AllianceApps OpenDTU Fusion – DTU für Hoymiles-Wechselrichter einfach bedienen
geschrieben von Dennis, zuletzt aktualisiert am
Die AllianceApps OpenDTU Fusion * ist eine kompakte und sofort einsatzbereite Data Transfer Unit (DTU), die speziell für die drahtlose Kommunikation zwischen Hoymiles-Wechselrichtern der HM-, HMS- und HMT-Serie sowie Smart-Home-Systemen wie OpenDTU entwickelt wurde. Sie ermöglicht die lokale Überwachung und Steuerung, ohne dass eine Hersteller-Cloud notwendig ist. Herzstück des Geräts ist ein moderner Mikrocontroller, der sowohl 2,4-GHz- als auch 868-MHz-Funkmodule unterstützt. Damit eignet sich das Gerät besonders für technisch interessierte Nutzer, die ihre Photovoltaikanlage eigenständig überwachen und in ein lokales Smart-Home-System integrieren möchten.
Starten wir erstmal mit den technischen Daten und dem Lieferumfang...
Technische Daten und Lieferumfang
| Eigenschaft | Details |
| Microcontroller | Espressif ESP32-S3 WROOM-1U-N8R2, NRF24L01+ (2,4 GHz), CMT2300A (868 MHz) |
| Funkmodule | Nordic Semiconductor NRF24L01+ (2,4 GHz), HopeRF Micro-electronics CMT2300A-EQR ICs (868 MHz) |
| Anschlüsse | USB-C (Stromversorgung 5V DC, Flash, Konsole) |
| Anschlüsse | USB-C (Stromversorgung, Flash, Konsole), Schraubklemmen (5 V), Jumper zur Spannungsquelle Wahl |
| RF-Antennen | Interne Multiband-PCB-Antennen, U.FL/IPEX-Anschlüsse für externe SMA Antennen |
| Abmessungen | 61 x 62 x 32 mm |
| Lieferumfang | AllianceApps OpenDTU Fusion * (Platine mit OpenDTU-Firmware, Gehäuse (3D-Druck), Klebeantennen), 1 m USB-C-Kabel, Betriebsanleitung |
Anwendungsbereiche
Die AllianceApps OpenDTU Fusion * ist für die Überwachung von Hoymiles-Wechselrichtern der HM-, HMS- und HMT-Serie ausgelegt. Über ein Webinterface kann man die Leistung jedes Wechselrichters und jedes einzelnen Moduls sehen und so schnell sehen, wenn es irgendwo Probleme gibt. Sie wird zudem häufig in Heimautomationssystemen wie Home Assistant oder ioBroker eingebunden und bietet dort eine lokale Visualisierung der Leistungsdaten. Für Betreiber von DIY-Balkonkraftwerken oder größeren PV-Anlagen stellt sie eine Möglichkeit dar, Daten vollständig unabhängig vom Hersteller zu erfassen und zu verarbeiten. Auch für Bastler und Elektronik-Enthusiasten bietet die DTU eine solide Basis, um zusätzliche Hardware wie Displays oder Modbus-Geräte zu integrieren.
Inbetriebnahme
Die Stromversorgung erfolgt über den USB-C-Anschluss oder alternativ über die Schraubklemmen. Etwa zehn Sekunden nach dem Einschalten wird das WLAN-Netzwerk mit der Bezeichnung „OpenDTU-XXXXXX“ sichtbar.
Die Verbindung erfolgt mit dem Standardpasswort „openDTU42“. Die Weboberfläche öffnet sich nach dem Eingeben des Passwortes automatisch (sollte dies nicht geschehen, kann über die IP-Adresse 192.168.4.1 zugegriffen werden). Mit einem Klick auf OpenDTU sehen wir 2 Meldungen:
Wenn man auf die erste Meldung (Zeiteinstellungen) klickt, wird nach dem Benutzernamen (admin) und dem Passwort (openDTU42) gefragt.
Nun hinterlegt man seine Zeitzone und den Standort. Euren Breiten- und Längengrad findet ihr z. B. im Wikipedia-Eintrag eures Wohnortes, alternativ fragt ihr einfach eine KI eurer Wahl.
Nach dem Speichern muss die aktuelle Ortszeit noch mit dem AllianceApps OpenDTU Fusion * synchronisiert werden.
Als nächstes kümmern wir uns um die zweite Fehlermeldung, die Änderung des Standard-Passwortes. Wieder auf die Meldung klicken und ein Passwort eurer Wahl festlegen.
Nun müssen die WLAN-Daten des Heimnetzes hinterlegt werden (Einstellungen -->Netzwerk). Ich empfehle hier ein reines 2.4 GHz WLAN zu nutzen.
Nach dem Speichern der Änderungen startet das Gerät neu und bezieht eine IP-Adresse aus dem Heimnetz. Um diese IP herauszufinden schaut man entweder in seinem Router und sucht das Gerät oder meldet sich noch mal im WLAN des AllianceApps OpenDTU Fusion * an. ACHTUNG: Das WLAN-Passwort ist nun das, welches wir für den Admin festgelegt haben. In der Geräteinformation (Info --> Netzwerk) findet man nun die neue IP des Gerätes.
Jetzt kann man sich einfach über einen Browser am AllianceApps OpenDTU Fusion * anmelden und gelangt damit zu folgender Ansicht:
Einrichtung der Wechselrichter
Als nächstes richtet man die Wechselrichter ein, hierzu einfach die Seriennummer(n) eingeben und einen Namen vergeben. Danach dauert es bis zu 30 Sekunden und dann erscheinen die Wechselrichter in der Live-Ansicht.
Damit ist dann auch alles eingerichtet und man kann jedes einzelne Modul überwachen. Wer die Daten in andere Smarthome-Systeme integrieren will, kann dazu z. B. MQTT aktivieren.
Fazit
Die AllianceApps OpenDTU Fusion * bietet eine durchdachte, leistungsfähige und flexible Lösung, um Hoymiles-Wechselrichter lokal ohne Hersteller-Cloud anzubinden. Dank des modernen ESP32-S3-Mikrocontrollers, vielseitiger Funktechnik und einfacher Inbetriebnahme eignet es sich sowohl für Einsteiger als auch für Fortgeschrittene. Solange man die Kompatibilität mit dem Wechselrichter beachtet und bei Bedarf externe Antennen nutzt, erhält man eine solide Grundlage für lokale Energieüberwachung und DIY-Smart-Home-Integration.
Vorteile & Nachteile
- Vorteile:
- Komplett fertig aufgebaut – kein Löten nötig
- Unterstützt verschiedene Frequenzen für maximale Kompatibilität
- Leistungsstarker ESP32-S3 Microcontroller
- Flexible Antennenauswahl über U.FL für bessere Reichweite
- OpenDTU-Software vorinstalliert
- Nachteile:
- Inverter mit integriertem WLAN (z. B. HMS-…W) werden nicht unterstützt
- Interne Klebeantennen liefern ggf. weniger Reichweite – bei Bedarf externe Antennen einsetzen
- Im Vergleich zum Selbstbau ähnlicher Lösungen, etwas teurer
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