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Lohnt sich das Warten auf ASRock J5040-ITX und ASRock J4125-ITX ?

Geschrieben am25.08.2020 von Stefan RSS Feed
Ende 2020 soll es nach fast einem Jahr Verspätung nun endlich so weit sein: das ASRock J5040-ITX * und das ASRock J4125-ITX * beerben ihre Gemini-Lake Vorgänger. Die neuen Mainboards basieren auf Intels aktualisierten Gemini-Lake Refresh Prozessoren, die allerdings immer noch im 14 nm Fertigungsverfahren hergestellt werden. Da die Gemini-Lake Prozessoren relativ günstig und zudem sehr effizient sind, eignen sich diese hervorragend für ein Eigenbau-NAS oder einen kleinen Home-Server.

ASRock bietet seit langen mit dem ASRock J5005-ITX * und dem ASRock J4105-ITX * zwei sehr interessante Mini-ITX Mainboards an, auf denen die 4-Kern Intel Prozessoren passiv gekühlt werden. Da die Prozessoren nur über eine TDP von 10 Watt verfügen, ist dies problemlos möglich. ASRock möchte seine Gemini-Lake Mainboards nach über zwei Jahren endlich aktualisieren, allerdings kommt Intel scheinbar immer noch nicht mit der Lieferung seiner 14 nm Prozessoren hinterher. Der Chiphersteller priorisiert aktuell seine Intel Core bzw. Intel Xeon Prozessoren, die deutlich teurer sind und natürlich mehr Gewinn versprechen.

Über die letzten Monate haben uns viele Nachfragen nach den neuen Mainboards auf Gemini-Lake Refresh Basis erreicht. Gerade das ASRock J5040-ITX * wird von vielen sehnsüchtig erwartet. Wir haben in unserem CPU-Vergleich seit einiger Zeit alle Benchmark Ergebnisse zum Intel Pentium Silver J5040 und zum Intel Celeron J4125 in unserer Datenbank und können euch hier einen Ausblick auf die Leistung der neuen Gemini-Lake Refresh Mainboards von ASRock geben.


ProzessorKernanzahl und TaktfrequenzTDPArchitekturCB R20 SCCB R20 MC
Intel Pentium J50054x 1,5 GHz (Turbo bis 2,8 GHz)10 WattGemini-Lake197 cb669 cb
Intel Pentium J50404x 2,0 GHz (Turbo bis 3,2 GHz)10 WattGemini-Lake Refresh218 cb (+11 %)749 cb (+12 %)
Intel CeleronJ41054x 1,5 GHz (Turbo bis 2,5 GHz)10 WattGemini-Lake187 cb634 cb
Intel Celeron J41254x 2,0 GHz (Turbo bis 2,7 GHz)10 WattGemini-Lake Refresh201 cb (+7 %)675 cb (+6 %)




ASRock Mini-ITX Mainboards mit identischer Ausstattung


Bis auf die Taktfrequenz hat sich bei den Gemini-Lake Refresh Prozessoren Intel Pentium J5040 und dem Intel Celeron J4125 nichts getan. Das Stepping der Prozessoren ändert sich von B0 zu R0, die erhöhten Taktfrequenzen sind aber wohl der optimierten 14 nm Fertigung zuzuschreiben. Der Level-3 Cache der Prozessoren bleibt bei 4 MB. Auch bei der iGPU hat sich in 2 Jahren nichts getan. Es bleibt bei einer Intel UHD Graphics 605, die mit bis zu 0,8 GHz takten darf.

Auch das ASRock J5040-ITX * und das ASRock J4125-ITX * haben nur sehr wenig neues vorzuweisen: bis auf den Prozessor hat sich an den Mainboards nichts verändert. Es stehen nach wie vor 4 SATA-6G Ports zur Verfügung, wobei jeweils zwei direkt an den Prozessor und weitere zwei an einen separaten ASM1061 Chipsatz angebunden sind. Nach wie vor gibt Intel die Prozessoren mit einer maximalen Speicherunterstützung von nur 8 GB (DDR4-2400) an. Aus der Erfahrung wissen wir aber, dass zumindest 2x 8 GB = 16 GB Arbeitsspeicher einwandfrei auf den Vorgänger-Mainboards von ASRock funktionieren.


