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Amazon Fire TV Stick 4K - Günstiger und sparsamer 4K-Mediaplayer

16.11.2018 von Stefan


Mit dem Fire TV Stick 4K veröffentlicht der Online-Riese Amazon seinen bislang aktuellsten und schnellsten Mediaplayer, der im Gegensatz zum Vorgänger auch moderne 4K-Medien flüssig abspielen kann. Wir haben den knapp 60 Euro teuren Amazon Fire TV Stick 4K ausprobiert.

Zwar bietet Amazon mit dem Fire TV 4K bereits seit einem Jahr einen 4K-fähigen Mediaplayer an, dieser ist allerdings etwas größer und kostet mit 75 Euro aktuell 15 Euro mehr als der neue Amazon Fire TV Stick 4K. Da der neue Stick dem älteren Fire TV 4K in eigentlich jeder Disziplin überlegen ist, rechnen wir damit, dass der neue TV-Stick den Fire TV 4K im Laufe der nächsten Monate komplett ersetzt.



Lieferumfang


Zum Lieferumfang des Amazon Fire TV Stick 4K gehört neben dem HDMI-Stick selber noch eine qualitativ durchaus hochwertige Sprach-Fernbedienung, eine kurze HDMI-Verlängerung, ein 1 m langes Micro-USB Kabel zur Stromversorgung des Sticks sowie ein 5 Watt (5V, 1A) USB-Netzteil. Zwei AAA-Batterien sowie eine Schnellanleitung sind ebenso enthalten.





Die neue Alexa Sprach-Fernbedienung


Die überarbeitete Alexa Sprach-Fernbedienung ist nun noch flexibler als zuvor, denn diese unterstützt nun HDMI-CEC und IR. Dazu hat Amazon einen zusätzlichen Infrarot-Sender verbaut, der während der Einrichtung des Sticks an fast jedes TV-Gerät angepasst werden kann.



Die neue Fernbedienung verfügt nun über zusätzliche Tasten für Laut, Leise, Stummschaltung sowie über einen Ein/Aus Knopf. Standardmässig versucht der Fire TV 4K Stick diese Funktionen über HDMI-CEC zu ermöglichen, kann bei Problemen (oder manuell) aber nun auch auf einen IR-Modus für ältere Geräte umgestellt werden.

Damit kann die Fernbedienung von Amazon die gängigsten Befehle auch direkt an den TV schicken, so dass die TV-Fernbedienung seltener benötigt wird.

Die Alexa Spracherkennung funktioniert dabei wie gewohnt gut, auch wenn man sich erst einmal daran gewöhnen muss. Amazon hat hier zudem weitergedacht: so kann die Sprachsuche nicht nur in Amazon Apps verwendet werden, sondern auch in Drittanbieter-Apps wie z.B. auf YouTube.



Einrichtung


Amazon legt sehr viel Wert auf eine einfache Einrichtung des HDMI-Sticks. Wer einen 4K-TV besitzt, sollte darauf achten, dass der Stick in einen HDMI 2.0 Port gesteckt wird. Neuere Geräte haben sowieso keine Ports unterhalb dieses Standards mehr.

Nachdem der Mediaplayer in einen HDMI Port des TVs gesteckt wird, benötigt dieser noch eine Stromversorgung. Dazu gibt es zwei Möglichkeiten:

  • via dem mitgelieferten USB-Netzteil
  • das USB-Kabel kann direkt an den TV angeschlossen werden

Theoretisch sollte beides problemlos funktionieren, allerdings sollte darauf geachtet werden, dass der USB-Port des Fernsehers 5 Watt Energie liefern kann (5V, 1A).

Während der Einrichtung des Sticks erscheint eine kurze Nachricht, dass die Energieversorgung des Sticks eventuell zu schwach ist. Diese Meldung erscheint immer dann, wenn der Stick das mitgelieferte Netzteil nicht finden kann. Die Meldung ist aber einmalig und kann meiner Meinung nach ignoriert werden. Wer später auf Probleme stößt, kann dann immer noch auf das mitgelieferte Netzteil umsteigen.



Da die USB-Ports der Fernseher meist stromlos sind sobald der TV ausgeschaltet wird, schaltet sich dann auch der Amazon Fire TV Stick 4K komplett aus. Nach dem Anschalten des TVs benötigt der Stick 30-40 Sekunden um Einsatzbereit zu sein.

