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Schnelle externe Festplatte im Mini-Format mit USB-C 3.1 und NVME M.2 SSD

03.08.2019 von Dennis
Nach unserem Artikel über den schnellen USB-Stick mit M.2 SSD haben wir heute etwas ähnliches zum Testen hier, nämlich das ORICO Aluminium M.2 NVMe SSD-Gehäuse.

Hierbei handelt es sich um ein kleines Gehäuse mit USB-C Anschluss. Das Gehäuse hat eine NVMe-Schnittstelle, was ordentliche Geschwindigkeitsvorteile, gegenüber unserem o.g. M.2-USB-Stick (SATA3), bringt.



Neben den Geschwindigkeitsvorteilen, haben wir uns aber auch eine bessere mobile Nutzung versprochen, denn so schön der integrierte USB-Stecker auch ist, im Alltag hat sich gezeigt, dass es auch immer nicht ganz ungefährlich ist wenn der recht große und vor allem lange Stick in einer USB-Buchse steckt. Kommt man hier nämlich nur leicht gegen, wird die USB-Buchse immer sehr stark belastet.

Bei der von uns für diesen Test gewählten Kombination werden Gerät und Gehäuse mit einem kurzen USB-Kabel (USB-C/USB-C oder USB-C/USB-A) verbunden. Das führ dazu, dass die USB-Buchse des verwendeten Gerätes so gut wie gar nicht mechanisch belastet wird.

Zum Testen unserer Zusammenstellung, nutzen wir einen Windows PC mit USB 3.0, einen Windows PC mit USB 3.1 und ein MacBook Pro mit USB 3.1.



Unsere Zusammenstellung / Lieferumfang


Da Gehäuse namhafter Hersteller meist nicht so gut bewertet waren und mehrfach von Verbindungsabbrüchen berichtet wurde, haben wir uns für eine eher unbekannt Marke entschieden und das ORICO Aluminium M.2 NVMe SSD-Gehäuse in silber gekauft. Dies ist mit z.Zt. 46,00 EUR zwar nicht das Günstigste, es sah auf den ersten Blick aber wertig aus und außerdem unterstützt es NVMe M.2 SSDs mit bis zu 2 TB Kapazität.

Bei den Festplatten setzen wir ja meist auf die Samsung EVO-Serie, da es hier aber nicht auf das letzte bisschen Geschwindigkeit ankommt, haben wir uns dieses Mal für eine etwas günstigere Variante, nämlich die 480GB Corsair Force MP510, entschieden. Diese NVME M.2-SSD mit PCIe 3.0 x4 könnte laut Hersteller Geschwindigkeiten von bis zu 2000 MB/s beim Lesen und 3480 MB/s beim Schreiben erreichen.

Der Lieferumfang des ORICO Aluminium M.2 NVMe SSD-Gehäuses besteht aus dem Gehäuse, 2 USB-Kabeln (1x USB-C/USB-C, 1x USB-C/USB-A), 1 Satz Schrauben, 1 Schraubendreher, 1 Zusammenbauanleitung und 1 Dankeskarte.

Der Lieferumfang der 480GB Corsair Force MP510 besteht auch nur aus eben Dieser.




Der Zusammenbau


Nun muss erstmal die M.2 SSD in das Gehäuse eingebaut werden. Dazu hier kurz eine bebilderte Anleitung:

Einzelne Schraube am Gehäuse mit dem beiliegenden Schraubendreher entfernen.

Gehäuse öffnen (Unterseite leicht Richtung Schraubloch verschieben) und Platine entnehmen.

480GB Corsair Force MP510 in Adapter einsetzen.

Halterung am Ende der SSD einsetzen und nach unten biegen.

Halter von der Rückseite verschrauben.



An dieser Stelle ein Tipp von mir, der so nicht in der Anleitung steht.