Lohnt sich das Warten auf ASRock J5040-ITX und ASRock J4125-ITX ?

Außerdem bieten die Gemini-Lake Refresh Mainboards einen PCIe 2.0 x 1 Slot zum Einbau einer Erweiterungskarte (z.B. einem SATA-Controller oder einer 1G-Netzwerkkarte). Beim intern verbauten Netzwerkchip bleibt mit dem Realtek RTL8111H auch alles beim alten. 2 USB 3.0 Ports am I/O-Panel werden durch einen weiteren USB 3.0 Header für Front-USB ergänzt.

Lohnt sich das Warten auf ASRock J5040-ITX und ASRock J4125-ITX ?
Es werden bis zu 3 Monitore gleichzeitig unterstützt, wobei aber nur zwei digital (per HDMI 2.0 sowie DVI-D) angebunden werden können. Die 4k-Auflösung kann über den HDMI 2.0 Port mit 60 Hz ausgegeben werden, weshalb sich die Mainboards auch für einen HTPC bzw. Medien-PC eignen.



Lohnt sich also das Warten auf die Gemini-Lake Refresh Mainboards ?


Das liegt natürlich im Auge des Betrachters. Unserer Meinung nach lohnt sich das Warten nicht. Dafür ist der Geschwindigkeitszuwachs mit 6-12 % einfach zu gering. Außerdem wissen wir noch nicht, ob der Intel Pentium Silver 5040 bzw. der Intel Celeron J4125 wirklich effizienter als ihre Vorgänger sind. Die Effizienz nimmt für gewöhnlich mit der Anhebung der Taktfrequenz ab. Das konnten wir erst kürzlich wieder in unserem Test des AMD Ryzen 5 4650G feststellen, den wir per cTDP mit 35, 45 und den originalen 65 Watt betrieben haben.

Da es sich bei den Intel Gemini-Lake Refresh Prozessoren ansonsten um die gleiche Architektur handelt, könnte es gut sein, dass sich die Mehrleistung der Prozessoren negativ auf die Energieaufnahme niederschlägt. Es ist nicht unwahrscheinlich, dass sowohl der Intel Pention Silver 5040 als auch der Intel Celeron J4125 einen etwas höheren Energieverbrauch aufweisen werden als ihre Vorgänger.

Wir sind zudem skeptisch, wie ASRock die neuen Mainboards preislich positioniert. Zum Produktstart waren die Mini-ITX Mainboards immer sehr teuer. Hingegen ist das ASRock J4105-ITX * mittlerweile bei unter 90 Euro angekommen, für das ASRock J5005-ITX * muss man ca. 115 Euro einkalkulieren. Da man hier eine sehr gute CPU-Mainboard Kombination bekommt, sind die Preise fair. Die neuen Mainboards werden höchstwahrscheinlich in den ersten Monaten wohl ein Ganzes Stück teurer werden.

Wer sich ein NAS zusammenbauen möchte, dem empfehlen wir also nach wie vor unser NAS Basic 2.0, welches auf die Gemini-Lake Prozessoren bzw. die Mini-ITX Mainboards von ASRock setzt.



Unsere aktuellen NAS-Zusammenstellungen in der Übersicht


Ihr habt jetzt Lust auf ein Eigenbau NAS bekommen ? Wir haben für euch eine Übersicht aller aktuellen NAS Zusammenstellungen erstellt. Diese Liste wird ständig aktualisiert und ist damit immer auf dem letzten Stand. Alle Systeme können mit einem beliebigen Betriebssystem (z.B. Windows 10, Linux oder FreeBSD) genutzt werden.

Wir nutzen als Standard-NAS Betriebssystem in unseren Artikeln OpenMediaVault, welches auf Debian Linux aufsetzt und eine Weboberfläche mit allen benötigten NAS-Funktionen zur Verfügung stellt. Linux Fachwissen wird nicht benötigt.