Wer das nicht möchte, sollte das mitgelieferte Netzteil für die Stromversorgung des Sticks verwenden, denn dann schaltet sich der Stick nicht aus, sondern wird in einen Schlafzustand versetzt, indem der Stick weniger als 0,1 Watt Energie benötigt. Während der Stick im Standby ist, werden sämtliche Netzwerkverbindungen getrennt und es wird kein Bild mehr ausgegeben. Um aus dem Standby aufzuwachen, benötigt der Stick nur 1-2 Sekunden.

Das Amazon eigene Betriebssystem basiert auf Android und ist auf eine einfache Bedienung ausgelegt. Apps können sehr einfach installiert und auch wieder entfernt werden.





Die Oberfläche


Um richtig Spass mit dem Amazon Fire TV Stick 4K zu haben, empfiehlt sich eine Prime-Mitgliedschaft bei Amazon. Der Mediaplayer ist natürlich voll und ganz auf das Amazon-Angebot ausgerichtet und bewirbt recht aggressiv die Dienste des Online-Konzerns.

Trotzdem hat Amazon in den letzten Jahren das Betriebssystem immer weiter geöffnet. Apps für YouTube, Netflix und DAZN finden sich ebenso wie die Musik-App von Spotify oder die Mediatheken von ARD und ZDF. Für Besitzer von NAS-Geräten ermöglicht die PLEX App das Streaming im lokalen Netzwerk.



Die Bedienung der Oberfläche ist immer flüssig, Ruckler sind uns trotz der ausschließlichen Nutzung von W-Lan nicht aufgefallen.



Sprachsuche über Alexa


Nicht nur einfache Sprachbefehle wie "Alexa, Spule 1 Minute vor" lassen sich über die Fernbedienung absetzen. Auch ganze Sätze sind für Alexa kein Problem. Wer zudem nach "4k Serien" sucht, erhält nicht nur eine Liste aller 4K-Serien von Amazon bzw. Prime Video, sondern kann die Sprachsuche auch an Apps weiterleiten, wie z.B. nach YouTube. Dies ist wirklich genial gemacht und erleichtert die Bedienung enorm.

Außerdem lassen sich über den Amazon Fire TV 4K auch alle Alexa-kompatiblen Smarthome Komponenten wie Rollläden oder die Beleuchtung steuern. Wer über eine ring-Klingel verfügt, kann sich via TV mit dem Besucher unterhalten.



Natürlich hat Alexa hin und wieder noch kleinere Probleme bei der Erkennung aller Wörter, im Großen und Ganzen funktioniert die Spracheingabe aber wirklich zufriedenstellend. Übrigens lassen sich auch Sprachbefehle über ein anderes Alexa-Fähiges Gerät wie z.B. den Echo Dot an den Amazon Fire TV Stick 4K schicken.



4K-Wiedergabe


Die 4K-Wiedergabe haben wir sowohl via Prime Video als auch via YouTube getestet. Der Fire-TV Stick 4K konnte alle getesteten Medien flüssig und ohne Ruckler wiedergeben. Bei Prime-Video können bis zu 10 Sekunden vergehen, bis die Qualität automatisch auf 4K eingestellt wird, gestartet ist die Wiedergabe zunächst immer in 1080p (FullHD).



Dabei kann der Stick auch HDR Material wiedergeben. Auf meinem Samsung TV machte die HDR-Wiedergabe bei älterem Material (z.B. Two and a Half Men via Prime Video) zunächst Probleme, da viele Szenen zu dunkel angezeigt wurden. Durch den Wechsel auf adaptives HDR im Einstellungsmenü des Sticks konnte dies aber behoben werden. Aktuelles Material wurde in HDR immer einwandfrei angezeigt.

Der Datenaustausch findet über W-Lan statt, wenn möglich verbindet sich der Stick im 5 GHz Netz nach dem 802.11 ac Standard. Er kann sich aber auch zu langsameren 2,4 GHz Netzwerken verbinden. Während des Tests hatten wir keine Probleme mit der Verbindung. Bei W-Lan Problemen gibt es die Möglichkeit einen Ethernet-Adapter an den Stick anzuschließen: der Amazon Ethernetadapter für Fire TV und Fire TV Stick ist für 15 Euro erhältlich.



