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Metallicgear Neo Mini V2 im Test - Flüsterleises Mini ITX Gaming

Geschrieben amgeschrieben von Stefan, zuletzt aktualisiert am RSS Feed
Wir bauen uns mit dem Metallicgear Neo Mini V2 einen kleinen Spielecomputer, der auch unter Last sehr leise sein soll. Was noch vor wenigen Jahren mit nur sehr viel Aufwand möglich war, lässt sich heute mit Standard-Komponenten realisieren. Wir zeigen euch Schritt für Schritt wie das geht und testen nebenbei auch speziell das Metallicgear Neo Mini V2 Gehäuse.

Metallicgear Neo Mini V2 im Test - Flüsterleises Mini ITX Gaming
Verbaut haben wir in diesem Test einen etwas älteren AMD Ryzen 9 3900X, weil wir diesen bereits besitzen. Bei einem Neukauf solltet ihr auf aktuelle Hardware wie die Intel Core i Prozessoren der 13. Generation (z.B. den Intel Core i5-13600KF) oder die AMD Ryzen 5000/7000 Serie setzen.

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Gehäuse

EigenschaftWert Bemerkungen
Name Metallicgear Neo Mini V2
Abmessungen (BxHxT) 190 x 350 x 380mm
Mainboard Formfaktor Mini-ITX
Volumen 25Liter
Gewicht 4,9kg
GPU-Slots 2,5
GPU-Breite 55mm
GPU-Länge 345mm abzüglich Front-Lüfter / Radiatordicke
Radiator (Vorne) 240/280
Radiator (Seite) 240
Radiator (Hinten) 120
Lüfter (Vorne) 2x 120/240
Lüfter (Seite) 2x 120
Lüfter (Hinten) 1x 120
Lüfter (inkl.) 1x 120 mm Metallicgear Skiron 120mm, 4-Pin PWM
29 dB(A) @ 1500 rpm, 85 m³/h (50 CFM)
CPU-Lüfterhöhe 160mm
Netzteil-Formfaktoren ATX
Netzteil Länge 220mm
Front-Ports 2x USB 3.0, HD-Audio (Mic / Line-Out)
SSD / HDD 2x 2,5 Zoll, 1x 3,5 Zoll
Material Aluminium, Stahl
Farben Schwarz, Silber
RGB 1x RGB (12 V) Vorne unten mittig
Garantie 5Jahre
Preis 80Euro

Das Metallicgear Neo Mini V2 ist mit einem Volumen von etwa 25 Litern eher ein "großes" ITX-Gehäuse, doch dafür muss man im Vergleich zu einem normalen Gehäuse nur wenig Kompromisse eingehen. Ein ATX-Netzteil passt problemlos und auch einen 280er Radiator bzw. eine 280 AIO-Wasserkühlung lässt sich in der Vorderseite verstauen. 240er Lösungen passen ebenfalls in die Front bzw. auch in die hintere Seitenwand. Ein 120er Lüfter oder auch Radiator kann in Rückseite eingebaut werden.

Wer keine AIO-Wasserkühlung einsetzen möchte, der kann CPU-Kühler bis zu einer Höhe von maximal 160 mm in dem Gehäuse unterbringen. Meine Wahl wäre hier der Noctua NH-D15S chromax.black, der exakt 160 mm hoch ist und eine sehr gute Kühlleistung bei geringer Lautstärke besitzt. Günstigere Lösungen funktionieren aber natürlich auch.

Metallicgear Neo Mini V2 im Test - Flüsterleises Mini ITX GamingFür einen Preis von knapp 80 Euro ist das Gehäuse gut verarbeitet und stabil. Wer bereits Phanteks Gehäuse verbaut hat, weiß was man bekommt: eine gute Qualität zu einem fairen Preis. Metallicgear gehört zu Phantek und das merkt man auch an allen Ecken und Kanten. Letztere sind übrigens gut entgratet.
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Grafikkarten passen bis zu einer Länge von 345 mm, allerdings reduziert die in der Front genutzte Kühllösung die Länge der Grafikkarte. Im Endeffekt bleiben dann bei einer 280er AIO ca. 275 bis 290 mm an Länge für die Grafikkarte übrig. Damit passen größere Grafikkarten wie z.B. eine ASUS ROG Strix GeForce RTX 3070 (319 mm) nicht mehr in das Gehäuse.

