des Systems wird kann ich nun auch über die Corsair Force MP510 booten. OMV startet ohne Probleme.
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Stefan (Team)
Geschrieben am12.11.2020
Meine 250GB Samsung 960 EVO* war bootfähig. Die neuere 250GB Samsung 970 EVO* sollten dann wohl auch laufen.
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Thomas
Geschrieben am12.11.2020
Hallo,
coole Anleitung. Leider klappt das Booten nicht mit der PCIe und einer Corsair Force MP510 240 GB NVMe PCIe Gen3 x4 M.2-SSD. Im Boot-Menu wird die Karte nicht angezeigt. Eigentlich sollte die doch auch gehen. Habt ihr Erfahrungen mit anderen NVMe Karten?
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Stefan (Team)
Geschrieben am10.11.2020
Das Board hat einen Slot für eine PCIe W-Lan Karte. Dafür ist die Schraube.
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Thomas
Geschrieben am09.11.2020
Hi,

ich habe mir das Board bestellt, um Eueren NAS Basci 2.1 Bauvorschlag umzusetzen. Das Board ist nun da und die Packungsbeigabe von einer M.2 Schraube wirft bei mir Fragen auf. Wofür ist die dabei? Das Handbuch schweigt sich aus...

Danke für die Erhellung
Thomas
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Stefan (Team)
Geschrieben am29.10.2020
Ich denke das ist in unserem Unraid Test am Besten aufgehoben.
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Paul
Geschrieben am28.10.2020
Hi Stefan,
super, das ging ja schnell. Hört sich alles ganz gut an. Wichtig ist für mich dass es funzt. Danke Stefan. Wenn ich fragen zu UNRAID habe; wo kann ich da posten?
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Stefan (Team)
Geschrieben am28.10.2020
Update: Die M.2 NVME SSD PCIe 2.0 x1 Karte* passt und die M.2 SSD (bei mir eine 250GB Samsung 960 EVO*) ist sogar bootfähig. Die Geschwindigkeit der SSD wird natürlich stark durch das PCIe 2.0 x1 Interface begrenzt und liegt bei 450 MB/s Lesend und 350 MB/s Schreibend. Ich habe dies im Artikel ergänzt.
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Paul
Geschrieben am26.10.2020
Hi Stefan, danke erst mal. Bin gespannt auf deinen Bericht.
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Stefan (Team)
Geschrieben am26.10.2020
Sowohl OpenMediaVault als auch Unraid benötigen keinen weiteren Treiber für den ASMedia Chipsatz. Ich habe aktuell nur eine PCIe 3.0x4 zu M.2 Karte bei mir liegen, habe mir aber gerade eine M.2 NVME SSD PCIe 2.0 x1 Karte* bestellt. Ich teste die Tage ob die Karte auf dem ASRock J5040-ITX* läuft. Meine Vermutung ist aber, dass dies gehen sollte. Alternativ kannst Du auch eine PCIe 2.0 x1 zu SATA Karte verbauen.
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Paul
Geschrieben am26.10.2020
Hi, guter Artikel. Alles, wie immer übersichtlich. Danke. Leider bin ich neu auf diesem Gebiet und habe noch nicht so die Erfahrung. Aber habe das Board schon ein paar Wochen im "Auge".
Eine paar kurze Fragen:
Die ASMedia-Treiber für die 2 restlichen SATA -Ports; werden diese bei Linux (z.B. unraid) automatisch mitinstalliert, damit ich alle 4 Ports mit Festplatten ansprechen kann oder muss man diese irgendwie manuell installieren?
Kann man auf der PCIe Schnittstelle eine M.2 SSD mit Adapter installieren, um z.B. einen Cache bei unraid zu betreiben. Findet man hier eine Anleitung dazu ? Danke schon mal.
Kommentar
Stefan (Team)
Geschrieben am25.10.2020
Der Gemini-Lake Refresh ist einfach ein Lückenfüller, weil Intel immer noch Probleme mit seiner neuen 10 nm Fertigung hat. Der wirkliche Nachfolger wird Skyhawk Lake bzw. Jasper Lake mit Tremont Kernen und der bringt dann endlich die Gen 11 iGPU mit. Insofern ist das Gemini-Lake Refresh wirklich fast ein Stillstand. Für mich ist das Board aber aus Mangel an Alternativen trotzdem empfehlenswert. Was soll man machen ...
Kommentar
Robert
Geschrieben am25.10.2020
Mit dem Fazit "NUR eine MINIMALE Verbesserung gegenüber dem Vorgängermodell" habt ihr das Board mit der CPU recht gut beschrieben. Das Intel hier allerdings in einem "aktuellen" Prozessor weiterhin eine mehr als 3 Jahre alte iGPU verbaut und verkaufen will, könnte bzw. sollte man vielleicht noch etwas besser hervorheben bzw. als technologischen Stillstand kritisieren.
Selbst wenn die iGPU für den durchschnittlichen Anwendungsfall dieses Boards halbwegs unkritisch ist, so muss man sich schon fragen warum es in diesem Bereich seit geraumer Zeit keinen sichtbaren Fortschritt mehr gibt und ob Intel da wirklich nichts verbessern kann oder die Kunden absichtlich für dumm verkaufen will. Denn die Preise senken sie ja nicht.

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