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Schneller USB 3.1 Stick mit M.2 SSD

13.01.2019 von Dennis
Im Bereich der USB-Sticks hat sich auf dem Markt schon seit längerem nichts großartiges mehr getan. Das Bild wird bestimmt von einer großen Anzahl an USB-Sticks mit USB 3.0 Schnittstelle, die in sämtlichen Größen und Gehäusevarianten angeboten werden.

Nun ist es aber so, dass moderne PCs bereits häufig mit einer USB 3.1 Schnittstelle der 2. Generation ausgestattet sind, die man mangels USB Sticks mit passender Schnittstelle aber nicht ausnutzen kann.

Eine der wenigen Ausnahmen ist der SanDisk Extreme PRO USB-Stick, welcher eine USB 3.1 Schnittstelle besitzt und laut Hersteller eine Lesegeschwindigkeit von 420 MB/s und eine Schreibgeschwindigkeit von 380 MB/s erreichen soll. Realistisch erreicht der Stick jedoch nur ca. 360 MB/s beim Lesen und ca. 330 MB/s beim Schreiben.

Mit der von uns hier vorgestellten Lösung lässt sich die höhere Geschwindigkeit der USB 3.1 Schnittstelle nutzen und auch auch an einem normalen USB 3.0 Anschluss lassen sich hervorragende Geschwindigkeiten erzielen.



Unsere Zusammenstellung


Doch was haben wir nun eigentlich gemacht? Wir haben uns einfach eine M.2 SSD und ein passendes Gehäuse mit USB 3.1 Gen. 2 Schnittstelle genommen und hieraus einen extrem schnellen USB-Stick zusammengebaut.

Bei den Einzelteilen haben wir uns für das SilverStone SST-MS09C als Gehäuse und eine 250GB Samsung M.2 860 EVO als Datenträger entschieden.




Der Zusammenbau


Da unser Stick ja aus 2 Einzelteilen besteht, muss man diese nun erstmal zusammenbauen. Kein Angst, dass geht sehr einfach und ist schnell gemacht.

Hierzu muss man als erstes die 4 Schrauben des Gehäuses mit dem beiliegenden Schraubendreher entfernen.

Danach kann man den Gehäusedeckel ganz leicht entfernen und den M.2 Adapter heraus nehmen.

Jetzt drehen wir den Adapter einmal um und sehen dort den Platz für die M.2 SSD.

Hier müssen wir nun noch den Halter der M.2 SSD entfernen.

Die SSD einsetzen und den Halter schon mal wieder am Ende der SSD positionieren.

Nun den Halter, von der Rückseite aus, wieder festschrauben.

Dann den Adapter wieder in das Gehäuse setzen und den Schieber vor dem Schließen des Gehäuses wieder positionieren.

Als letzten die Abdeckung wieder drauf schrauben und schon sind wir fertig. :)


Optik, Haptik, Verarbeitung, Größe


Das Gehäuse des SilverStone SST-MS09C besteht komplett aus Aluminium. Das sieht zum einen gut und hochwertig aus, hilft aber zusätzlich auch dabei die Wärme, welche die SSD produziert, gut nach außen abzuleiten.

Wir haben uns für das Gehäuse in der Farbe kohle-grau (SilverStone SST-MS09C) entschieden, diese sieht sehr edel und trägt zusätzlich zum hochwertigen Eindruck des Gehäuses bei. Wem die Farbe nicht zusagt, der kann das Gehäuse auch in den Farben schwarz (SilverStone SST-MS09B) und silber (SilverStone SST-MS09S) erwerben.

Der Schieber des SilverStone SST-MS09C funktioniert einwandfrei. So kann man den USB-Stecker bei Nichtgebrauch sicher im Gehäuse verstauen. Das hat zwar zu Folge, dass das Gehäuse etwas länger sein muss, aber so kompakt wie ein USB-Stick ist das Gehäuse eh nicht.

Damit sind wir auch schon bei einem der Nachteile. Für einen USB-Stick ist das SilverStone-Gehäuse recht groß. Zum Vergleich hier mal ein Bild vom Gehäuse mit ein paar Standard USB-Sticks.



ACHTUNG:
In einigen Rezensionen auf Amazon ist zu lesen, dass einige M.2 SSDs nicht passen sollen, da diese zu breit sind. Testen konnten wir das nicht, aber wir können bestätigen, dass die hier genutzte Samsung 860 EVO einwandfrei passt!