Da die Front aber der mit Abstand beste Platz für eine AIO im Metallicgear Neo Mini V2 ist und auch der einzige an dem sich eine 280er AIO verbauen lässt, ist dies tatsächlich unser größter Kritikpunkt an dem Gehäuse. Das dies bei sogar etwas weniger Gehäusevolumen besser geht, zeigt z.B. das Cooler Master NR200P MAX, in das Grafikkarten bis zu einer Länge von 336 mm ohne Einschränkungen passen.

Wer auf eine klassische Luftkühlung der CPU setzen möchte, der hat dieses Problem nicht. In der Front lassen sich dann je nach benutzter Grafikkarte 1-2 Lüfter mit einer maximalen Größe von 140 mm verbauen.

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Das Kabelmanagement ist für ein Gehäuse dieser Größe gut gelöst und sollte keine Probleme bereiten. Ein Echtglas-Seitenfenster gewährt Einblick in die Innereien des Systems.

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Im Lieferumfang enthalten ist ein 120 mm größer Lüfter, der in der Front verbaut ist. Es handelt sich um den Metallicgear Skiron 120mm, der per 4-Pin PWM angeschlossen wird und auf maximale 29 dB(A) @ 1500 rpm bei 85 m³/h (50 CFM) kommt. Für einen Gehäuselüfter sind 29 dB(A) schon recht laut. Ein be quiet! Silent Wings 4 PWM, 120mm kommt bei gleicher Leistung auf maximal 19 dB(A) und kostet ca. 20 Euro. Gut investiertes Geld sofern euch die Lautstärke des Systems wichtig ist.

Wir haben auf den Einbau eines zusätzlichen 120 mm Gehäuselüfters in der Rückseite verzichtet, da der Luftfluss der verbauten 280er AIO-Wasserkühlung bereits ausreicht und im Gehäuse kein Wärmestau entsteht.

Verzichten muss man leider auch auf einen modernen USB-C Anschluss im vorderen Bereich, hier bietet das Metallicgear Neo Mini V2 mit 2x USB 3.0 sowie einen Mikrofon und Line-Out nur Standardkost. Außerdem lässt sich über einen Knopf die RGB Beleuchtung, die mittig die untere Vorderseite des Gehäuses beleuchtet, steuern. Die RGB Beleuchtung kann aber auch über einen RGB-Header (4 Pin 12V) des Mainboards gesteuert werden.

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In der Gehäuseunterseite versteckt sich ein Mesh-Gitter mit Staubfilter. Durch dieses zieht die Grafikkarte ihre Luft. Das funktioniert hervorragend und so bleibt die GPU schön kühl. Die Grafikkarte wird direkt in den PCIe x16 Slot des Mainboards gesteckt, einen PCIe-Riser gibt es nicht.

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Das Gehäuse besitzt auf der linken Seite eine Echtglasscheibe. Im Bereich des Netzteils besitzt diese einen schwarzen Aufdruck der die Sicht auf das Netzteil beschränkt.


