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Mobiler Hotspot Huawei E8372 USB-Stick mit W-Lan und LTE-Modem im Test

15.06.2018 von Stefan

Der Huawei E8372 ist ein USB-Stick, der mit einem GSM/UMTS/LTE Modem ausgestattet ist und sich über eine normale SIM-Karte in ein Mobilfunknetz einwählen kann. Zusätzlich ist der Stick in der Lage ein eigenes W-Lan Netzwerk zu erstellen, mit dem sich bis zu 10 andere Geräte wie Smartphones, Tablets oder Notebooks verbinden können um Internetzugriff zu erhalten. Der Huawei E8372 benötigt neben der SIM-Karte selbst nur einen USB-Port um sich mit Strom zu versorgen.

Da sich die PIN-Abfrage der SIM auf dem Stick selber deaktivieren lässt und die Einrichtung sehr einfach ist, ist der Huawei E8372 auch für weniger versierte Benutzer interessant. Kombiniert mit einem günstigen Mobilfunk-Datentarif oder einer Zweitkarte eines bestehenden Mobilfunkvertrages, lässt sich ein günstiger Internetzugang realisieren.

Der kleine Stick wiegt nur 40g und ist der ideale Reisebegleiter oder eine günstige Möglichkeit um sein Auto mit Mobilfunk auszustatten (dazu später mehr). Der Huawei E8372 besitzt zwei LEDs zur Anzeige der Konnektivität von Mobilfunk und W-Lan, sowie einer LED, die einen SMS- oder MMS-Empfang anzeigt.



Einrichtung


Der Huawei E8372 lässt sich an der Oberseite einfach aufschieben. Danach lässt sich die Mobilfunk-SIM einlegen und auch die micro-SD Karte kann hier in Smartphone-Manier installiert werden.



Die Einrichtung des Huawei E8372 erfolgt dann über den Webbrowser oder eine App, die für Android und iOS erhältlich ist. Wir haben die Einrichtung unter MacOS über den Webbrowser erledigt. Erreichbar ist der Stick unter der IP-Adresse 192.168.8.1, die Zugangsdaten lauten admin mit dem Passwort admin. Das Admin-Passwort sollte direkt nach der ersten Anmeldung auf dem Stick aus Sicherheitsgründen geändert werden.

Der Stick bietet zahlreiche Einstellungen, die für die meisten Benutzer aber uninteressant sein dürften. Wichtige Einstellungen wie die SSID des W-Lan Netzwerkes lassen sich ebenso einstellen wie die Pin-Abfrage der SIM-Karte, die aktiviert oder deaktiviert werden kann. Für die meisten Einsatzzwecke empfiehlt es sich die Pin-Abfrage zu deaktivieren, denn ansonsten erscheint nach dem Neustart des Sticks eine Abfrage zur Eingabe der Pin, erst danach darf gesurft werden. Gerade für die Benutzung als mobiler Hotspot ist dies schnell nervig, zumal das W-Lan Netzwerk des Sticks ja sowieso durch ein Passwort geschützt werden sollte.




Anwendungsgebiete


Ein häufig genanntes Anwendungsgebiet des Huawei E8372 ist die Benutzung als W-Lan Hotspot in einem Auto, um dort die Online-Funktionen des Entertainmentsystemes nutzen zu können. Funktionieren tut dies unter anderen bei Autos von VW, Skoda, Seat, Audi, Peugeot oder Hyundai. Wir benutzen den Stick in einem Hyundai Ioniq Electric. Benötigt wird hier nur ein USB-Port der den Stick mit Storm versorgt. Wird das Auto abgestellt, wird auch der USB-Port nicht mehr mit Strom versorgt und der Stick schaltet sich aus.

Beim Einschalten des Autos wird der USB-Port dann wieder mit Strom versorgt und der Stick startet automatisch. Dies dauert ca. 40 Sekunden, danach ist das W-Lan verfügbar und das Auto verbindet sich automatisch mit diesem. In meinem Hyundai wird mir dann die Verkehrslage angezeigt (Rot/Gelb/Grün für die Verkehrsdichte) bzw. in die Navigation mit einberechnet. Zusätzlich sind feste und mobile Blitzer verzeichnet, vor denen das Navigationsgerät auch aktiv warnen kann. Im Gegenzug lässt sich ein neuer Blitzer selbst durch einen Tastendruck melden, die Datenübertragung hierfür wird dann auch über das W-Lan bzw. den Huawei E8372 Surfstick abgewickelt.