Energieverbrauch und Emissionen


Nicht nur bei der Geschwindigkeit kann der ARM-Prozessor des Sticks punkten. Die scheinbar aktuellere Fertigungstechnologie ermöglicht auch einen extrem sparsamen Verbrauch. Mehr als 2,5 Watt genehmigte sich der HDMI-Stick zu keiner Zeit.



SituationVerbrauch [W]
Standbykleiner 0,1
Menü1,5 - 2,1
Wiedergabe Prime Video (4K)1,4 - 2,2
Wiedergabe YouTube (4K)1,5 - 2,3


Zur Geräuschentwicklung lässt sich nur feststellen: es gibt keine. Der Stick verfügt über keinen aktiven Lüfter und arbeitet daher komplett geräuschlos.



Spiele


Theoretisch lassen sich fast alle Spiele installieren, die Amazon im eigenen App-Store anbietet. Eines der aktuell am beliebtesten Spiele ist das Arcade-Rennspiel Asphalt 8. Ich habe das Spiel kurz angetestet: es läuft flüssig und die Ladezeiten des immerhin 2 GB großen Spiels sind durchaus gut. Allerdings kann mich weder das Spielgefühl noch die betagte Grafik wirklich überzeugen.

Als Konsolenersatz ist der Amazon Fire TV Stick 4K also nur sehr eingeschränkt zu empfehlen. Für ein paar kleine Kinderspiele eignet sich der Stick aber. Letztendlich ist der verfügbare Speicher von etwas über 5 GB auch nicht ausreichend um viele Spiele parallel zu installieren.





Technische Daten



CPUQuad-Core 1,7 GHz
GPUImagination GE8300 PowerVR Series8XE
Arbeitsspeicher1,5 GB
Speicher8 GBca. 5,2 GB vom Anwender nutzbar
W-Lan802.11 a/b/g/n/ac MIMO Dual-Band
BluetoothBT 4.2 inkl. BLE
Grafik-OutHDMI 2.0
Video-CodecsH.264, H.265, VP9
AudioDolby Atmos, 7.1, HDMI-Audio-Passthrough bis 5.1durch HDMI-ARC




Fazit


Günstige 4K-Mediaplayer gibt es mittlerweile einige, aber keiner in der Preisregion bis 60 Euro verfügt aber über die gleiche Mischung aus Leistung, neuer Hard- und Software sowie einer hochwertigen Fernbedienung mit Spracheingabe. Wer einen TV besitzt, der moderne Apps nicht flüssig darstellen kann, der ist mit dem Amazon Fire TV Stick 4K sehr gut beraten.

Neben der flüssigen Wiedergabe von Videos bis hin und einschließlich 2160p (4K) überzeugt der Amazon Fire TV Stick 4K durch eine einfache Einrichtung und eine aufgeräumte Bedienoberfläche. Man sieht, dass Amazon hier in den letzten Jahren viel optimiert hat. Auch die Öffnung des Systems (v.a. durch YouTube, Netflix und PLEX) bekommt dem Mediaplayer gut.

Die Alexa-Spracheingabe funktioniert erstaunlich gut und lässt sich auch in viele Apps nutzen. Der Amazon Fire TV Stick 4K ist klein, schnell, sparsam und lautlos: hier kann man nicht viel falsch machen !

Eine (deutlich teurere) Alternative ist z.B. die Nvidia Shield (ca. 200 Euro) oder eine Konsole wie z.B. die XBOX ONE X (ab 400 Euro).



Kommentare (2)


Stefan (Team)
03.12.2018
Der FireTV 4K hat statt 1,5 GB Arbeitsspeicher 2 GB. Dafür besitzt er einen älteren und langsameren Prozessor. Bis auf den Arbeitsspeicher hat er meines Wissens nach keinen weiteren Vorteil gegenüber dem 4K Stick.

Michael
03.12.2018
Hi,


"Da der neue Stick dem älteren Fire TV 4K in eigentlich jeder Disziplin überlegen ist"
Was ist der Unterschied zum FireTV 4K? Das habe ich noch nicht verstanden.

Dank und Gruß

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