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Prozessor & Mainboard

EigenschaftWert Bemerkungen
Mainboard ASUS ROG Strix B550-I Gaming
Prozessor AMD Ryzen 9 3900X
Arbeitsspeicher 32 GB Corsair Vengeance RGB Pro DDR4-3200 Kit (2x 16 GB) CL16
Grafikkarte MSI Radeon RX 6600 XT Gaming X 8G 2,5 Slots breit, 1x 8-Pin PCIe, PCIe 4.0 x8, 170 W
Grafikkarte (Alternativ) MSI GeForce RTX 3060 Ti Gaming 8G 2,5 Slots breit, 2x 8-pin PCIe, PCIe 4.0 x16, 225 W

Als Mainboard kommt bei diesem Test das ASUS ROG Strix B550-I Gaming (Sockel AM4) zum Einsatz. Jedes andere Mini-ITX Mainboard funktioniert natürlich ebenso. Mir ist bei der Wahl des Mainboard immer wichtig, dass alle benötigten Anschlüsse vorhanden sind. Wichtig ist mir ebenso 2,5 Gbit/s Lan und W-Lan/Bluetooth für die Anbindung eines XBox Wireless Controller. Ein Bluetooth-Dongle kann man natürlich auch nachrüsten, verbraucht dann aber einen der bei Mini-ITX Systemen meist knappen USB-Ports.

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Unüblich: für die Kühlung der Spannungswandler verbaut ASUS einen aktiven Lüfter. Im Leerlauf ist dieser nicht hörbar, unter Last kann er aber schnell nerven. Zum Glück lässt sich der VRM-Lüfter auf Wunsch im Bios deaktivieren was wir auch getan haben. Temperaturprobleme hatten wir auch ohne den VRM-Lüfter nicht.

Ansonsten bietet das ASUS ROG Strix B550-I Gaming neben 2,5 GBit Lan auch WiFi 6 inkl. Bluetooth 5. Neben dem normalen USB 3.0 Header für Frontanschlüsse steht auch ein USB-C 10 GB/s Header zur Verfügung, den wir im Metallicgear Neo Mini V2 aber leider nicht nutzen können. Jeweils 1 RGB-Header und 1 A-RGB Header der 2. Generation stehen bereit. Beide haben wir in diesem System auch benutzt (1x Gehäuse und 1x AIO-Kühlung).

Der B550 Chipsatz bringt PCIe 4.0 für die Anbindung der Grafikkarte sowie für eine M.2 SSD mit. Auf der Rückseite des Mainboards ist Platz für eine zweite M.2 SSD, die aber nur per PCIe 3.0 angebunden ist. Aus Gründen der Wärmeentwicklung sollten hier keine SSDs verbaut werden, die zu heiß werden.

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Bei uns kommt noch ein AMD Ryzen 9 3900X zum Einsatz. Wer mit dem Kauf einer neuen CPU liebäugelt, dem sei ein Prozessor aus der AMD Ryzen 5000 Generation ans Herz gelegt, z.B. reicht ein AMD Ryzen 7 5800X selbst für High-End Gaming aus. Aber auch die Intel Prozessoren der 12 oder 13. Generation (z.B. Intel Core i7-12700KF) mit einem dazu gehörigen Z690 oder gar Z790 Mainboard passen gut in das Testgehäuse.

Wer mehr Leistung benötigt, kann in das Metallicgear Neo Mini V2 auch einen schnelleren Prozessor wie den AMD Ryzen 9 5900X oder einen Intel Core i9-13900KF einbauen. Die Kühlung solch starker CPUs ist in dem Gehäuse problemlos machbar.

In dem Testsystem sind 32 GB Corsair Vengeance RGB Pro DDR4-3200 Kit (2x 16 GB) CL16 verbaut. Diese verfügen über eine in der Corsair iCue Software einstellbare RGB-Beleuchtung. Maximal sind auf dem Mainboard 64 GB Arbeitsspeicher möglich.

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Kühlung

EigenschaftWert Bemerkungen
Benutze CPU-Kühlung Arctic Liquid Freezer II 280 A-RGB 65 mm Dicke (38 mm Radiator + 27 mm Lüfter)

Wir nutzen in diesem System wie bereits erwähnt eine 280er AIO-Wasserkühlung für den Prozessor. Damit lässt sich eine sehr gute Kühlleistung bei sehr niedriger Lautstärke erreichen. Zum Vergleich: der Noctua NH-D15 gilt als quasi Referenz in Sachen Luftkühlung. Die Kühlleistung des Noctua Lüfters liegt laut Dan-Cases auf dem Niveau einer 240 AIO. Unsere verwendete 280er AIO sollte also in der Kühlleistung sogar etwas besser sein als der stärkste Luftkühler.

