X

Eolize SVD-NC11-4 Bay Mini-ITX NAS Gehäuse mit 250 Watt Netzteil im Test

05.05.2019 von Stefan

Das Eolize SVD-NC11-4 ist ein Mini-ITX NAS Gehäuse in dem 4 Datenfestplatten (2,5 oder 3,5 Zoll) sowie eine weitere 2,5 Zoll Festplatte/SSD für das Betriebssystem Platz finden. Aufgrund der sehr kompakten Abmaße des Gehäuses wird das passende 250 Watt Netzteil (80 PLUS Bronze) gleich mitgeliefert.

Für unsere kleine aber sehr beliebte Eigenbau-NAS Lösung (NAS Basic) empfehlen wir mit dem Cooler Master Elite 120 Advanced ein günstiges Mini-ITX Gehäuse, welches das Budget mit nur rund 55 Euro belastet. Durch euer Feedback wissen wir, das sich viele unserer Besucher nach einem professionelleren Gehäuse für ein NAS interessieren.



Lieferumfang


Neben dem kleinen Gehäuse (32 x 21 x 21 cm) selbst liegt ein Kaltgerätekabel sowie ein (aus zwei Teilen bestehender) 3,5 Zoll zu 2,5 Zoll Festplattenrahmen bei. Die Laufwerksschächte sind standardmäßig für 3,5 Zoll Festplatten gedacht, können aber auch 2,5 Zoll SATA-Festplatten aufnehmen.

Es liegen zudem 4 gleiche Schlüssel bei, mit denen jeder Laufwerksschacht separat verriegelt werden kann. Im verriegelten Zustand ist die Entnahme der Festplatte nur mit Werkzeug und/oder Gewalt möglich.


Der Hersteller legt zudem jede Menge Schrauben sowie 4 Kabelbinder und ein 4-Pin PATA zu SATA Y-Adapter bei. Der COOLCOX 120mm Gehäuselüfter (12V x 0,21A = 2,5 Watt) ist bereits montiert. Eine Anleitung fehlt hingegen.



Ersteindruck und Verarbeitungsqualität


Das Eolize SVD-NC11-4 ist gut verarbeitet und macht einen professionellen Eindruck. Das ist auch gut so, denn neben dem Einsatz in kleineren Firmen oder Büros soll das NAS-Gehäuse auch private Enthusiasten ansprechen. Bei einem Preis von aktuell rund 130 Euro muss die Verarbeitung also stimmen. Schließlich bekommt man für diesen Preis auch etablierte Markengehäuse von zum Beispiel Fractal Design.

Um es gleich vorwegzunehmen: das Stahlgehäuse kann qualitativ nicht ganz mit Gehäusen von Fractal Design mithalten. Das bedeutet aber nicht, dass es sich hier um ein schlechtes Gehäuse handelt. Der Aufbau ist durchaus durchdacht und das mitgelieferte Netzteil ist kein Billig-Chinakracher sonder ein effizientes, 80 PLUS zertifiziertes Markennetzteil.

Die Kunststoff-Frontblende wirkt etwas billig, lässt sich aber einfach und ohne Werkzeug entfernen. Die Seitenteile sind mit jeweils einer Rändelschraube fixiert, sitzen aber trotzdem Bombenfest. Der Gehäusedeckel ist mit 4 Schrauben am Korpus befestigt. Das Netzteil (5 Schrauben) lässt sich ebenso entfernen wie auch das Modul in dem die Festplatten eingebaut werden (8 Schrauben).

Leider ist diese hohe Flexibilität auch notwendig, denn der Platz für die Komponenten (allen voran für das Mainboard) ist sehr knapp bemessen. Das sieht man dem Gehäuse auch an, denn es ist deutlich kürzer als z.B. das Cooler Master Elite 120 Advanced. Dies liegt vor allem daran, dass hier ein passgenaues Netzteil verbaut ist.



An der Frontblende befinden sich zwei USB 3.0 Ports sowie der Ein/Ausschalter und ein Resetknopf. Die vier Laufwerksschächte sind hinter einer Mesh-Tür versteckt. Der Mechanismus der Tür wirkt auf den ersten Blick nicht sehr hochwertig, denn die Schaniere scheinen aus Kunststoff zu sein. Da man aber die Tür nur sehr selten benutzen wird, geht dies in Ordnung (die Schalter sind auch bei geschlossener Tür erreichbar).

Auf dem Mainboard darf der erste Slot mit einer Erweiterungskarte genutzt werden, das Gehäuse hat eine entsprechende Aussparung.



Die Laufwerksschächte


Was macht ein Gehäuse zu einem guten NAS-Gehäuse ? Die Erreichbarkeit der Datenfestplatten ist sicher ein Kriterium, dass für viele wichtig ist. In diesem Punkt steht das Eolize SVD-NC11-4 Fertig-NAS Systemen von Synology oder QNAP in nichts nach.

