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6-GPU GeForce GTX 1070 Dual-Mining System für Ethereum und Decred

02.07.2017 von Stefan


Durch die steigenden Preise vieler Kryptowährungen lohnt sich das Mining aktuell auch bei den lokalen Strompreisen wieder. Aufgrund der im internationalen Vergleich sehr hohen Stromkosten war das Mining in Deutschland lange Zeit recht uninteressant. Wir haben uns ein 6-GPU Dual-Mining System zum schürfen von Ethereum bzw. dessen Währung Ether (hinter Bitcoin die zweitverbreiteste Kryptowährung) sowie Decred als Zweitwährung gebaut.

Eine Kryptowährung ist ein virtuelles und dezentral ausgelegtes System bei dem quasi unendlich viele Teilnehmer alle Transaktionen verifizieren und so die Integrität des Systems sicherstellen. In der Blockchain sind alle Transaktionen chronologisch aneinandergereiht, so ist das System transparent und fälschungssicher. Da diese Berechnungen sehr rechenintensiv sind, entsteht so ein Schutz vor Manipulationen. Wollte man eine falsche Transaktion einbringen, müsste man über mehr Rechenleistung als das gesamte Netzwerk verfügen, was bei größeren Währungen wie Ethereum fast unmöglich erscheint.

Um eine Kryptowährung zu generieren (schürfen), müssen komplexe mathematische Puzzles gelöst werden, die sehr zeitintensiv sind und mit der Zeit immer schwieriger werden. Beim GPU-Mining werden die Rechenprozesse nicht vom Prozessor erledigt, sondern an die im System verbauten Grafikkarten weitergereicht. Das macht aufgrund der Grafikkartenarchitektur und der hohen Speicherbandbreite zum Beispiel bei Ethereum Sinn, denn Ethereum ist vom Algorithmus so ausgelegt, dass so genannte Application-specific integrated circuits (ASICs) nicht sinnvoll eingesetzt werden können. Ein ASIC ist eine Hardware, die nur für einen Zweck (optimiert auf eine Software) hergestellt wurde. Da ASICs normale PCs/Grafikkarten und damit normale Miner komplett verdrängen (wie bei Bitcoin zu beobachten war/ist), war es das Ziel Ethereum so zu entwickeln, dass es sehr schwer ist ein ASIC-System zu verwenden.

Die Rechenleistung eines Systems wird in MH/s (Megahashes pro Sekunde) gemessen. Für das Ethereum Mining eignen sich Grafikkarten mit schnellem Speicher wie z.B. die AMD Radeon 470/480 bzw. 570/580 oder die neusten Nvidia GeForce GXT 1060/1070. Letztere lassen sich mit einem reduziertem Power-Target von 70-75% sowie erhöhtem Speichertakt recht Energieeffizient betreiben. Daher können sich trotz des höheren Preises im Vergleich zu den AMD Radeon die Nvidia GeForce GTX 1060/1070 Grafikkarten trotzdem lohnen.

Obwohl die AMD Radeon 470, 480, 570 und 580 aufgrund ihres niedrigen Preises aktuell zu den beliebtesten Ethereum-Mining-Grafikkarten gehören, sieht es so aus, dass die Nvidia GeForce GTX 1060/1070 bald die Führerschaft übernehmen. Erstens sind die GeForce Grafikkarten wie bereits erwähnt etwas effizienter (mehr Megahashes pro Watt), viel wichtiger ist allerdings der zu beobachtene Hashrate-Drop der AMD Grafikkarten. Denn mit jeder DAG-Epoche, die aktuell ca. alle 4 Tage um einen Zähler anwächst und die Ethereum Schwierigkeit erhöht, verringert sich die Hashrate der AMD Grafikkarten leicht, was in den nächsten 3 Monaten zu einer Leistungsminderung von knapp über 15% führen wird. Bereits Ende 2017/Anfang 2018 könnten die AMD Radeons auf 50% der aktuellen Leistung fallen.

Einen ausführlichen Test zu den Auswirkungen der zukünftigen DAG-Epochen dazu hat Legitreviews veröffentlicht. Dort kommt man zu dem Ergebnis, dass AMD Radeon Karten stark betroffen sein werden, während die Nvidia GeForce GTX 1060/1070 praktisch unveränderte Hashraten abliefern. Wie die neuen AMD Radeon RX Grafikkarten mit neuen DAG-Epochen skalieren ist hingegen noch offen.