Allerdings passen in das Gehäuse nur CPU-Kühler bis zu einer maximalen Höhe von 160 mm. Wie oben beschrieben wäre für mich der Noctua NH-D15S chromax.black die erste Wahl.


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Auf unserem Prozessor sitzt in diesem Test die Arctic Liquid Freezer II 280 A-RGB AIO-Wasserkühlung. Die Arctic Liquid Freezer II Reihe landet regelmäßig auf den TOP-Plätzen was sowohl die Kühlleistung als auch die sehr geringe Lautstärke anbelangt. Sie besitzt einen 40 mm großen VRM-Lüfter im Pumpenkopf, der auf Wunsch durch entfernen des Stromkabels deaktiviert werden kann. Er ist aber in der Regel überhaupt nicht zu hören und wird PWM-gesteuert.

Die auf der AIO-Wasserkühlung verbauten ARCTIC P14 A-RGB 140 mm Lüfter bedienen ein Drehzahlband von sehr niedrigen 200 bis zu 1900 Umdrehungen pro Minute. Die Lüfter besitzen jeweils 12 A-RGB LEDs und können bei maximaler Drehzahl 117 m³ Luft pro Stunde bewegen. Insgesamt die die Lüfter als gut bis sehr gut zu bezeichnen.

Etwas besser sind nach unserer Ansicht nur noch die Noctua NF-A14x25 PWM (300 - 1500 rpm @ 140 m³/h). Auch die be quiet! Silent Wings 4 PWM, 140mm (200 - 1100 rpm @ 87 m³/h) sind sehr zu empfehlen und bei weniger Leistung auch nochmal leiser als die sowieso kaum hörbaren Noctua Lüfter. Beiden Lüftern fehlt aber eine RGB-Beleuchtung.

Etwas untypisch ist die Lüfter- und Pumpensteuerung der Arctic Liquid Freezer II. Diese wird nämlich mit nur einem 4-Pin Kabel mit dem Mainboard verbunden, so dass man die Pumpendrehzahl sowie die Drehzahl der Lüfter einschließlich des VRM-Lüfters nur zusammen regeln kann. Eine unabhängige Reglung der Pumpendrehzahl ist nicht möglich. Zumindest bei der 280er Version scheint das kein Nachteil zu sein, Leistung und Lautstärke von Pumpe und Lüfter scheinen vom Hersteller gut ausbalanciert zu sein.

Man kann natürlich die Lüfter des Radiators separat auf dem Mainboard anschließen, wenn man eine unabhängige Reglung beider Komponenten bevorzugt. Je nach Gehäuse und PC kann das sinnvoll sein, wir haben die Arctic Liquid Freezer II im Metallicgear Neo Mini V2 nur über ein Kabel angeschlossen, so wie die AIO-Kühlung auch ausgeliefert wird.

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Die hohe Kühlleistung der AIO hat allerdings einen Nachteil: der Radiator ist mit 38 mm ziemlich dick und kommt zusammen mit den verbauten ARCTIC P14 A-RGB 140 mm Lüftern auf eine Gesamtdicke von 65 mm.

In das Metallicgear Neo Mini V2 passt die Arctic Liquid Freezer II 280 A-RGB trotz seiner Dicke gut rein, so lange ihr keine allzu lange Grafikkarte verbauen möchtet. Die maximal mögliche Länge der Grafikkarte ist abhängig von der Kühllösung in der Front. Die verfügbare Länge im Gehäuse beträgt insgesamt 345 mm. Die Arctic Liquid Freezer II 280 A-RGB nimmt 65 mm ein (Radiator inkl. Lüfter), daher bleiben noch 280 mm für die Grafikkarte übrig.