Die Aufnahmerahmen lassen sich einfach entfernen und machen einen guten Eindruck. Die Festplatten müssen allerdings mit jeweils 4 Schrauben befestigt werden, ein Schnellverschluss ist nicht vorhanden. Da man die Festplatten aber wohl eher selten von den Aufnahmerahmen trennt, sehen wir hier keinen großen Nachteil. Auch an den Platinen für die SATA und Stromkonnektivität ist qualitativ nichts auszusetzen.



Der Öffnungs- und Schließmechanismus der Laufwerksschächte funktioniert einwandfrei und lässt sich im Handumdrehen verriegeln. Warum der Hersteller hier viermal den selben Schlüssel beilegt, erschließt sich uns allerdings nicht.

Um die 4 SATA Ports des Festplattenmoduls mit dem Mainboard zu verbinden empfehlen sich SATA-Kabel mit geradem Stecker auf beiden Seiten. Zum Beispiel Mudder 45cm SATA 3 Kabel (5 Stück). Für jeden Einbauschacht wird der Festplattenstatus (Power On sowie Zugriff) über eine eigene LED angezeigt. Unterhalb des Festplattenmoduls lässt sich eine 5. Festplatte/SSD für das Betriebssystem verbauen.



Netzteil


Das dem Gehäuse beiliegende FlexATX Netzteil (Enhance ENP-7025B) ist für ca. 60 Euro auch separat erhältlich, was einen späteren Austausch ermöglicht. Das Netzteil ist 80 PLUS Bronze zertifiziert und nimmt maximal 250 Watt auf. Es besitzt einen aktiven PFC sowie eine temperaturabhängige Lüftersteuerung. Bei dem Lüfter handelt es sich aufgrund der kompakten Bauweise um einen 40 mm Lüfter, der durchgängig hörbar seinen Dienst verrichtet.

Das Netzteil unterstützt alle gängigen Schutzarten (Überspannung, Kurzschluss, Überlast, Temperaturschutz). Es handelt sich hier definitiv nicht um ein Billig-Netzteil, sondern um ein 24/7 geeignetes Netzteil für den Einbau in Servern oder Firewalls. Von der Energieeffizienz kommt es allerdings nicht an unsere PicoPSU-90 mit externem Netzteil heran, die wir sonst gerne verwenden. Es liegt eher auf dem Niveau eines normalen, intern verbauten Netzteils.

Neben dem 20+4 ATX Konnektor besitzt das Netzteil zwei 4-Pin PATA Anschlüsse, die für die Laufwerksschächte genutzt werden. Zusätzlich besitzt das Netzteil zwei SATA-Stromanschlüsse sowie einen ATX4/8 PIN Stromanschluss für energiehungrige Mainboards. Das vollständige Datenblatt des Enhance ENP-7025B findet ihr auf der Herstellerseite.





Lüfter, Geräuschentwicklung,Temperatur und Energieverbrauch


Wie bereits beschrieben wird das Gehäuse mit einem 120 mm Lüfter geliefert. Dieser ist nicht sehr hochwertig und erzeugt ein durchgehendes Brummen. Je nach Einsatzort empfiehlt sich der Austausch des Lüfters, z.B. mit einem Noctua NF-F12 PWM.



Der Netzteillüfter ist aufgrund seiner geringen Größe von nur 40 mm (und der daraus resultierenden, höheren Umdrehungsgeschwindigkeit) jederzeit hörbar. Die Geräuschentwicklung des Netzteils ist unserer Meinung trotzdem in Ordnung. Theoretisch lässt sich auch dieser Lüfter austauschen. Dazu muss allerdings das Netzteil geöffnet werden. Daher möchten wir hier nicht weiter darauf eingehen. Ein Austausch des Netzteillüfters ist unserer Meinung nach auch nicht notwendig.

Beim Betrieb unseres Testsystems (siehe weiter unten) sind uns keine Besonderheiten oder Probleme aufgefallen. Durch den 120 mm Lüfter werden sowohl die Festplatten als auch das Mainboard ausreichend gekühlt.

Mit unserem NAS Basic Komponenten lässt sich ein Energieverbrauch von 11,4 Watt ohne bzw. 12,9 Watt mit Gehäuselüfter im Leerlauf erzielen. Das sind ca. 2 Watt mehr als mit einer PicoPSU-90 und einem externen Netzteil. Ein guter Wert, der auch von anderen Markennetzteilen von beQuiet nicht unterboten wird. Das interne Netzteile immer etwas mehr verbrauchen als externe Netzteile mit einem DC-DC Wandler liegt an zusätzlichen Schutzschaltungen und der aktiven Belüftung des Netzteils.



Einbau von Komponenten


Als Testsystem haben wir ein ASRock J4105-ITX verwendet, welches auch die Basis unseres NAS Basic bildet. Der Vorteil des kleinen Mainboard ist der direkt auf dem Mainboard verbaute Prozessor, welcher durch einen passiven Kühlkörper gekühlt wird.