Hinweis: Blitzerwarner sind in Deutschland nur sehr eingeschränkt erlaubt. So ist der Besitz und Kauf zwar erlaubt, die Benutzung hingegen nicht. In schweren Fällen droht eine Ordnungswidrigkeit, die mit 75 Euro und einem Punkt in Flensburg geahndet werden kann. Zwar ist ein Blitzerwarner nicht von Grund aus verboten, denn immerhin warnen auch Radiosender regelmäßig vor Blitzern, allerdings nur mit Angabe eines ungefähren Ortes, so dass davon ausgegangen wird, dass der Fahrer auf einer längeren Strecke die Geschwindigkeit im Rahmen des erlaubten einhält. Wer den Blitzerwarner des Navigationssystemes nicht nutzen möchte, kann diese Funktion meist separat deaktivieren, einige Autohersteller lassen eine Aktivierung der Warnfunktion hingegen gar nicht erst zu.

Aber auch als mobiler Hotspot im Hotel, Zug oder im Flughafen lässt sich der Huawei E8372 natürlich sehr gut nutzen. In vielen Fällen kann es sinnvoll sein nur einen sehr kleinen Hotspot mitzunehmen, von dem dann alle Smartphones, Tablets oder Notebooks versorgt werden.



W-Lan


Die Wireless-Lan Funktionen des Huawei E8372 sind stark limitiert. Der Surfstick arbeitet mit den Standards 802.11 b/g/n und ist im 2,4 GHz Netz bei einer Kanalbreite von 20 MHz auf die Kanäle 1-7 beschränkt. Normalerweise funken W-Lan Geräte im 2,4 GHz Netz mit 20-40 MHz und können 13 Kanäle nutzen. Das neuere 5 GHz Netz unterstützt der Huawei E8372 gar nicht. Maximal 10 Geräte dürfen sich gleichzeitig mit dem 150 Mbps schnellen W-Lan verbinden. Da der Stick für mobiles W-Lan gedacht ist und Huawei hier sichlich auch auf den Energieverbrauch des Sticks hin optimiert hat, sind die Beschränkungen verzeihbar. Immerhin lässt sich das W-Lan zeitgemäß via WPA2-PSK verschlüsseln.


Das neue IPv6 Netzwerkprotokoll wird übrigens ebenso nicht unterstützt. Dies sollte für private Nutzer aber kaum ein Nachteil sein, denn die meisten werden zu Hause sowieso das ältere IPv4 Protokoll benutzen.

Unseren W-Lan Benchmark haben wir mit zwei Apple MacBooks unter der aktuellen macOS Version 10.13.5 und der Software WiFiPerf durchgeführt. Dabei werden über einen Zeitraum von 2 Minuten mehrere Datenpakete zwischen den beiden Testgeräten über das W-Lan transferiert und so die Geschwindigkeit und Stabilität des W-Lans ermittelt.



Im Durchschnitt haben wir Dateien mit knapp über 80 Mbps (ca. 10 MB pro Sekunde) zwischen den Geräten ausgetauscht. Die Geräte standen dabei ca. 1 Meter auseinander. Die Übertragungsrate reicht damit auch für Musik- oder Videostreams locker aus. Mit der Software WiFi Signal haben wir zudem die Signalqualität in Bewegung gemessen: sie ist innerhalb eines Radius von 5-10 Metern stabil.






UMTS / LTE Mobilfunk


Der Huawei E8372 besitzt ein Modem für GSM, UMTS und LTE. Dabei werden alle modernen LTE-Frequenzbänder unterstützt, darunter auch das in Deutschland wichtige Band 20 (800 MHz), welches vor allem in ländlichen Bereichen oft genutzt wird. Der Stick verwendet eine normale SIM Karte und nutzt noch nicht die neueren Micro- bzw. Nano-SIM Formfaktoren.