Der AIO-Wasserkühler besitzt A-RGB und kann auf den A-RGB Header des Mainboards angeschlossen werden. Er ist kompatibel zu allen gängigen Marken wie ASUS Aurasync, MSI MysticLight usw.

Wer auf die RGB-Beleuchtung verzichten kann oder möchte, bekommt die ARCTIC Liquid Freezer II 280 auch ohne RGB für ca. 20 Euro weniger. Der übrige Funktionsumfang ist identisch mit der RGB-Version. Die neuste Wärmeleitpaste MX-5 legt Arctic allen Versionen kostenlos in geringer Menge (reicht für 2-3 CPUs) bei.

Für die Montage der AIO für den Sockel AM4 wird die originale AMD-Backplate genutzt, so dass die AIO auch zu dem neuen Sockel AM5 kompatibel ist. Auf das Mainboard werden dann von Oben 4 Abstandshülsen gesteckt und die AIO mit 4 Schrauben festgeschraubt.


Eine gute Alternative ist die be quiet! Silent Loop 2 280. Hierbei handelt es sich um eine extrem leise AIO-Kühlung, die mit einer gedämmten Pumpe kommt und auf dem nur 27 mm dicken Radiator zwei Silent Wings 3 High-Speed Lüfter mitbringt. Die Gesamtdicke liegt bei 52 mm, so dass man dann eine Grafikkarte mit bis zu 293 mm Länge in das Metallicgear Neo Mini V2 bekommt.

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Die Lautstärke der AIO gibt be quiet! mit 16,5 dB(A) @ 25%, 20,3 dB(A) @ 50% und 36,1 dB(A) bei 100% an. Pumpe und Lüfter werden separat angeschlossen und geregelt. Der Pumpenkopf selbst sitzt typischerweise auf der CPU und besitzt eine A-RGB Beleuchtung, während die Lüfter des Radiators nicht beleuchtet sind.

Wir haben uns letztendlich für die Arctic Liquid Freezer II 280 A-RGB entschieden, da wir davon bereits die 360er Version verbaut hatten und seit über zwei Jahren gute Erfahrungen damit gesammelt haben. Die AIO ist aus dem Gehäuse in den meisten Situationen nicht zu hören und auch nach 10 min Cinebench R23 Mehrkern-Durchläufen ist das System bei einer Raumtemperatur von 20 Grad und einer Drehzahl von ca. 25 Prozent lautlos.

Unsere CPU ist ein AMD Ryzen 9 3900X (12C 24T) und erreicht dabei maximal eine Kerntemperatur von 85°C. Die Tj max liegt bei meiner CPU bei 95°C. Ab dieser Kerntemperatur würde sich der Prozessor heruntertakten um nicht zu überhitzen. Allerdings kann der Prozessor schon vorher die maximale Taktfrequenz im Turbo-Modus (bei AMD Precision Boost genannt) reduzieren. Achtung: bei AMD Ryzen Prozessoren der 5000 Serie liegt die Tj max bei nur noch 90°C.

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Die Lüfterkurve lässt sich schnell und einfach in der ASUS AI-Suite erstellen. Sobald Windows gestartet wird, wird die Lüfterkurve dann angewendet. Ihr könnt die Lüfter aber auch im Bios einstellen. Da bei der Arctic Liquid Freezer II 280 A-RGB die Pumpe und die Lüfter gemeinsam angesteuert werden, muss man hier auch nur eine Lüfterkurve erstellen.

Wer es kühler mag, kann die Drehzahl der AIO natürlich erhöhen, Luft nach Oben ist genug. Für uns ist die Lautstärke in diesem Moment wichtiger und zudem betreiben wir unsere Systeme nur sehr selten unter voller Auslastung.

Im Auslieferungszustand der Arctic Liquid Freezer II 280 A-RGB saugen die Lüfter die Luft vom Gehäuseinneren an und blasen diese durch die seitlichen Lüftungsschlitze in der Front. Ich bin bei dieser Richtung geblieben, denn die Grafikkarte wird durch Lüftungsschlitze im Boden des Gehäuses mit kalter Luft versorgt und die AIO schafft die nach oben steigende, warme Luft dann aus dem Gehäuse.