Das Gehäuse bietet aber auch ausreichend Platz für ein Mainboard mit einem Prozessor der einen aktiven Lüfter benötigt. Allerdings ist der Platz sehr beschränkt und so können nur sehr flache Kühler (z.B. der Intel Boxed-Lüfter) verbaut werden. Vom Gehäuseboden bis zur Oberseite des Festplattenmoduls haben wir 6,5 cm gemessen. Ist ein Mainboard mit Abstandshaltern verbaut, reduziert sich die verbleibende Höhe um 1 auf 5,5 cm.



Für den Einbau haben wir das modulare Gehäuse fast vollständig zerlegt. Dies ist aber recht einfach und schnell machbar. Aus Erfahrung wissen wir, dass der Einbau in kleinen Gehäusen häufig aufwendiger ist. Dafür wird man am Ende mit einem NAS-System belohnt, welches einen sehr geringen Platzbedarf hat.



Fazit


Das Eolize SVD-NC11-4 ist ein gut durchdachtes NAS-Gehäuse für bis zu 4 Festplatten mit der Möglichkeit ein vollwertiges Mini-ITX Mainboard zu verbauen. Schwächen leistet es sich nur in den Details, wie z.B. den Türschanieren und dem unruhigen 120 mm Gehäuselüfter.

Wir finden den recht hohen Preis des Eolize SVD-NC11-4 von 130 Euro für gerechtfertig. Erstens ist die Auswahl an NAS-Leergehäusen generell beschränkt und zweitens liegt mit dem Enhance ENP-7025B schon ein hochwertiges 250 Watt Netzteil bei (alleine rund 60 Euro), welches noch dazu ideal in das Gehäuse passt und später bei einem Defekt ausgetauscht werden kann.

Wenn ihr nun Lust auf den Bau eines NAS-Systems bekommen habt, würden wir uns freuen wenn ihr euch unsere NAS Basic und NAS Advanced Bauvorschläge anschaut !



Kommentare (5)


Klaus
16.05.2019
Vielen Dank Stefan. Die Antwort ist sehr einleuchtend ;-))
Ich war mir etwas unsicher, da beim Vorgängermodell die Seitenteile unterschiedlich waren und gedreht werden konnten. Somit waren die Lüftungsgitter beidseitig entweder oben bzw. unten.

Das kannte ich bisher so nicht und dachte an eine Fehllieferung.
Also nochmals, vielen herzlichen Dank und macht weiter so.

Stefan (Team)
16.05.2019
Ganz simple Antwort: die beiden Seitenteile sind identisch. Somit spart sich der Hersteller zwei unterschiedliche Teile. Ich denke das Lüftungsgitter ist auf das Netzteil ausgerichtet und daher auf der anderen Seite leicht nach unten versetzt.

Klaus
15.05.2019
Hallo,
ich habe den tollen Bericht gelesen und mir dieses Gehäuse zugelegt.
Dabei ist mir aufgefallen, dass sich die Lüftungsschlitze in den Seitenteilen
an unterschiedlicher Stelle befinden. Von vorne gesehen befindet sich das
Lüftungsgitter auf der rechten Seite oben und auf der linken Seite unten...

Kann mir bitte jemand erklären warum?

LG

Stefan (Team)
08.05.2019
Hi Peter, reiche ich gerne in den nächsten Tagen nach !

Update: ich habe den Artikel um den Energieverbrauch aktualisiert:

Mit unserem NAS Basic Komponenten lässt sich ein Energieverbrauch von 11,4 Watt ohne bzw. 12,9 Watt mit Gehäuselüfter im Leerlauf erzielen. Das sind ca. 2 Watt mehr als mit einer PicoPSU-90 und einem externen Netzteil. Ein guter Wert, der auch von anderen Markennetzteilen von beQuiet nicht unterboten wird. Das interne Netzteile immer etwas mehr verbrauchen als externe Netzteile mit einem DC-DC Wandler liegt an zusätzlichen Schutzschaltungen und der aktiven Belüftung des Netzteils.

Peter
08.05.2019
Hallo Stefan,

danke für diesen interessanten Bericht.
Hast die die Stromaufnahme beim Basic System mal gemessen? Bei den Rezensionen bei Amazon gibt es ja unterschiedliche Meinungen bezüglich der Effektivität des Netzteils, wobei die Bewertungen sich ja auch schon über mehrere Jahre hinziehen und folglich wahrscheinlich unterschiedliche Netzteilgenerationen bewertet wurden.

Danke!

Diesen Artikel kommentieren:

Hinweis:
  • Nur Fragen / Antworten direkt zum Artikel
  • Kein Support für andere Hard- oder Software !


Name:
   
Kommentar:
   
    

Bild abtippen:
   
Artikel-Abo: optional
  Wenn Du eine E-Mail-Adresse angibst, informieren wir dich, sobald es hier etwas Neues gibt.