Unterstützt wird LTE aller großen Anbieter in Deutschland: D1 (Telekom), D2 (Vodafone) und O2/E-Plus. Die maximale Bandbreite liegt bei 150 Mbps im Download und 50 Mbps im Upload. Abseits von LTE werden auch die anderen Funkstandards GPRS, EDGE, HSDPA, HSUPA sowie HSPA+ unterstützt. Die maximale Bandbreite bei UMTS beträgt 42 Mbps im Download bzw. 5,76 Mbps im Upload. Der UMTS / LTE Empfang des Huawei E8372 Surfsticks ist wirklich gut und von der Empfangsstärke auf Augenhöhe mit aktuellen Smartphones.


FunkstandardFunkfrequenzenProvider (DE)
LTEBand 1 (2100 MHz), Band 3 (1800 MHz), Band 7 (2600 MHz), Band 8 (900 MHz), Band 20 (800 MHz)D1, D2, O2/E-Plus
UMTSBand 1 (2100 MHz), Band 8 (900 MHz)D1, D2, O2/E-Plus

LTE macht dabei nicht nur wegen der erhöhten Übertragungsgeschwindigkeit Sinn, sondern auch weil wesentlich mehr Funkmasten zur Verfügung stehen und so die Netzabdeckung deutlich besser ist. Ein Mobilfunkvertrag mit LTE ist damit alleine wegen der verbesserten Netzabdeckung zu empfehlen, zumal die LTE-Verträge mittlerweile auch nicht mehr viel teurer sind.

Ich verwende den 500 MB Prepaid-Datentarif Internet-S von ALDI TALK (O2/E-Plus Netz) mit LTE und EU-Roaming. Dieser ist monatlich kündbar und kostet 4 Euro. Das Guthaben kann automatisch per Lastschrift eingezogen werden, so dass man sich um das Aufladen nicht selbst kümmern muss.

Von Netzclub gibt es sogar eine komplett kostenlose 100 MB Prepaid-SIM, die sich über Werbung per SMS finanziert. Da man die Werbe-SMS aber einfach auf dem Stick ignorieren kann, hat dieser Tarif bis auf das geringe Datenvolumen eigentlich keinen Nachteil. Allerdings wird das LTE-Netz nicht unterstützt, so dass der Empfang gegenüber einem LTE-Tarif schlechter sein kann. Für einige Anwendungen, wie z.B. die Nutzung in einem Auto, reichen die 100 MB pro Monat aus.




In der Weboberfläche des Surfsticks lässt sich die monatlich zur Verfügung stehende Datenmenge festlegen. Daraufhin zeigt der Stick eine Verbrauchsanzeige des Vertragsvolumens an. Es lässt sich ein Tag wählen, an dem die Verbrauchszählung zurückgesetzt werden soll (z.B. immer am 1. des Monats).


Danach zeigt der Huawei E8372 eine Verbrauchsanzeige an

Der Huawei E8372 besitzt Antennenanschlüsse für das Mobilfunkmodem um den Empfang zu verbessern. Allerdings sind diese Antennenanschlüsse sehr anfällig und auch nur für maximal 10 An- und Absteckvorgänge zertifiziert. Da sich der Empfang kaum verbessert, würde ich von der Benutzung absehen. Wie schon geschrieben ist der UMTS / LTE Empfang des Sticks schon ohne eine zusätzliche Antenne gut und nicht schlechter als mit einem Smartphone (verglichen habe ich den Empfang mit einem Apple iPhone X).



micro-SD Kartenslot


Der Huawei E8372 verfügt über einen micro-SD Kartenslot, der micro-SDHC Karten mit bis zu 32 GB Kapazität aufnimmt. Der Speicher kann via USB oder über die Weboberfläche öffentlich bereitgestellt werden und kann zum Datenaustausch zwischen den Geräten selbst oder z.B. als Quelle für Musik, Videos oder Bilder genutzt werden.




Im Web-Freigabe-Modus lassen sich über die Weboberfläche einfach Dateien hoch- bzw. herunterladen oder löschen. Auch das Anlegen von Verzeichnissen ist möglich. Der Administrator darf zudem festlegen ob Dateien nur gelesen oder auch verändert oder gelöscht werden dürfen.





Eigenarten


Neben der starken W-Lan Limitierung verfügt der Huawei E8372 Surfstick noch über eine nervige Eingenart: Huawei hat dem Stick einen automatischen Energiesparmodus verpasst, der den Stick deaktiviert sofern in den letzten 30/60/120 Minuten (einstellbar) kein W-Lan Gerät mit dem Stick verbunden war. Normalerweise greift dieser Einergiesparmodus zwar nicht, da aktive Geräte wie Smartphones regelmäßig Daten mit dem Stick austauschen.

