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Bosch Smart Home im Test - Das vielleicht einfachste Smart Home System

Geschrieben am22.02.2021 von Stefan RSS Feed
Bosch Smart Home im Test - Das vielleicht einfachste Smart Home System
Smart Home Anbieter gibt es mittlerweile so viele, dass die Auswahl des geeigneten Systems sehr viel Zeit in Anspruch nimmt. Mit dem Bosch Smart Home* haben wir heute ein System im Test, das vor allem durch sein einfaches Bedienkonzept überzeugen möchte.

Trotzdem isoliert Bosch das Smart Home nicht, sondern unterstützt eine Reihe von Partnern, über die das System zusätzlich angesteuert werden kann. Dazu zählen zum Beispiel Amazons Alexa, Apples HomeKit oder Google Home.



Lieferumfang


Neben dem Bosch Smart-Home Controller* selbst liegt ein Netzteil mit 1,5m Kabel bei (5 V 2A = 10 Watt). Zusätzlich befindet sich eine Befestigungsmöglichkeit zur Wandmontage inkl. zwei 6 mm Dübeln und den zugehörigen Schrauben im Karton. Ein 2 m Netzwerkkabel (Cat 5e ..) sowie eine kurze Bedienungsanleitung in Deutsch gehören auch zum Lieferumfang.

Bosch Smart Home im Test - Das vielleicht einfachste Smart Home System



Der Controller im Detail


Der Ersteindruck des ca. 70 Euro teuren Controllers ist gut. Die Verarbeitung wirkt solide aber nicht extrem hochwertig. Die Abmaße des Gehäuses fallen mit ca. 12 x 13,5 cm angenehm kompakt aus. Der Controller besitzt nur einen einzigen Knopf auf der Vorderseite. Dieser muss aus Sicherheitsgründen zum Koppeln eines neuen Mobilgerätes gedrückt werden.



Der Controller besitzt einen USB-Port. Wenn hier ein leerer, mit exFAT oder FAT32 formatierter USB-Stick angeschlossen wird, kopiert der Bosch Smart Home* Controller alle Open-Source Lizenzinformationen automatisch auf diesen Stick. Da Bosch bei seinem Smart Home System auf viele Open-Source Pakete aufsetzt, lassen sich alle Firmware-Versionen der Smart Home Komponenten (inkl. der Quellcodes der Apps) im Bosch Open-Source-Software Portal herunterladen. Das ist natürlich nur etwas für Software-Entwickler und nicht für den normalen Kunden gedacht. Bosch arbeitet hier aber sehr transparent was sicherlich als positiv zu bewerten ist.

Auch positiv: sämtlicher Datenaustausch zwischen dem Bosch Smart Home* und der deutschen Bosch Cloud sowie dem Smartphone des Benutzers ist verschlüsselt. Die Cloud-Funktionalität ist für die Speicherung von Videoclips der Innen- oder Außenkameras gedacht. Die Videos werden für 30 Tage vorgehalten, Favoriten werden auch länger abgespeichert. Durch die Nutzung der Bosch Cloud entstehen keine Folgekosten !



Montage des Smart Home Controllers


Auf Wunsch kann der Smart Home Controller auch an eine Wand montiert werden. Das Befestigungsmaterial befindet sich im Lieferumfang, es wird nur ein Bohrer mit einem Durchmesser von 6 mm benötigt.





Einrichtung in der App


Die Einrichtung des Bosch Smart Home* ist nur über eine App via Smartphone oder Tablet möglich. Vorausgesetzt wird ein Mobilgerät mit Apples Betriebssystem iOS oder mit Googles Android. Ich habe die Einrichtung über mein Apple iPhone vorgenommen. Die App ist relativ klein und daher schnell heruntergeladen und installiert.

Die Ersteinrichtung erfolgt über einen Assistenten, der einen Schritt für Schritt durch den Vorgang führt. Um den Controller im Netzwerk zu "finden", kann einfach der QR-Code des Controllers direkt in der App gescannt werden. Die Einrichtung ist sehr einfach und problemlos von jedermann machbar. Fachwissen wird nicht benötigt. Der Controller wird mit dem Netzteil verbunden, das Netzwerkkabel muss dann an den Router (z.B. FritzBox) wie jedes andere Netzwerkgerät angeschlossen werden. Fertig.

Der Assistent führt am Ende auch ein Update (sofern erforderlich) durch. Anschließend kann dann das Mobilgerät mit dem Controller gekoppelt werden. Diese Kopplung dient dann als Identifikation mit dem Controller. Standardmäßig erhält man bei der Kopplung des ersten Mobilgerätes die vollen Verwaltungsrechte. Die Software besitzt ein simples Berechtigungskonzept: entweder man darf alle Geräte steuern und verwalten oder nur steuern. Dies macht z.B. für Familienmitglieder oder Freunde Sinn, die ab und zu Geräte steuern sollen, mit der Verwaltung aber nichts zu tun haben.