Die Luftrichtung lässt sich durch ein drehen der beiden Lüfter aber natürlich auf Wunsch problemlos verändern. Bei größeren Gehäusen macht man das häufig, bei kleineren ist es wichtiger die Wärme gut aus dem Gehäuse zu bekommen.

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Die Temperaturen von CPU und GPU bleiben auch nach mehreren 3D Mark Benchmark-Durchläufen im grünen Bereich.

In Spielen wird die CPU maximal 75°C warm. Die beiden 100 mm Lüfter der bei uns im System verbauten MSI Radeon RX 6600 XT Gaming X 8G drehen auch nach längerer Auslastung von 100% bei 40% und 1400 Umdrehungen pro Minute. Die Lüftersteuerung von MSI ist schon ziemlich perfekt ausbalanciert, so dass wir hier keine manuellen Anpassungen im MSI Afterburner gemacht haben.

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Beim Spielen ist die Grafikkarte als einzigste Komponente des Systems leise zu hören. Aus einer Entfernung von 1 bis 1,5 Metern ist kaum ein Geräusch mehr zu bemerken. Die TDP der RX 6600 XT liegt bei 150 Watt, wobei unsere Grafikkarte nie mehr als 145 Watt benötigt hat. Die Grafikkarte sollte auch neuere Spiele in 1080p flüssig darstellen können, wobei wir meist ältere Spiele, dafür aber in 4K-Auflösung spielen (z.B. Ark, Diablo 2 Ressurected, Diablo 3, Valheim).

Mehr Leistung bei gleichem Platzbedarf bietet die MSI GeForce RTX 3060 Ti Gaming X 8G, welche aber über eine TDP von 220 Watt verfügt und daher etwas wärmer und lauter werden könnte. Vom Platz her lässt sich von NVIDIA maximal eine Nvidia GeForce RTX 3070 Ti Founders Edition verbauen.

Bei AMD hat man mehr Auswahl und kann sogar eine AMD Radeon RX 6900 XT verbauen. Über den letzten Link gelangt ihr zu unserer GPU-Suche, in der ihr euch Grafikkarten berücksichtigt nach der maximalen Länge anzeigen lassen könnt. Wir betreiben mit GPU-Monkey einen Grafikkarten-Vergleich, schaut doch mal vorbei !

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SSD & Festplatten

EigenschaftWert Bemerkungen
Name 1TB ADATA XPG Gammix S50

Das Betriebssystem (Windows 11) sollte man auf einer SSD installieren. Wir haben eine 1TB ADATA XPG Gammix S50 verbaut. Diese hatten wir bereits, wer eine neue kaufen möchte, könnte zur Samsung SSD 980 PRO 1TB greifen. Beides sind sehr schnelle PCIe 4.0 SSDs mit mehr als 5 GB/s Übertragungsgeschwindigkeit. Aber auch langsamere M.2 SSDs sind meistens völlig ausreichend.

Verzichtet wenn möglich auf 2,5 oder gar 3,5 Zoll Festplatten oder SSDs, da diese zusätzlichen Platz im System benötigen. Solltet ihr eine bereits vorhandene 2,5 Zoll SSD nutzen wollen, ist dies aber natürlich kein Problem, bis zu zwei Stück können auf der Rückseite hinter dem Mainboard verbaut werden.

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Netzteil

EigenschaftWert Bemerkungen
Formfaktor ATX

Verbaut haben wir in diesem Testsystem ein be quiet! Straight Power 11 750W, also ein ganz normales ATX-Netzteil. Dieses wird hinten oben im Gehäuse verbaut. Es saugt Luft aus dem Inneren des Gehäuses and und bläst diese nach hinten aus. Das be quiet! Straight Power 11 750W ist 170 mm lang, es können aber auch noch längere Netzteile bis ca. 220 mm Länge verbaut werden.