GrafikkarteEthereumEthereum (Mod/OC)Stromverbrauch (Mod/OC)Watt / MH (Mod/OC)
AMD Radeon 47021 MH/s26 MH/s135 W5,2
AMD Radeon 48025 MH/s28 MH/s150 W5,4
AMD Radeon 57022 MH/s26 MH/s135 W5,2
AMD Radeon 58024 MH/s28 MH/s150 W5,4
AMD Radeon RX Vega 5629 MH/s33 MH/s185 W5,6
AMD Radeon RX Vega 6432 MH/s38 MH/s250 W6,6
Nvidia GeForce GTX 106020 MH/s23 MH/s115 W5
Nvidia GeForce GTX 107026 MH/s30 MH/s150 W5

Da sich die Leistung auch von Modell zu Modell (hier kommt es z.B. auf den verbauten Speicher an) unterscheidet und zusätzlich die verwendete Mining-Software (Version) eine große Rolle spielt, sind die oben genannten Werte nur als Anhaltspunkt zu sehen. Abweichungen von bis zu 10% sind durchaus möglich.


Proof of work (PoW) vs. Proof of stake (PoS)


Aktuell besitzt Ethereum ein Proof of work (PoW) System ähnlich zu Bitcoin, in der der Miner (oder Pool) belohnt wird, der zuerst den nächsten Block errechnet, der abhängig von der aktuellen Schwierigkeit gewisse Kriterien erfüllen muss und als valide angesehen wird. Noch im Jahr 2017 möchte das Entwicklerteam hinter Ethereum mit dem nächsten Release (Metropolis) zu einem Hybriden aus Proof of work (PoW) und Proof of stake (PoS) wechseln.

Ein kleiner Prozentteil (aktuell sind 1% geplant) der Blöcke muss dann nicht mehr von den Minern gesucht werden, sondern wird nach bestimmten Kriterien an einem Account im Netzwerk zugeteilt. Hierzu müssen die Mitglieder Ether (die Währung von Ethereum) an virtuelle Miner ausgeben, welches in bestimmten Fällen (Wahl der falschen Blockchain) verloren geht. Welches die zukünftige Blockchain ist, hängt auch von der Menge an Ether ab, die mit dieser Blockchain verbunden ist. Von diesem Hybridsystem erhofft man sich eine Senkung des Energieverbrauches von Ethereum, da die virtuelle Auswahl der richtigen Blockchain natürlich deutlich weniger Rechenleistung benötigt. Da dieses System aber sehr kompliziert und theoretisch ist, ist es gut möglich, dass eine Veröffentlichung doch noch über das Jahr 2017 hinaus auf sich warten lässt.


Benötigte Komponenten / Testsystemaufbau


Wir haben uns daher für 6 Grafikkarten vom Typ MSI GeForce GTX 1070 Armor OC 8GB entschieden, bei denen wir den Speichertakt um ca. 10% übertaktet haben (dazu später mehr). Da der Prozessor nicht gefordert wird, reicht hier der kleine und sparsame Intel Pentium G4560 der aktuellen Intel Kaby-Lake Generation aus.



Die zweitwichtigste Hardwarekomponente in unserem System ist das Netzteil. Da das System rund um die Uhr läuft, ist hier ein sparsames (80+ Platinum zertifiziertes) und zugleich starkes Netzteil gefragt. Wir haben uns für das be quiet! Dark Power Pro 11 1200W entschieden, welches genügend Leistung mitbringt um unsere 6 Grafikkarten mit Energie zu versorgen. Alternativ ist es auch möglich zwei kleiner dimensionierte Netzteile parallel zu benutzen, dies kann je nach Hersteller etwas kostengünstiger sein.

KomponenteProduktPreis [€]
CPUIntel Pentium G456065
MainboardMSI Z270-A Pro110
SpeicherCrucial 8GB DDR4 2133 CT8G4DFD821360
GPU6x MSI GeForce GTX 1070 Armor OC 8GB6x 460
GPU (Alternativ)6x MSI GeForce GTX 1060 Armor OC 6GB6x 330
SSDSanDisk SSD PLUS 120GB50
Netzteilbe quiet! Dark Power Pro 11 1200W280
GehäuseOffenes 6-GPU Gehäuse (z.B. eBay)130
GPU-RiserPCIe x1 zu PCIe x16 USB 3.0 Riser mit SATA-Power6x 8
OSWindows 10 Pro 64bit10
Summe3600

Damit 6 Dual-Slot Grafikkarten auf ein normales Mainboard passen, benutzen wir PCIe Riser. Konkret verwenden wir hier PCIe x1 zu PCIe x16 USB 3.0 Riser mit SATA-Power. Die Bandbreite von PCIe x1 reicht hier für das Mining vollkommen aus, denn die Berechnungen fallen ausschließlich auf den Grafikkarten an.