NameHDDsProzessorCB 15 MCECCLetztes UpdatePreis
NAS Starter 2.02Raspberry Pi 4 B *--Nein07/2019ab 67 €
NAS Basic 2.04Intel Celeron J4105 onBoard *263 cbNein03/2018ab 250 €
NAS Advanced 3.0B6+AMD Athlon 3000G *388 cbNein01/2020ab 255 €
NAS Expert 3.06+Intel Pentium G5400 *403 cbJa01/2020ab 455 €





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Kommentare (18)

Kommentar
Marc Gutt
Geschrieben am14.10.2020
Der Odroid H2+ könnte interessant sein, wenn man an jeden SATA Port noch einen SATA Port Multiplier packt:
https://wiki.odroid.com/odroid-h2/application_note/10_sata_drives

Leider hat aber der Tester versäumt die Performance zu zeigen, wenn nur 4 Laufwerke angeschlossen werden (also 2 pro Multiplier). Das wäre nämlich die optimale Konfiguration. Für 6 und mehr Laufwerke dürfte der Overhead zu groß werden, weshalb sie bei 10 Laufwerken auch nur noch 35 MB/s erreichen, was sicher keiner haben will.

Für Unraid wäre der Odroid H2+ übrigens die falsche Wahl. Dessen geringe Single Thread Performance könnte niemals auch nur einen 2.5G Port auslasten. Selbst mit SMB Multichannel + RSS dürfte das ein Ding der Unmöglichkeit sein. Ich habe zur optimalen CPU für Unraid hier mal was geschrieben:
https://forums.unraid.net/topic/97165-smb-performance-tuning/

Bei FreeNAS dürfte das sowieso ein Problem sein, da dort ja die CPU grundsätzlich stärker sein muss, also bleibt nur noch OpenMediaVault. Schade, dass sie keinen J5005 oder J5040 genommen haben. Auch ein Mini SAS HD SFF 8643 für 4x SATA wäre besser gewesen. Mal sehen was die nächste Generation bringt.
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Stefan (Team)
Geschrieben am14.10.2020
Durch die zwei 2,5 Gbit Schnittstellen finde ich den Odroid H2+ auch interessant. Allerdings ist er mit 150+ Euro auch recht teuer. Dazu kommt noch das eMMC Modul für 20 bzw. 40 Euro (16 bzw. 32 GB). Ich behalte den aber im Auge. Es folgt die Tage jetzt erstmal ein Test mit einem der neuen ASRock Mainboards.
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wahli
Geschrieben am13.10.2020
Stefan, könntest du evtl. mal einen Odroid H2+ als NAS testen?
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Stefan (Team)
Geschrieben am10.10.2020
Du meinst also einen Low-Cost Renoir. Könnte natürlich sein aber angekündigt ist da meines Wissens nach bisher nichts.
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Daniel
Geschrieben am10.10.2020
Danke für eure Antwort.

Ich dachte da eigentlich an die Athlon´s.
Der 3000G kam grob in diesen Zeitraum, vor einem Jahr, ohne großes "Tamtam".
Oder Irre ich mich da!?

Beste Grüße
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Marc Gutt
Geschrieben am08.10.2020
Bei AMD geht wenn nur der Embedded Ryzen. Doch die gibt es nur auf (sauteuren) Industrieboards. So ein Board mit einem V1605B wäre eigentlich toll für ein NAS. Allerdings habe ich keine Ahnung wie effizient die sind. Vielleicht kommen ja endlich NAS taugliche Boards mit dem V2000 Nachfolger.
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Stefan (Team)
Geschrieben am07.10.2020
Hi Daniel,

von AMD kommen jetzt erstmal die Ryzen 5xxx (Zen3), die sind für ein NAS nicht geeignet bzw. zu groß. Die Gemini-Lake Boards werden wir uns sicherlich in den nächsten Wochen anschauen und dann berichten :)
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Daniel
Geschrieben am04.10.2020
Hey, hey!

Mittlerweile habe ich das J5040 u. das J4125 itx im Deutschen Online Handel gesehen zum Kauf.
Preis sind ca. 120€ und Knapp 90€.
Wird es noch ein Fazit demnächst von euch dazu geben?
Und wie sieht ihr das, denn bald müssten die Neuen AMD CPU´s kommen.
Sollte man da noch mal abwarten? Wenn man Zeit hat.