Am Gehäuse sind diverse Wärmeleitpads angebracht um die Wärme von der SSD über das Aluminiumgehäuse abzuleiten. Da diese aber nicht über die gesamte Breite des Gehäuses gehen, bietet es sich an diese manuell so zu platzieren das die Chips der verwendeten M.2 SSD und der Adapterplatine optimal bedeckt sind.


Aufkleber der SSD entfernen und Wärmeleitpads neu positionieren.

Wärmeleitpad der Unterseite für Chips der Platine positionieren.

Platine einsetzen (Über USB-C-Buchse reinhebeln).

Deckel wieder drauf setzen.

Schraube einsetzen, fertig. :)




Optik, Haptik, Verarbeitung, Größe


Das ORICO Aluminium M.2 NVMe SSD-Gehäuse ist komplett aus Aluminium gefertigt und sieht nicht nur toll aus sondern fasst sich auch hochwertig an.

Selbst die Platine ist sehr gut verarbeitet, dass habe ich ehrlich gesagt bei einer mir noch nicht bekannten Marke nicht erwartet.

Bei der Größe muss man gegenüber einem USB-Stick natürlich Abstriche machen, dafür schlägt es in diesem Bereich jede externe Festplatte. Hier ein Größenvergleich mit einen USB-Stick (Transcend JetFlash 780):





Ersteinrichtung des USB-Sticks


Dies ist das gleiche Vorgehen wie bereits in unserem Test zum Schnellen USB 3.1 Stick mit M.2 SSD beschrieben.



Tatsächliche Geschwindigkeit / Benchmarks


Kommen wir nun zu einem der wichtigsten Punkte unseres Tests, der Geschwindigkeit unserer Zusammenstellung.

Als erstes muss man hier wissen, dass die hier genutzte USB 3.1 Gen. 2 - Schnittstelle eine maximale theoretische Geschwindigkeit von 1200 MB/s ermöglicht. Damit ist auch gleich klar das wir nicht die volle Geschwindigkeit der verbauten M.2 SSD (2000 MB/s Lesen / 3480 MB/s Schreiben) erreichen können und warum wir hier nicht die teuerste und schnellste NVMe M.2 SSD verbauen müssen.

Da wir aber durch die NVMe-Schnittstelle höhere Geschwindigkeiten übertragen können als über SATA3 (600MB/s), haben wir gegenüber ein Standard SSD die doppelte mögliche Geschwindigkeit.

Wir haben die Geschwindigkeit in 3 unterschiedlichen Szenarien getestet. Als Erstes unter Windows an einem USB 3.0 Port (USB-A), dann unter Windows an einem USB 3.1 Port (USB-A) und als letztes an einem MacBook Pro an einem USB 3.1 Port (USB-C).

Hier die Ergebnisse:

Windows PC - USB 3.0

BenchmarkLesenSchreiben
Crystal Disk Mark438 MB/s447 MB/s
ATTO Benchmark434MB/s436 MB/s



Windows PC - USB 3.1 Gen. 2

BenchmarkLesenSchreiben
Crystal Disk Mark1002MB/s1029 MB/s
ATTO Benchmark1020MB/s1010 MB/s



MacBook Pro - USB 3.1 (USB-C-Port)

BenchmarkLesenSchreiben
AJA System Disk Test944 MB/s962 MB/s
BMD Disk Speed Test903 MB/s935 MB/s




Gerade unter Windows an einem USB 3.1 Gen. 2 Port sieht man, dass unsere Zusammenstellung die maximale praktische Geschwindigkeit des USB-Ports voll ausnutzen kann.

Im Vergleich mit unserem Test des schnellen USB-Stick mit M.2 SSD, in welchem eine M.2 SATA SSD verbaut ist, erreichen wir mit dieser Kombination fast die doppelte Geschwindigkeit.



Wärmeentwicklung


Wie warm die SSD im Gehäuse wird, konnten wir leider nicht auslesen da dieser Wert über USB nicht zur Verfügung steht.