Bios Einstellungen für das Mining mit 6 Grafikkarten


Damit das Bios alle sechs Grafikkarten erkennt, muss die PCIe-Geschwindigkeit von Gen2 auf Gen3 umgestellt werden. Einen negativen Einfluss auf die Mining-Geschwindigkeit hat dies nicht. Das Bios unseres MSI Z270-A Pro Mainboards verfügt zusätzlich über eine Mining-Funktion, bei der erweiterte Ressourcen des Systems für die Grafikkarten bereitgestellt werden. Man darf hier nicht vergessen, dass das System über gigantische 48GB Grafikspeicher verfügt. Daher wird auch ein 64bit Betriebssystem benötigt, da 32bit Systeme nicht ausreichend Ressourcen verwalten können.


Die von uns vorgenommenen Bios-Einstellungen


Windows 10 vs. Linux


Als Betriebssystem empfehlen wir Windows 10 Pro 64bit oder z.B. Ubuntu Desktop 16.04 (Download). Auf die Installation des Betriebssystems gehen wir hier nicht im Detail ein. Wer AMD Grafikkarten einsetzt, kann alternativ auch das vorkonfigurierte ethOS (ca. 40 Euro) kaufen welches auf Linux basiert. Stand Juni 2017 liegen die erreichten Hashraten unter Linux und Windows 10 (Build 1703) ungefähr gleich auf. Da Windows unserer Meinung nach für Anfänger besser geeignet ist, benutzen wir das Betriebssystem von Microsoft in unserem Testsystem.


Windows 10 Updates & Einstellungen


Nachdem ihr Windows 10 (64bit Version) installiert habt, solltet ihr überprüfen, dass Windows Update alle Updates heruntergeladen und installiert hat. Außerdem sollte der aktuellste Nvidia G-Force Grafikkartentreiber heruntergeladen werden (Download).

Prüft im Gerätemanager, ob Windows wirklich alle Grafikkarten erkannt hat. Bei uns waren mehrere Neustarts erforderlich, damit Windows 10 alle sechs Grafikkarten korrekt installiert hatte.



Benutzt ihr mehr als eine Grafikkarte, solltet ihr zudem den virtuellen Arbeitsspeicher (Auslagerungsdatei) von Windows auf mindestens 16.000 MB setzen, wir haben hier 25.000 MB verwendet.




Ethereum Account anlegen


Nachdem das Betriebssystem nun installiert, aktualisiert und eingerichtet ist, müssen wir uns zunächst Geth (Download) herunterladen. Geth gibt es für Linux, Windows und MacOS. Geth wird benötigt um die Ethereum Blockchain auf den PC herunterzuladen und um uns einen Ethereum Account anzulegen. Durch die Erstellung eines Accounts wird ein Wallet erzeugt, also eine digitale Brieftasche, in die unsere erwirtschafteten Ether wandern.

Startet ein Windows Konsolenfenster (Windows-Taste + R und dann "cmd" eingeben). Wechselt mit

cd C:\Programme\geth


in das Installationsverzeichnis von geth. Mit dem Befehl

geth account new


könnt ihr einen neuen Account samt Passwort anlegen. Notiert euch euer Passwort gut, ohne Passwort habt ihr später keinen Zugriff auf euer Wallet. Geth legt zudem eine Keystore file (UTC) an. Diese wird im Pfad C:\Benutzer\BENUTZERNAME\AppData\Roaming\Ethereum abgelegt. Sichert euch diese Datei gut, am besten zusätzlich auf einem weiteren Datenträger.

Ihr könnt euch nun die Blockchain von Ethereum (aktuell rund 60GB) auf euren PC herunterladen. Dies ist notwendig wenn ihr über ein lokales Wallet verfügen möchtet. Das ist am sichersten, vor allem wenn ihr später größere Beträge der virtuellen Währung dort horten möchtet. Wenn ihr sowieso plant die erwirtschafteten Ether recht schnell in harte Währung (also z.B. Euro) umzutauschen, reicht auch ein WebWallet wie z.B. MyEtherWallet aus.