Bedienung über die App


Nach der Einrichtung des Smart Home Controllers und der Kopplung eines Mobilgerätes lassen sich in der App natürlich nachträglich noch alle Einstellungen ändern.

Die App unterstützt Gerätegruppen, die dann zusammen gesteuert werden können. Dazu legt man sich "Räume" an, in denen sich die Geräte dann befinden. Alle Licht- oder Rollladenschalter, die sich im Wohnzimmer befinden, würden also im Raum "Wohnzimmer" zusammengefasst werden. Dieser Logik muss man natürlich nicht folgen, es macht aber Sinn :)



Außerdem lassen sich sowohl Automatismen erstellen (z.B. wenn das Licht immer zu einer bestimmten Uhrzeit angeschaltet werden soll). Wem das noch nicht reicht, kann auch einfache Szenarien kreieren. Dazu stehen bereits konfigurierte Szenarien zur Auswahl oder man erstellt ein komplett neues Szenario. In einem Szenario können beliebig viele Geräte mit unterschiedlichen Befehlen versehen werden. Wird das Szenario dann ausgeführt bzw. aufgerufen, schaltet das Smart Home alle Geräte wie in dem Szenario definiert.



Gerät hinzufügen


Als erstes Gerät habe ich mir für mein Smart Home eine Bosch Smart-Home Unterputz Rollladen Steuerung* besorgt. Kostenpunkt ca. 55 Euro. Dazu kommt noch der Preis für einen Aufsteck-Adapter, der den Schalter kompatibel zu euer im Haus verbauten Schalterserie macht. Da ich bei mir überall im Haus innogy-Smart-Home Schalter verwende und diese nun Stück für Stück durch Bosch Schalter ersetzen möchte, kann ich mir die Adapter sparen, da diese identisch zu den Adaptern von innogy (Livisi) oder auch Homematic IP sind.

Insgesamt gibt es 10 unterschiedliche Adaptertypen. Bosch verkauft diese im 3er Set zu einem Preis von rund 12,50 pro Set.

AdapterSchalterserie / Standard
Bosch Smart-Home Unterputz Adapter Set x3 - B1*Berker (B1)
Bosch Smart-Home Unterputz Adapter Set x3 - B2*Berker (B2)
Bosch Smart-Home Unterputz Adapter Set x3 - BJ*Busch-Jäger (BJ)
Bosch Smart-Home Unterputz Adapter Set x3 - D*Düwi/Popp (D)
Bosch Smart-Home Unterputz Adapter Set x3 - G*Gira (G)
Bosch Smart-Home Unterputz Adapter Set x3 - GD*Gira (GD)
Bosch Smart-Home Unterputz Adapter Set x3 - J1*Jung (J1)
Bosch Smart-Home Unterputz Adapter Set x3 - J2*Jung (J2)
Bosch Smart-Home Unterputz Adapter Set x3 - K*Kopp (K)
Bosch Smart-Home Unterputz Adapter Set x3 - M*Merten (M)




Nachdem der Unterputz-Schalter eingebaut wurde, wählt man in der Bosch Smart Home* App "Neues Gerät hinzufügen" aus und wird Schritt-für-Schritt durch die Einrichtung geführt. Auch hier hat sich der Hersteller bemüht, den Vorgang sehr detailliert und einfach zu beschreiben. Das ist meiner Meinung nach auch gut gelungen.

Die automatische Kalibrierung der Rollladensteuerung hat bei mir auf Anhieb funktioniert. Dabei wird der Rollladen einmal ganz herunter und wieder hoch gefahren, damit das Smart Home System später weiß wie lange eine komplette Bewegung dauert. Möchte man einen Rollladen dann nur zu 50 Prozent herunterfahren, kann sich das Smart Home System errechnen, wie lange der Schalter hierfür geschaltet werden muss.





Anbindung an Partner im Beispiel von Amazon Alexa


Durch die Einbindung von Geräten in das Bosch Smart Home* System lassen sich diese über die Bosch App steuern. Licht- oder Rollladenschalter lassen sich natürlich auch immer am Schalter direkt schalten. Bei den Rollladenschaltern reagiert der Schalter auf zwei Weisen: kurz antippen = komplett runter/hoch fahren, gedrückt halten und dann loslassen = Rollladen fährt auf eine bestimmte Position.

Die Geräte können auf Wunsch zusätzlich über Amazon Alexa, Apple HomeKit oder Google Home gesteuert werden, auch per Sprache. Ich zeige hier einmal die Einrichtung für Amazon Alexa. Grundsätzlich gilt: damit externe Partner auf die Geräte eures Smart-Home zugreifen können, müsst ihr euch eine kostenlose Bosch ID erstellen. Über diese Bosch ID wird euer Smarthome dann verknüpft. Die Berechtigung zur Verknüpfung mit eurem Bosch Smart Home* könnt ihr jederzeit in der Bosch App widerrufen.