Als stationäre Lösung in einem Hotel kann diese Funktion allerdings aktiv werden, z.B. wenn das Smartphone über Nacht in den Nicht-Stören-Modus wechselt wo es keine Daten sendet oder empfängt. Schaltet sich der Stick automatisch aus, muss man diesen im USB-Port aus- und wieder einstecken, damit sich dieser erneut startet. Für uns ist absolut nicht nachvollziehbar, warum sich diese Energiesparfunktion nicht vollständig deaktivieren lässt.

Bei Verwendung einer Multi-SIM Karte mit einem bestehenden Vertrag sollte beachtet werden, dass der Huawei E8372 im so genannten Circuit Switching Modus arbeitet, d.h. sich nicht als reiner Datenstick anmeldet, sondern auch Anrufe und SMS annimmt. Anrufe auf die eigene Mobilfunknummer werden dann unter Umständen direkt auf die Mailbox umgeleitet. Ob dieses Verhalten bei allen Mobilfunkanbietern identisch ist, kann ich nicht sagen.



Energieverbrauch


Der Huawei E8372 ist ein echter Energiesparer. Nur durchschnittlich 1,0 Watt benötigt der Stick im aktiven Modus. Während einer Übertragung kann der Verbrauch in Spitzen auf 2-3 Watt ansteigen. Durch den geringen Verbrauch funktioniert der Stick auch an einer Powerbank oder einem kleinen Smartphone-Ladegerät.





Technische Daten



EigenschaftWertBemerkung
W-LAN802.11 b/g/n @ 150 Mbpsnur 2,4 GHz @ 20 MHz, Kanäle 1-7
SIM-FormfaktorStandard-SIM
MobilfunkGPRS, EDGE, HSDPA, HSUPA, HSPA+, LTE
Mobilfunk Max. Geschwindigkeit150 Mbps Download, 50 Mbps Upload
Interner SpeichermicroSD-SlotmicroSDHC bis zu 32 GB Kapazität
Stromversorgungmin. 3,75 W (5V, 0.75A)
Abmessungen94 x 30 x 14 mm
Gewicht40 g
Preisab 64 Euro




Fazit und Alternative


Als mobiler W-Lan Hotspot lässt sich der Huawei E8372 problemlos nutzen, sofern man mit den Einschränkungen des Surfsticks leben kann. Das volle Potential kann der Huawei E8372 für mich aber besonders in speziellen Anwendungen abrufen, zum Beispiel um in einem Auto die Online-Funktionen zu ermöglichen. Auf Grund der einfachen Einrichtung ist der Surfstick daher auch für weniger versierte Anwender zu empfehlen.

Achtung: der Huawei E8372 wird von vielen Zwischenhändlern als Import aus anderen Ländern angeboten. Diese Importe besitzen meist eine eingeschränkte oder veränderte Weboberfläche zur Verwaltung des Sticks. Außerdem sind diese Sticks nicht selten mit so genannten Netlocks ausgestattet, die die Benutzung einer deutschen SIM-Karte verhindern. Wir raten euch daher den Stick nur bei einem vertrauenswürdigen Händler zu kaufen.

Als Alternative zum Huawei E8272 könnte man den portablen aber deutlich größeren TP-Link TL-MR3020 Router verwenden, an dem ein Surfstick wie z.B. der Huawei E3372 angeschlossen werden kann. Auch diese Kombination kann sich automatisch Starten, sobald Strom über einen USB-Port zur Verfügung gestellt wird. Preislich liegt man hiermit auf Augenhöhe und besitzt durch den TP-Link TL-MR3020 unabhängig vom Surfstick einige Einstellmöglichkeiten. Dafür ist diese Kombination deutlich größer und schwerer.



Kommentare (2)


Stefan (Team)
15.09.2018
Ich vermute, dass Du einen nicht korrekt freigeschalteten Stick erwischt hast. Ich würde dir zum Umtausch bei deinem Händler raten.

Nici
14.09.2018
Ich werde beim Einrichten ständig nach dem Netzwerkxchlüssel gefragt, woher bekomme ich den?
Hast du eine Idee?

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