Solltet ihr euch für das lokale Wallet entscheiden, müsst ihr via geth die Ethereum Blockchain auf euren Rechner herunterladen. Diesen Vorgang kann man mit dem zusätzlichen Parameter --fast beschleunigen, dann lädt geth nur die Header herunter.

geth –rpc --fast


Alle Befehle sind hier beschrieben.


Zugriff auf das Ethereum Wallet


Um auf euer EthereumWallet zuzugreifen, könnt ihr wie bereits erwähnt z.B. MyEtherWallet benutzen. Wählt hier als Zugriffsmethode Keystore File (UTC/JSON) aus. Diese Datei hat geth bei euch lokal auf dem System erzeugt. Dazu benötigt ihr zum Entschlüsseln der Datei euer persönliches Passwort.


Hier findet ihr auch eure Ethereum Wallet Adresse (siehe Bild Nr. 2), die ihr in die BAT-Datei der Mining-Software eintragen müsst.


Decred Wallet


Möchtet ihr zwei Währungen gleichzeitig schürfen (in unserem Fall Ethereum und Decred), benötigt ihr die Windows-Software Paymetheus um euch einen Decred Account (ein Wallet) zu erstellen, ähnlich wie zuvor bei Ethereum. Unter dem Punkt Request Payment könnt ihr euch eine Adresse anlegen die ihr dann in euren Pooling-Account eingebt. Wir stellen euch später den Suprnova Pool vor.



Eine vollständige Anleitung für Paymetheus findet ihr direkt in der Decred HowTo.


Einem Ethereum Mining-Pool beitreten


Wer erfolgreich und effizient Ethereum generieren möchte, der muss einem Pool beitreten. In einem Pool sind tausende Computer vereint, die dann gemeinsam nach der Währung schürfen. Wird eine Währungseinheit erfolgreich errechnet, wird diese auf alle Mitglieder des Pools aufgeteilt, die an der Erzeugung beteiligt waren. Die Ausschüttung erfolgt dabei nach erbrachter Rechenleistung und wird meist mehrfach pro Tag getätigt. Der Pool behält sich dabei bei jeder Ausschüttung eine kleine Gebühr von meist 1% ein. Eine aktuelle Übersicht aller aktiven Pools und deren Gesamtrechenleistung findet ihr hier.

Einer der größten Pools ist aktuell ethermine.org, der auf eine Gesamtrechenleistung von 12 TH/s kommt. Das sind fast 70.000 Systeme mit einer Rechenleistung von 180 MH/s (also der, die wir mit diesem Testsystem erreichen). Die Gebühr liegt bei fairen 1%, die Uncle Rate liegt bei unter 7%. Ein Uncle ist ein Fork der originalen Chain, der nur sehr gering (1/32) vergütet wird. Der Pool verfügt neben einer Android-App auch über einen Telegram Bot sowie einer DDOS-Protection der Server um unnötige Ausfälle zu vermeiden.

Jeder Pool bietet anonyme Statistiken an. Hier lässt sich neben der aktuellen und durchschnittlichen Hashrate auch einsehen, wie viel Guthaben (in Ether / Bitcoin oder USD) man bereits erwirtschaftet hat. Standardmäßig zahlt ethermine.org das Guthaben aus, sobald 1 Ether (Gegenwert aktuell rund 200-300 Euro) zusammengekommen ist. Es ist aber auch eine frühere Auszahlung ab 0.05 Ether (aktuell rund 10-15 Euro) möglich, hierbei fällt aber eine kleine Gebühr an.


Unser Mining-System mit 6 MSI GeForce GTX 1070 Armor OC 8GB schürft Ethereum mit einer Hashrate von knapp 180 MH/s

Unter dem Punkt Shares solltet ihr regelmäßig überprüfen, dass nicht zu viele Stale shares zusammenkommen. Dies bezeichnet übermittelte Blöcke, die ihr zwar korrekt errechnet habt, aber die mittlerweile ungültig geworden sind (und daher nicht vergütet werden). Ihr habt zwar keinen direkten Einfluss auf die Anzahl der Stale shares, ein Prozentanteil größer als 5% deutet aber auf Probleme eurer Mining-Hardware hin. Gründe für eine hohe Stale Share Rate können z.B. eine langsame / instabile Internetverbindung oder zu langsame Hardware sein.