Ersteinrichtung des USB-Sticks


Ein weiterer, wenn auch nur kleiner, Nachteil ist, dass sich der Stick nach dem Zusammenbau nicht sofort nutzen lässt. Vorher muss man den Stick noch formatieren damit er vom Betriebssystem erkannt wird und genutzt werden kann.

Hier eine kurze Anleitung wie ihr den Stick einfach mit Windows 10 Bordmitteln formatiert.

Als erstes öffnet ihr die Windows Datenträgerverwaltung und sucht hier den unformatierten Datenträger (zu erkennen an dem schwarzen Balken mit der Kennzeichnung "nicht zugeordnet")



Nun muss der Datenträger formatiert werden. Dazu einmal mit der rechten Maustaste auf den schwarzen Balken klicken und im Menü den Punkt "Neues einfaches Volume..." auswählen.



Im sich öffnenden Fenster einfach immer auf "weiter" und am Ende auf "Fertig stellen" klicken.

Nun wird der Stick auch im Windows Explorerfenster angezeigt und lässt sich wie auch jeder andere USB-Stick nutzen.





Tatsächliche Geschwindigkeit / Benchmarks


Einer der Hauptgründe warum wir uns für das SilverStone SST-MS09C entschieden haben, war die USB 3.1 Schnittstelle der 2. Generation. Hiermit kann die M.2 SSD ihre volle Geschwindigkeit ausspielen.

Wir haben die Geschwindigkeit in 3 unterschiedlichen Szenarien getestet. Als ersten unter Windows an einem USB 3.0 Port, dann unter Windows an einem USB 3.1 Port und als letztes an einem MacBook Pro über einen Adapter USB-C auf USB-A ebenfalls an einem USB 3.1 Port.

Hier die Ergebnisse:

Windows PC - USB 3.0

BenchmarkLesenSchreiben
Crystal Disk Mark443 MB/s433 MB/s
ATTO Benchmark437MB/s422 MB/s



Windows PC - USB 3.1

BenchmarkLesenSchreiben
Crystal Disk Mark560MB/s523 MB/s
ATTO Benchmark543MB/s513 MB/s



MacBook Pro - USB 3.1 (über Adapter)

BenchmarkLesenSchreiben
AJA System Disk Test515MB/s475 MB/s
BMD Disk Speed Test506 MB/s471 MB/s




Unter Windows direkt an einem USB 3.1 Port sind das Spitzenwerte! Gerade wenn man bedenkt das man hier einen kleinen, wenn auch selbst zusammengestellten, USB-Stick nutzt.

So mach das Arbeiten richtig Spaß. :)



Alternativen


Eine 1:1 Alternative was die Kombination aus Mobilität, Geschwindigkeit und mögliche Speichergröße angeht, gibt es meiner Meinung nach zur Zeit nicht.

Trotz allem hier mal eine kleine Übersicht welche Möglichkeiten es noch gibt:

SanDisk Extreme PRO USB-Stick
Vorteil: Kleinere Bauform
Nachteile: Max. 256 GB Speichergröße, langsamer

Samsung Portable SSD T5 (1,8" SSD)
Vorteil: Keiner
Nachteile: Ab 500GB teurer, Größer, Zusätzliches Kabel wird benötigt
>>Hier gehts zum ausführlichen Test <<

ICY BOX IB-1812-C31 (Gehäuse mit USB 3.1 Gen.2 für M.2 SSDs)
Vorteil: Keiner
Nachteil: Zusätzliches Kabel wird benötigt
Anmerkung: Es gibt das Gehäuse auch mit USB-C Stecker, dabei hätte ich aber Angst das der Port an dem das Gerät angeschlossen wird mit der Zeit leidet. Für USB-C würde ich daher eher zu einem Gehäuse mit Kabel greifen.



Einkaufsliste


Hier noch einmal Kurz eine Übersicht welche Teile wir für diesen Test genutzt haben, bzw. welche Alternativen es gibt:

GehäusePreis
SilverStone SST-MS09C (Kohle-Grau)31 Euro
SilverStone SST-MS09B (Schwarz)33 Euro
SilverStone SST-MS09S (Silber)34 Euro
Alternatives Gehäuse
ICY BOX IB-1812-C31 Gehäuse mit USB-C Kabel27 Euro
M.2 SSD
250GB Samsung M.2 860 EVO56 Euro
500GB Samsung M.2 860 EVO75 Euro
1TB Samsung M.2 860 EVO149 Euro
2TB Samsung M.2 860 EVO308 Euro
Alternativen
128GB SanDisk Extreme PRO - USB-Stick38 Euro
256GB SanDisk Extreme PRO - USB-Stick63 Euro
250GB Samsung Portable SSD T5 - 1,8" USB-C Festplatte82 Euro
500GB Samsung Portable SSD T5 - 1,8" USB-C Festplatte83 Euro
1TB Samsung Portable SSD T5 - 1,8" USB-C Festplatte160 Euro
2TB Samsung Portable SSD T5 - 1,8" USB-C Festplatte351 Euro