Bei längeren Kopiervorgängen wurde das Gehäuse zwar sehr warm (siehe Galerie), es kam aber nie zu Verbindungsabbrüchen. Zudem würde die SSD auch automatisch die Geschwindigkeit drosseln, sollte sie zu warm werden.

Bei großen Dateien hat die SSD allerdings auch gar nicht die Zeit zu heiß zu werden, da die Dateien in kürzester Zeit auf der Festplatte sind. :)

Als Alternative für einen auf Dauerzugriff ausgelegten Speicher, würde ich das Gehäuse aber nicht empfehlen. Dafür wäre mir das Risiko zu hoch, dass die SSD auf Dauer zu heiß wird. Allerdings könnte man nur die Platine nutzen und die SSD innerhalb eines Gehäuses in der Nähe eines Lüfters platzieren, das sollte für ausreichend Kühlung der SSD sorgen.





Alternativen


Eine 1:1 Alternative was die Kombination aus Mobilität, Geschwindigkeit und mögliche Speichergröße angeht, gibt es meiner Meinung nach zur Zeit nicht. Wer es nicht ganz so schnell benötigt kann sich aber unseren schnellen USB-Stick mit M.2 SATA SSD ansehen.



Einkaufsliste


Hier noch einmal Kurz eine Übersicht welche Teile wir für diesen Test genutzt haben:

GehäusePreis
ORICO Aluminium M.2 NVMe SSD-Gehäuse40 Euro
M.2 SSD
480GB Corsair Force MP51072 Euro
Alternative Kapazität
240GB Corsair Force MP51052 Euro
960GB Corsair Force MP510137 Euro
1920GB Corsair Force MP510288 Euro


Fazit


Wer einen schnellen, kleinen mobilen Speicher sucht der über USB angebunden werden soll, der wird bei der hier vorgestellten Kombination fündig.

Qualitativ bewegen wir uns hier auf einem ganz hohen Level, denn sowohl Gehäuse als auch Platine des ORICO Aluminium M.2 NVMe SSD-Gehäuses sind sehr gut verarbeitet und die verfügbare Geschwindigkeit ist das Maximum was über USB 3.1 Gen. 2 möglich ist.

Ich nutze das Gehäuse als mobilen Speicher, um Daten von schnell zu kopieren und von A nach B zu transportieren und genau dafür ist das Teil perfekt!

Ihr merkt, ich bin von dem ORICO Aluminium M.2 NVMe SSD-Gehäuse mit der 480GB Corsair Force MP510 echt begeistert, verschweigen möchte ich aber nicht das alles seinen Preis hat. Mit zur Zeit über 120,00 EUR für knapp 500GB mobilen Speicher ist die Zusammenstellung hier kein Schnäppchen, so gibt es die gleiche Kapazität als 2,5HDD schon ab 40 EUR.

Hier muss jeder selbst entscheiden, ob ihm die Kombination aus Größe bzw. Kleine ;) und Geschwindigkeit der Preis Wert ist.


PositivNegativ
Sehr Schnelle TransferratenWärmeentwicklung
Gute VerarbeitungVergleichsweise hoher Preis
Kompakte Größe
Speichergrößen bis zu 2TB möglich




Kommentare (1)


Marian
11.11.2019
Danke für die Anleitung!
Eine Frage über die Wärmeleitpads... Ich nehme an dass die schon geklebten Pads sich herauslösen können. Aber angenommen sie tun es nicht (warum auch immer), gibt es aus deiner Sicht eine Angabe über die Größe diesen Pads? Es gibt in Amazon etliche Größen. Ich meine noch nicht mal die Breiten und Längen (wahrscheinlich können sie geschnitten werden) aber die Dicke (was vielleicht hier bei diesen Platinen übereinander viel problematischer sein kann). 0,5 mm, 1 mm, 1,5 mm, 3mm habe ich gesehen.

Ich danke für die Hinweise

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