Suprnova Mining Pool für Decred


Für die Zweitwährung Decred haben wir uns dem Suprnova.cc Mining-Pool angeschlossen, der eine Gebühr von 1% verlangt. Dieser Pool benötigt einen Account, den ihr euch auf der Suprnova Seite erstellen könnt. In diesem Account müsst ihr dann einen Worker (für jeden Mining-PC eine eigene ID) erstellen und eure Decred Adresse für Auszahlungen eintragen.




Mining-Software: Claymores Dual-Miner


Nun benötigen wir natürlich noch die eigentliche Mining-Software. Wir haben uns für den Claymore Dual-Miner (Download) entschieden. Der Claymore Dual-Miner unterstützt (wie dem Namen schon zu entnehmen ist) das so genannte Dual-Mining. Dies bedeutet, dass die Software zwei Währungen gleichzeitig schürfen kann, allerdings leidet darunter der Ertrag der Hauptwährung etwas (in unserem Fall verringerte sich die Hashrate von ETH um etwa 5%).

Bei unserem System mit 6 GeForce GTX 1070 bedeutet dies eine Verringerung der Einnahmen um ca. 30 Euro, zusätzlich haben wir aber Decred mit einem Wert von etwa 60 Euro erwirtschaftet. Ob der Zusatzgewinn von Netto etwa 30 Euro bzw. 5% den Mehraufwand des Dual-Minings wert ist, müsst ihr selbst für euch entscheiden, denn es fallen am Ende auch Transaktionskosten bei der Umwandlung von ETH/Decred zu Bitcoin bzw. Euro an, was den Vorsprung des Dual-Minings nochmal etwas schmälert. Optional könnt ihr unsere Anleitung auch für das Single-Mining nutzen.


Vergleich Dual-Mining (56 MH/s ETH + 500 MH/s Decred) vs. Single Mining (59 MH/s ETH) (2x GeForce GTX 1070)

Neben Ethereum (bzw. Ether) lässt sich so z.B. zusätzlich nach Decred, Siacoin, Lbry oder Pascal Coins schürfen. Allerdings wird die Zweitwährung nicht mit voller Geschwindigkeit geschürft, denn dann würde sich die Geschwindigkeit der Hauptwährung rapide verschlechtern. In der Praxis liegt die Schürfgeschwindigkeit der Zweitwährung bei rund 15% des eigentlich möglichen.

Die Software unterstützt den Single-Mining-Modus (1% Gebühr), in dem nur nach Ethereum geschürft wird, sowie den Dual-Mining Modus mit 2% Gebühr. Die Gebühr zieht die Software eigenständig ein, indem Sie einmal pro Stunde automatisch für 36 (1% Gebühr) bzw. 72 Sekunden für den Entwickler schürft.

Aktuell lohnt sich laut der Webseite WhattoMine.com für unser System neben Ethereum am ehesten LBRY, gefolgt von Decred, Pascal und Siacoin. Wir haben uns für Decred entschieden, die Kurse für die Währungen schwanken stark und auf lange Sicht halten wir Decred für die (aktuell) beste Zweitwährung neben Ethereum. Dazu bietet WhattoMine einen eigenen Dual-Mining Rechner.

Um Ethereum und Decred gleichzeitig zu schürfen, starten wir den Claymore Dual-Miner per BAT-Datei mit folgendem Inhalt:

setx GPU_FORCE_64BIT_PTR 0
setx GPU_MAX_HEAP_SIZE 100
setx GPU_USE_SYNC_OBJECTS 1
setx GPU_MAX_ALLOC_PERCENT 100
setx GPU_SINGLE_ALLOC_PERCENT 100
EthDcrMiner64.exe -epool eu1.ethermine.org:4444 -ewal 0x1F7cf431E3BDf966142d3256D4dc59B0cXXXXXXX.FREIERPCNAME -epsw x -dpool stratum+tcp://dcr.suprnova.cc:3252 -dwal SUPRNOVA-ACCOUNT.SUPRNOVA-WORKER -dpsw SUPRNOVA-WORKER-PASSWORT


Möchtet ihr nur Ethereum im Single-Mining-Modus schürfen, verwendet ihr folgenden Code:

setx GPU_FORCE_64BIT_PTR 0
setx GPU_MAX_HEAP_SIZE 100
setx GPU_USE_SYNC_OBJECTS 1
setx GPU_MAX_ALLOC_PERCENT 100
setx GPU_SINGLE_ALLOC_PERCENT 100
EthDcrMiner64.exe -epool eu1.ethermine.org:4444 -ewal 0x1F7cf431E3BDf966142d3256D4dc59B0cXXXXXXX.FREIERPCNAME -epsw x


Denkt daran, dass ihr den Code an euren Ethereum Account (Wallet) sowie euren Spurnova Account anpassen müsst. Sind alle Einstellungen korrekt, sollte sich der Claymore Dual-Miner starten und euch detaillierte Informationen zum aktuellen Mining-Status eures Systemes zeigen. Bei Fehlern solltet ihr die Log-Dateien im Hauptverzeichnis des Claymore Dual-Miners mit einem Texteditor öffnen und analysieren.