Fazit


Wer den schnellsten mobilen Datenspeicher über USB haben möchte, der kommt an der hier vorgestellten Kombination des SilverStone SST-MS09C und einer Samsung M.2 860 EVO eigentlich nicht vorbei.

Wenn man einen Kritikpunkt finden möchte, dann ist das vielleicht das etwas größere Gehäuse im Gegensatz zu einem Standard USB-Stick. Damit hört es dann aber auch schon auf. Die Geschwindigkeit, die mögliche Speicherkapazität bis zu 2TB und die Stromversorgung über den integrierten USB-Stecker sprechen für sich.

Dies alles erhält man höchstens in Form einer USB-C Festplatte wie der Samsung Portable SSD T5 und wenn wir das Beides vergleichen ist der Stick auch schon wieder gar nicht mehr so groß. :)

Wir sind von dem M.2-USB-Stick auf jeden Fall begeistert und können Ihn nur jeden wärmstens empfehlen.


PositivNegativ
Schnelle TransferratenGröße (Im Verhältnis zu USB-Stick)
Stromversorgung über USBKein USB-C
Kompakte Größe (Im Verhältnis zu 1,8" SSD)
Speichergrößen bis zu 2TB möglich




Kommentare (4)


Dennis (Team)
07.04.2019
Solange es keine derartigen Sticks gibt kann ich dazu auch keine konkrete Aussage treffen.

Nur so viel, die neueste USB-Version ist bisher immer mit den vorigen Versionen voll kompatibel. Allerdings gilt hier immer, das maximal die Geschwindigkeit der kleinsten USB Version genutzt werden kann. Also z.B. USB 3.0 an USB 2.0 bedeutet maximal die USB 2.0 Geschwindigkeit (40MB/s).

Gruß
Dennis

Nedim
04.04.2019
Servus und vielen Dank für die Anleitung und die Benchmarks.

Mitte 2019 sollen ja die USB-Sticks mit 3.2-Schnittstelle (USB-C-Stecker) erscheinen und hier wäre die Frage, ob man auch eine Samsung EVO 970 mit 500 [120€], 1.000 [220€] bzw. 2.000 [500€] MB als SSD-M2 verwendet werden kann. Weil diese erreichen laut verschiedenen Benchmarks mindestens eine Schreibgeschwindigkeit (Testverfahren: Seq Write) von 2.000 MB/s [2,0 GB/s]. Gemäß anderen Benchmarks sogar deutlich mehr; derselbe Wert gilt für die Lesegeschwindigkeit. Aktuell soll es auch nichts schnelleres geben (Stand: 04.04.2019).

Das Maximum bei der 3.2-Schnittstelle hingegen liegt bei 1.800 MB/s [1,8 GB/s].

Nun hätte ich einige Fragen:
1. Da USB-A-Stecker gängig sind und ein zusammengestellter Stick eine 3.2-Schnittstelle mit USB-C hätte, gäbe es nur die Möglichkeit per USB C ) USB A-Adapter. Gäbe es durch diesen Adapter Geschwindigkeitsverluste oder weitere Nachteile?

2.1 Würde der zusammengestellte USB 3.2-Stick im Falle von Mainboards mit 3.0 oder 3.1-Unterstützung auf den Maximalwert dieser zurückschrauben oder müsste man hier von weiteren Geschwindigkeitsverlusten rechnen?

2.2 Wie würde es bei USB 2.0 in Bezugnahme auf die Geschwindigkeit aus? Vorallem für Einsatz bei Firmwareupgrades hinsichtlich Serversystemen/NetApp im geschäftlichen Umfeld.

Vielen Dank im Voraus

Dennis (Team)
29.01.2019
Hi,

eine Windows-Installation mit dem Stick ist kein Problem.

Gruß
Dennis

Peter Pan
28.01.2019
Lässt sich der Stick auch zur Installation von Windows 10 nutzen? Wenn das Setup das Laufwerk nicht klar als Stick erkennt, bricht die Installation ab. Dieses Problem gab es schon mit Sandisk Sticks.

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