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Da im Metallicgear Neo Mini V2 normale ATX-Netzteile verbaut werden können, hat man hier eine große Auswahl. Da es sich trotzdem um ein Mini-ITX Gehäuse handelt, würden wir zu einem Netzteil mit Kabelmanagement raten und dann nur die Kabel anschließen die unbedingt benötigt werden.

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Zusammenfassung

EigenschaftWert Bemerkungen
Testsystem Preis ca. 1700Euro teilweise ältere Komponenten

Wer mit der maximalen Grafikkartenlänge von 345 mm bzw. 275 bis 290 mm mit verbauter 280er AIO-Wasserkühlung in der Front auskommt oder anstatt einer AIO-Wasserkühlung auf einen hochwertigen CPU-Luftkühler setzt, der erhält mit dem Metallicgear Neo Mini V2 ein einsteigerfreundliches und gut durchdachtes Mini-ITX Gehäuse. Die Verarbeitung ist für den Preis gut und auch etwas Kabelmanagement auf der Rückseite hinter dem Mainboard ist möglich.

Der Airflow ist ohne Probleme in den Griff zu bekommen und ermöglicht mit einer 280er AIO-Wasserkühlung wie der Arctic Liquid Freezer II 280 A-RGB einen flüsterleisen Betrieb des Systems. Die CPU-Kühlung ist damit so gut möglich, dass der von uns verbaute AMD Ryzen 9 3900X (~ 145 Watt CPU-Verbrauch unter Last) auch nach 10 Minuten Cinebench R23 MC lautlos vor sich hin rechnet.

Da wir mit der Lüftereinstellung schon recht nahe am Temperaturlimit sind, denken wir, dass sich stärkere Prozessoren mit höherer Energieaufnahme (z.B. Intel Core i7-13700KF, Intel Core i9-13900KF oder AMD Ryzen 9 5950X) nicht mehr komplett lautlos (unter voller Last) kühlen lassen. Die Lautstärke sollte aber auch dann mit einer 280er AIO in einem sehr angenehmen Bereich zu bekommen sein.

Da moderne ATX-Netzteile wie das von mir genutzte be quiet! Straight Power 11 750W unhörbar arbeiten, hängt das Betriebsgeräusch nur noch an der verbauten Grafikkarte. Die MSI Radeon RX 6600 XT Gaming X 8G mit ihren ca. 150-170 Watt Verbrauch unter Last ist mit ihren zwei 100 mm Lüftern zum Glück ein Leisetreter. Trotzdem hört man die Grafikkarte unter Last (z.B. in Spielen) aus dem Gehäuse heraus.

Im Leerlauf hört man das Testsystem gar nicht, da dort die Lüfter der Grafikkarte nicht drehen und die CPU-Kühlung sowie das Netzteil wie beschrieben nicht hörbar sind.

Wer generelle Informationen rund um das Thema Mini-ITX Gaming sucht, dem empfehlen wir unseren Artikel Einführung in das Mini-ITX Gaming, in dem wir generelle Tipps und Hardwareempfehlungen geben.

Hinweis zur Transparenz: wie immer haben wir alle benutzen Komponenten in diesem PC selbst bezahlt und ausgewählt, eine Zusammenarbeit mit einem Hersteller bestand nicht. Unsere Unabhängigkeit könnt ihr mit dem Kauf eines Produkts über einen unserer grünen Affiliate-Links unterstützen. Vielen Dank.
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VG-Wort

Kommentare (2)

Kommentar
Stefan (Team)
Geschrieben am12.11.2022
Das hab ich total übersehen :) Danke für den Hinweis habs korrigiert.
Kommentar
Martin
Geschrieben am11.11.2022
Ein kleiner Hinweis:
die Samsung SSD 980 ist PCIe 3.0
nur die Samsung SSD 980 PRO hat 4.0
Auf das Pro achten
Danke für den Artikel

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