Der Claymore Dual-Miner zeigt regelmäßig Hashraten und andere nützliche Informationen an


Speicher übertakten mit dem MSI Afterburner


Wir haben unsere Grafikkarten mit dem MSI Afterburner (Download) übertaktet. Der MSI Afterburner sorgt nicht nur für eine höhere Schürfgeschwindigkeit, sondern spart durch das Absenken des Power-Limits auf 75% auch noch Energie ein. Eine Absenkung des Power-Limits reduziert nicht die Schürfgeschwindigkeit von Ethereum, senkt aber Leistungsaufnahme und Temperatur der Grafikkarten. Übertaktet haben wir letztendlich nur den Speicher der Grafikkarte um ca. 500 MHz, denn dies hat eine starke Auswirkung auf die Schürfgeschwindigkeit (ca. +10%).



Der MSI Afterburner lässt sich automatisch mit Windows starten und kann die gesetzten Einstellungen auf alle Grafikkarten des gleichen Typs im System automatisch anwenden.


Stromverbrauch und aktueller Gewinn


Unser Testsystem benötigt während des Schürfens ca. 850 Watt. Das sind ca. 135 Watt pro Grafikkarte plus 40 Watt Energie für das Grundsystem. Im 24/7 Einsatz haben wir folgende Werte ermittelt:

ZeitraumEther (180 MH/s)EtherwertStromkostenGewinn
Tag0.073617,30 Euro5,70 Euro11,60 Euro
Woche0,5152121,07 Euro40,00 Euro81,07 Euro
Monat2,2374525,80 Euro173,30 Euro352,50 Euro
Jahr26,86406313,04 Euro2080,50 Euro4232,54 Euro

Bitte bedenkt, dass sich die geschürften Ether mit höherer Schwierigkeit verringern können. Für die Berechnung der Stromkosten haben wir 0,28 Euro pro Kilowattstunde zugrunde gelegt, Ethereum wurde am 06.07.2017 mit 235 Euro pro 1 Ether gehandelt.


Fazit


Ein Mining-System aufzubauen erfordert eine intensive Vorbereitung und auch Kapital, denn unser Testsystem kostet immerhin 3600 Euro. Wir haben uns hier mit den GeForce GTX 1070 für die zwar teuren aber aktuell effizientesten Grafikkarten für Ethereum entschieden, die auch die besten Zukunftsaussichten in Bezug auf kommende DAG-Epochen von Ethereum bieten.

Ethereum schwankt (wie andere virtuelle Währungen auch) sehr stark und es ist unvorhersehbar wie sich die Schwierigkeit in den nächsten Monaten erhöht. Daher ist es schwer zu errechnen ob und wann sich ein Investment in Mining-Hardware lohnt. Zusätzlich ist die Hardware im 24/7 Betrieb natürlich stark gefordert und könnte nach einigen Monaten oder Jahren kaputt gehen. zum Glück gibt es auf aktuelle Grafikkarten meist 3 Jahre Garantie. Wir haben unser Testsystem komplett selbst erworben und werden euch über die nächsten Monate auf dem Laufenden halten.


Update 15.08.2017: AMD Radeon RX Vega 56 und AMD Radeon RX Vega 64 hinzugefügt.



Kommentare (2)


Stefan (Team)
26.07.2017
Sofern Du auch das Neuste BIOS verwendest, würde ich im Gerätemanager den Treiber für die nicht korrekt erkannten Grafikkarten manuell nachinstallieren. Das Phänomen hatten wir auch bei der 6 Grafikkarte.

Max Wicht
21.07.2017
Hallo, super Beitrag.

Ich nutze das MSI gaming z170a gaming m5 und versuche 6x R9 290 zum laufen zu bekommen.
Leider kriege ich ab die 5 Grafikkarte diese nicht zum laufen, im Gerätemanager taucht Sie auf, aber nicht richtig erkannt. Vielleicht habt Ihr ja einen Tipp. Vielen Dank vorab. MfG Max Wicht

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