Beste Grüße
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Dennis (Team)
Geschrieben am23.09.2020
@Maik

Reichen wird er sicher, kommt halt drauf an was ma selbst für Ansprüche hat. Ich persönlich würde mit sowas nicht glücklich werden.

Gruß
Dennis
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Maik
Geschrieben am23.09.2020
Reicht der Celeron J4105 für einen einfachen Office-Rechner (Word/Excel, Browsen, YouTube)?
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Stefan (Team)
Geschrieben am18.09.2020
Ja, vielleicht kommt dies ja im nächsten Jahr. Gerade bei den kleinen „billigen“ Systemen dauert das wirklich lange. Die neuen High-End Mainboards haben ja mittlerweile fast alle 2,5 Gbit LAN.
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Marco
Geschrieben am18.09.2020
Mensch, baut doch endlich 2.5gbit oder 10gbit LAN ein. Brauch den ganzen Audiomurks und so gar nicht, will einfach nur schnelleres Ethernet. Will dafür nicht den PCI-E Port opfern müssen
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Marc Gutt
Geschrieben am16.09.2020
@Homer
Es gibt viele Möglichkeiten SATA nachzurüsten:
- PCIe Karte
- M.2 Adapter wie die von IOCrest
- 1 auf 5 Port Multiplier

Letzteres nutze ich um günstig ((15 €) aus einem Port zwei bis drei zu machen. Ist auch "Zeug außen rum", aber die Platine klebt man sich eben irgendwo hin und gut ist. Da die Bandbreite eines Ports für mehrere HDDs reicht, hat man dadurch auch keine Einschränkung. Angeblich soll aber nicht jeder SATA Controller die Multiplier Funktion aktiv haben. Müsste man also im Härtefall testen. Das J5005 kann es in jedem Fall. Da habe ich schon zwei dran (nutze ich im Backup Unraid NAS).
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Stefan (Team)
Geschrieben am07.09.2020
Im x86-64 Bereich ist vom Verbrauch im Leerlauf her Intel immer noch die beste Lösung. Und da dann am ehesten die Atom Lösungen also Gemini Lake aktuell. Ab Anfang 2021 kommt dann der wirkliche Nachfolger Jasper Lake. Diese haben die neuen Tremont Kerne, die ca. 25% mehr Leistung haben, der Verbrauch im Leerlauf sollte mindestens gleich gut zu den aktuellen Lösungen sein. Ansonsten halt ARM-Lösungen, die sind von der Effizienz her und auch vom Verbrauch im Leerlauf durchaus eine Alternative.
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Homer
Geschrieben am07.09.2020
Gibt es denn eine passiv gekühlte Alternative zu J5005/J5040 mit mindestens gleicher, besser natürlich, mehr Performance? Hat AMD etwas am Start?
Gibt es Tests, die hauptsächlich auf die Stromaufnahme der CPUs/MB abzielen?
Bis dato habe ich nichts Gutes dazu gefunden. Sollte es eine CPU/MB Kombination geben, die im Idle sehr wenig Strom (~5-10W) brauchen würde, dürfte eine entsprechend performantere Kombi unter Last/Volllast gerne mehr Strom ziehen, dann ist die auch schneller fertig.

Am liebsten wäre mir ein Laptop MB an dass auch mittels Erweiterung Sata Anschlüsse erweiter werden können, aber die gibt es nicht zu kaufen (ohne Zeug außenrum :)
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Stefan (Team)
Geschrieben am02.09.2020
Ja das stimmt, aber die Verfügbarkeit war auch damals sehr dünn. Wenn man es so günstig bekommen hat, hat man auch etwas Glück gehabt.
Kommentar
Thomas
Geschrieben am02.09.2020
Was man beim Asrock J5005 nicht vergessen darf ist, dass es auch mal für den Pries von ca. 80 € - wenn ich mich richtig erinnere - verfügbar war und nur auf Grund der Knappheit an Prozessoren von Intel wieder so teuer geworden ist
Kommentar
Xavier
Geschrieben am31.08.2020
Der J4125 wird in den neuen Synology DS920+ sowie in DS720+ eingesetzt. Für alle die Xpenology nutzen wollen eine perfekte Kombination.

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