Im Fall von Amazon muss nach der Verknüpfung in der Bosch App in der Amazon Alexa App ein so genannter "Skill" aktiviert werden. Er heißt "Bosch Smart Home". Nach Aktivierung des Skills sucht Alexa nach allen kompatiblen Bosch Geräten und listet diese auf. Anschließend kann man die Geräte dann zusätzlich über Alexa ansteuern. Auch hier lassen sich Gruppen anlegen, damit z.B. mit dem Befehl "Haus auf 0%" alle Rollläden des Hauses geschlossen werden. Die Benennung der Begrifflichkeiten (in meinem Fall "Haus") ist natürlich euch überlassen.



Energieverbrauch


Bei einem System welches 24/7 läuft, ist der Energiebedarf natürlich ein wichtiger Punkt. Der Bosch Smart Home* Controller benötigt nur 1,7 Watt. Das ist wirklich wenig, viele Geräte verbrauchen im Standby mehr Energie. Der Energiebedarf des Unterputz Rollladenschalters wird von Bosch mit 0,2 Watt beziffert, nachgemessen habe ich dies aber nicht.

Bosch Smart Home im Test - Das vielleicht einfachste Smart Home System



Coole Idee: Funkreichweitenverlängerung durch smarte Steckdosen


Der "Mesh" Gedanke ist aus modernen W-Lan Netzwerken heute nicht mehr wegzudenken. Auch das Bosch Smart Home* System arbeitet im Mesh, d.h. das sich die Geräte auch ohne Funkverbindung mit dem Controller austauschen können. So besitzt z.B. die Bosch Smart-Home Steckdose* eine Funksignal-Verstärkung. Produkte in bisher unerreichten Räumen lassen sich mit dem System verbinden. Das funktioniert bei folgenden Bosch Smart Home* Geräten: Twinguard, Bewegungsmelder, Twist, Wassermelder und Zwischenstecker Kompakt.

Und die Bosch Smart-Home Eyes Außenkamera* besitzt neben einer Beleuchtung auch eine Gegensprechfunktion. So kann man sich z.B. mit dem Paketboten vor der Haustür über die App austauschen und z.B. eine Abstellgenehmigung erteilen. Die Kamera ist mit rund 250 Euro allerdings ziemlich teuer, beinhaltet dafür aber die kostenlose Speicherung der Videos in der deutschen Bosch Cloud.

GerätBemerkung
Bosch Smart-Home Controller*
Bosch Smart-Home Heizkörper Thermostat*
Bosch Smart-Home Tür-/Fensterkontakt*
Bosch Smart-Home Eyes Außenkamera*Gegensprechanlage mit Live-Stream, Licht, Kostenlose Speicherung in der deutschen Bosch Cloud
Bosch Smart-Home 360° Innenkamera*Infrarotbeleuchtung für Nachts, Live-Stream, Kostenlose Speicherung in der deutschen Bosch Cloud, Objekt lässt sich versenken
Bosch Smart-Home Bewegungsmelder*
Bosch Smart-Home Rauchmelder Twinguard mit Luftqualitätsmessung*
Bosch Smart-Home Wassermelder*
Bosch Smart-Home Steckdose*Integrierte Funkreichweitenverlängerung
Bosch Smart-Home Unterputz Lichtschalter*
Bosch Smart-Home Unterputz Rollladen Steuerung*





Fazit


Das Bosch Smart Home* System punktet mit einer sehr einfachen Einrichtung und Bedienung. Auch die Anbindung an viele Partner wie z.B. Amazon Alexa, Apple HomeKit oder Google Home ist vorbildlich. Bosch arbeitet hier sehr transparent und bietet über eine API auch neuen Partnern einen einfachen Zugriff auf das Ökosystem. Da immer wieder neue Produkte für das Bosch Smart Home* erscheinen, ist eine lange Nutzungsdauer des Systems sehr wahrscheinlich.

Einschnitte muss man trotz Automatisierungsfunktionen und Szenarien trotzdem machen: viele Detailfunktionen zur Ansteuerung von Geräten (z.B. eine eigene Tastenbelegung der Schalter oder eine Einstellung der Fahrrichtung von Rollläden oder Markisen) hat der Hersteller zu Gunsten der einfachen Bedienung gestrichen. Vieles lässt sich aber durch Work-Arounds trotzdem lösen, notfalls über die App von Partnern wie Amazon.

Ich persönlich ziehe eine schnelle Einrichtung und Pflege diesem Funktionsreichtum mittlerweile vor. Denn wenn das Smart-Home System einmal im Haus verbaut ist, soll es eigentlich nur funktionieren. Je weniger Zeit man dann zur Pflege aufwänden muss, umso besser.

Hinweis zur Transparenz: wir haben die hier vorgestellte Hardware selbst erworben. Eine Zusammenarbeit mit dem Hersteller bestand nicht, eine Vergütung für diesen Test haben wir ebenso nicht erhalten.



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